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Crazy Stats GP Bahrain 2014

Statistik-Spektakel zur runden 900

Mercedes - GP Bahrain 2014 Foto: Mercedes 31 Bilder

Der GP Bahrain war das 900. Rennen der Formel 1-Geschichte. Zum Jubiläum gab es nicht nur ein Fest für Action-Fans sondern auch für Zahlenfreunde. Wir haben die verrückten Statistiken in den Crazy Stats gesammelt und blicken zurück auf die früheren runden Rennen, die immer für ein Spektakel gesorgt haben.

08.04.2014 Tobias Grüner

Der 900. Grand Prix der Formel 1-Geschichte hatte nicht nur jede Menge Spannung und Action zu bieten, er war auch für Zahlenfreunde ein wahrer Genuss. Man muss in der F1-Geschichte schon weit zurückblicken, um eine Dominanz wie die von Mercedes noch einmal zu finden. Zwei Doppelsiege in Folge, das schaffte noch nicht einmal Red Bull. In unserer Bildergalerie haben wir für sie die Crazy Stats gesammelt - die verrückten Zahlen zum Bahrain-Spektakel.

Mit der 900 stand eine besondere Zahl schon vor dem Rennen im Mittelpunkt - die Königsklasse feierte einen runden Grand Prix. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Formel 1 regelmäßig Glück mit ihren Jubiläen hat. Die meisten brachten spannende oder denkwürdige oder skandalöse Rennen hervor. Wir machen einen Streifzug durch die GP-Geschichte:

Nummer 100: GP Deutschland 1961, Sieger: Stirling Moss

Der Nürburgring war neben Monte Carlo eines der beiden Rennen, in denen Stirling Moss die motorische Unterlegenheit seines Lotus-Climax gegen die Ferrari mit seiner fahrerischen Klasse kompensieren konnte. Der Engländer erfüllte den Auftrag perfekt. Die 320.000 Zuschauer interessierte jedoch mehr der Ausgang des Duells der Ferrari-Piloten Wolfgang Graf Berghe von Trips und Phil Hill um Platz 2. Die Entscheidung fiel auf den letzten Kilometern.
 
Es kam zu einer kuriosen Szene. Keiner wollte als Erster in die letzte Kurve vor Start und Ziel gehen, denn die Erfahrung lehrte, dass der Zweite beim anschließenden Beschleunigungsduell besser dastehen würde. Das führte dazu, dass die beiden Ferrari-Piloten zwischen Galgenkopf und Antoniusbuche mehrmals fast zum Stillstand kamen, nach dem Motto: Nach Ihnen, mein Herr. Trips beendete schließlich das Spielchen und erwischte seinen Kontrahenten dabei auf dem falschen Fuß.

Nummer 200: GP Monaco 1971, Sieger: Jackie Stewart

Jackie Stewart dominierte das Wochenende nach Belieben. Der Schotte startete mit 1,2 Sekunden Vorsprung auf Jacky Ickx von der Pole Position und feierte im Rennen einen Start/Zielsieg. Drei Männer versuchten dem Tyrrell zu folgen, doch näher als 25 Sekunden kam keiner an den großen Dominator heran.
 
Es war der Grand Prix, in dem der Stern von Ronnie Peterson aufging. Der Schwede lieferte er sich mit Jo Siffert und Jacky Ickx ein mitreißendes Duell um Platz 2, bei dem er sich schließlich auch durchsetzte. Ickx hatte dem March-Piloten im Finale des Stadtrennens nichts entgegenzusetzen. Jo Siffert auf B.R.M. scheiterte einmal mehr an der Technik. Eine Ölleitung brach.

Nummer 300: GP Südafrika 1978, Sieger: Ronnie Peterson

Ein Thriller wie das letzte Rennen in Bahrain. Fünf Männer lagen in Führung. Mario Andretti, Jody Scheckter, Riccardo Patrese, Patrick Depailler und Ronnie Peterson. Es gab einen Überraschungssieger, der vom zwölften Startplatz kam und das entscheidende Überholmanöver 1,5 Kilometer vor dem Ziel abschloss. Peterson schenkte Lotus einen Sieg, den man Mario Andretti gestohlen hatte, weil Colin Chapman zu wenig Sprit in den Tank gefüllt hatte.
 
Der Schwede stieß erst 20 Runden vor Schluss zur Spitzengruppe, nachdem er Alan Jones, Jody Scheckter und John Watson hinter sich gelassen hatte. Er profitierte in der letzten Runde davon, dass Patrick Depaillers Tyrrell Schwierigkeiten mit der Benzinversorgung bekam. Unbelohnter Held war Patrese im erst dritten Rennen des neuen Arrows-Rennstalls. Der Italiener führte mit sieben Sekunden Vorsprung, als ihm 14 Runden vor Schluss ein Motorschaden den Sieg klaute.

Nummer 400: GP Österreich 1984, Sieger: Niki Lauda

Elf Mal trat Niki Lauda bei seinem Heim-Grand Prix an. Nur ein Mal gewann er. 1984 erwarteten Laudas Landsleute einen Sieg. Die McLaren-Porsche waren haushoch überlegen. Eigentlich konnte nur Teamkollege Alain Prost den Heimsieg gefährden, doch der Franzose rutschte auf einer von Elio de Angelis gelegten Ölspur in der Jochen Rindt-Kurve in die Leitplanken.
 
Lauda siegte mit Herzklopfen. Kurz nachdem er Nelson Piquet von der Spitze verdrängt hatte, rührte Lauda im Getriebe und fand keine Gänge. Er wollte schon aufgeben, da meldeten sich die Gänge zwei, drei und fünf zurück. So fuhr der Lokalheld zum Sieg. Die Brabham-Crew merkte von Laudas Problemen nichts. Piquet fuhr im Schongang weiter, um seinen zweiten Platz nicht zu gefährden.

