Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Das Einmann-Team

Lotus verschenkt erneut Punkte

Pastor Maldonado - GP Bahrain 2015 Foto: Wilhelm 59 Bilder

Lotus trauert verlorenen Punkten nach. Bis jetzt blieben mindestens 25 Zähler auf der Strecke. Meistens verschenkt sie Pastor Maldonado. Auch in Bahrain. Der Venezolaner war trotz zwei Fehlern auf der Fahrt zu Platz 7, als ihm ein dritter Schnitzer unterlief.

21.04.2015 Michael Schmidt

Lotus kommt langsam in Fahrt. Romain Grosjean räumte zum zweiten Mal in Folge 6 Punkte ab. Der Franzose erledigte damit seinen Auftrag. Der sechstplatzierte Daniel Ricciardo lag außer Reichweite. Doch wie in Shanghai hätten die Lotus-Piloten auf den Rängen 7 und 8 landen müssen. Wieder war es Pastor Maldonado, der ein zweites Ergebnis für Lotus in den Top Ten vergeigte.

Der Venezolaner war erneut schneller als Grosjean. Obwohl er von Startplatz 17 kam, mit den harten Reifen ins Rennen ging und von Beginn an auf eine Dreistopp-Strategie gesetzt wurde, nahm er Kurs auf den siebten Platz, wie Einsatzleiter Alan Permane vorrechnet: "Pastor wäre vor Romain ins Ziel gekommen. Unsere Dreistopp-Strategie wäre perfekt aufgegangen."

"Pastor hatte viele neue Reifensätze, und sogar der Start auf den harten Reifen hat gepasst. Für den letzten Stint haben wir für ihn einen frischen Satz weicher Reifen aufgehoben. Er wäre an allen Autos vor ihm locker vorbeigefahren. Sie waren größtenteils auf gebrauchten harten Reifen unterwegs. Unser größtes Problem wäre gewesen, den Zweikampf mit Romain zu kontrollieren."

Maldonado verschenkt 2 Startplätze

Zu diesem Zeitpunkt hatte Maldonado bereits drei Böcke geschossen. Es begann damit, dass er sich auf dem falschen Startplatz einordnete. Ohne daraus einen Vorteil zu ziehen. "Er ist auf Startplatz 18 losgefahren statt auf 16. Ich glaube, er war verwirrt, weil wir ihm gesagt haben, dass Massa in der Startaufstellung fehlt. Ohne die Fünf-Sekunden-Strafe wäre der siebte Platz noch einfacher geworden. Wir hätten Ricciardo zwar trotzdem nicht gekriegt, wären aber näher dran gewesen."

In der ersten Runde auf neuen Reifen fuhr der Sieger des GP Spanien 2012 mehr neben als auf der Strecke. Als die Medium-Reifen endlich warm gefahren waren, versuchte er verlorenen Boden wieder wettzumachen, und fuhr Felipe Massa ins Heck. "Er hat einfach seinen Bremspunkt verpennt", beschwerte sich der Williams-Pilot. Am Lotus nahm der Frontflügel leichten Schaden. "Das hat ein paar Punkte Abtrieb gekostet, war aber nicht so schlimm."

Das Problem mit der "Stuck-Throttle-Strategie"

In der 41. Runde lieferte der Südamerikaner den nächsten Slapstick-Auftritt ab. Als er sich zum dritten Reifenwechsel in der Boxeneinfahrt einbremste, löste er die die sogenannte "Stuck-Throttle-Strategie" aus. Ein Sicherheitsmodus seit dem Bianchi-Unfall. "Er hat gebremst und gleichzeitig Gas gegeben. Das hat den Motor abgestellt. Dann ist er langsam Richtung unsere Box gerollt. Dort mussten wir das System neu starten. Die ganze Startprozedur dauert leider sehr lange. Wir haben eine Runde verloren", ärgert sich Permane.

Der Lotus verbrachte mit kochenden Bremsen 2:42 Minuten an der Box. Damit waren WM-Punkte Illusion. Immerhin feierte Maldonado auf Platz 15 seine erste Zielankunft und scheint somit erstmals im WM-Stand auf. Trotzdem ist der Vorfall aus Sicht von Lotus ärgerlich. "Wir haben viele Punkte verschenkt. Das Auto ist gut für Platz 5 in der WM. Heute hätten wir 10 Punkte machen müssen. Wie in China. Es wurden wieder nur sechs."

Lotus muss Traktion finden

Lotus liegt nach eigener Einschätzung in Sachen Pace knapp hinter Red Bull. Die Hoffnung, die früheren Weltmeister einzuholen, ist gering. "Sie haben einfach mehr Ressourcen als wir. Das Auto ist schon stark. Man kann es daran erkennen, wie gut der Red Bull die Reifen behandelt. Ich bin sicher, die kommen mit einem riesigen Upgrade nach Barcelona. Wir kämpfen da gegen eine riesige Maschinerie."

"Unsere einzige Trumpfkarte ist, dass sie Startplatzstrafen bekommen werden und wir nicht. Aber wir können die anderen Teams hinter uns in Schach halten. Wir müssen uns nur auf unsere Stärken konzentrieren. Die Boxenstopps waren sehr gut, beide Strategien haben funktioniert, das Auto ist eine gute Basis. Wir müssen nur noch mehr Abtrieb finden."

Auch Lotus plant für den GP Spanien ein Facelift des E23. Permane verrät: "Wir bringen eine neue Nase nach Barcelona. Außerdem viele kleine Modifikationen rund um den Diffusor und die hinteren Bremsbelüftungen. Da versteckt sich unglaublich viel Potenzial für Abtrieb. Unser Auto reagiert darauf sehr sensibel