Nummer 500: GP Australien 1990, Sieger: Nelson Piquet

Nach der Kollision der WM-Kandidaten Ayrton Senna und Alain Prost beim Rennen zuvor in Suzuka schien die Luft raus zu sein aus dem Finale. Senna kam als Weltmeister nach Adelaide. Prost war verstimmt. Trotzdem wurde der 500. Grand Prix ein großes Rennen. Senna wollte noch einmal ein Zeichen setzen und stürmte auf und davon. Bei Halbzeit stellten sich Probleme mit den vorderen Bremsen und dem Getriebe ein.
 
Nigel Mansell rückte dem McLaren näher. Erst als der Ferrari-Pilot in einen Notausgang rutschte und sich dabei die Reifen eckig bremste, hatte Senna Ruhe. Nelson Piquet eroberte den zweiten Platz und nahm Kurs auf Senna. Mansell ließ für das Finale frische Reifen aufziehen. Piquet wollte durchfahren. Der alte Fuchs hatte anfangs Reifen und Bremsen geschont.
 
Als Senna in einen Reifenstapel flog, kam es zum großen Showdown der Erzfeinde Piquet und Mansell. In der letzten Runde startete Mansell einen Generalangriff am Ende der Brabham-Gerade. Er bremste so spät, dass er über das Ziel hinausschoss und Piquet kontern konnte. Einen Kilometer später wurde der Benetton-Pilot mit 3,1 Sekunden Vorsprung auf den Ferrari als Sieger abgewinkt.

Nummer 600: GP Argentinien 1997, Sieger: Jacques Villeneuve

Jacques Villeneuve gewann das zweite Saisonrennen im Krankenstand. Den Kanadier plagte eine Darmgrippe. Williams schickte seinen WM-Favoriten mit drei Stopps ins Rennen. Auch das Siegerauto war krank. Villeneuve rapportierte Getriebeprobleme. Die weichen Reifen auf dem Williams warfen Blasen und provozierten Untersteuern. Trotzdem hielt er Eddie Irvine in Schach, der mit zwei Boxenstopps über die Distanz kam.
 
Doch Irvines letzter Reifensatz hatte zwölf Runden mehr auf der Lauffläche. Ferraris Nummer zwei beschränkte sich auf Ankommen. Italiens Medien hatten im Vorfeld seinen Kopf gefordert. Da waren sechs Punkte wichtiger als ein Harakiri-Angriff auf den Spitzenreiter. Ralf Schumachers dritter Platz im Jordan wurde nur verhalten gefeiert. Der Bruder von Michael Schumacher hatte bei seinem dritten GP-Start Teamkollege Giancarlo Fisichella von der Strecke bugsiert. Eddie Jordan zwang Ralf dazu, sich bei Fisichella zu entschuldigen. Der lehnte den Handschlag ab.

Nummer 700: GP Brasilien 2003, Sieger: Giancarlo Fisichella

Es war der einzige Grand Prix mit zwei Siegern. In Interlagos kletterte Kimi Räikkönen vor Giancarlo Fisichella auf das Podium. Der dritte Platz blieb leer. Fernando Alonso lag im Krankenhaus. Der Spanier hatte mit einem bösen Crash auf der Zielgeraden für den Rennabbruch gesorgt. In der Verwirrung um die Frage, wer wann vorne lag, verzählte sich die Rennleitung um eine Runde und erklärte Räikkönen zum Sieger.
 
Vier Tage später wurde Fisichella nach dem Studium der Zeitnahme zum Sieger gekürt. Elf Tage danach bekam der Römer in Imola den Pokal nachgereicht. Es war ein echtes Chaosrennen. Erst Regen, dann abtrocknende Strecke. Nur in der Curva do Sol lief bis zum Rennende ein Bach über die Piste. Auf Trockenreifen wurde die 230 km/h schnelle Kurve zum Schrottplatz. Michael Schumacher, Juan Pablo Montoya, Jenson Button, Antonio Pizzonia, Jos Verstappen und Justin Wilson flogen in der Kurve in die Wand.

Nummer 800: GP Singapur 2008, Sieger: Fernando Alonso

Es war das Rennen, das unter dem Titel "Crashgate" in die F1-Geschichte einging. In der 14. Runde krachte der weit zurückliegende Nelson Piquet junior an einer engen Stelle des Marina Bay Circuits mit seinem Renault R28 in die Mauer. Wie erwartet rückte das Safety-Car aus. Zwei Runden zuvor hatte Teamkollege Fernando Alonso beim ersten Tankstopp die kritischen weichen Reifen gegen harte getauscht. Verdächtig früh für einen, der wegen eines Problems mit dem Benzindruck nur von Platz 15 startete.
 
Der Stopp warf Alonso ans Ende des Feldes zurück. Doch weil das Gros der Piloten die Neutralisation zum Tankstopp nutzte, rückte Alonso innerhalb von vier Runden auf Rang 5 vor. Nur noch Nico Rosberg, Jarno Trulli, Giancarlo Fisichella und Robert Kubica lagen vor dem Renault-Piloten. Alle vier räumte ihm der spätere Rennverlauf aus dem Weg. Knapp ein Jahr später flog der Schwindel auf. Piquet junior war auf Anweisung in die Mauer abgebogen, damit Alonso gewinnen konnte. Teamchef Flavio Briatore und Chefingenieur Pat Symonds wurden für fünf Jahre gesperrt.

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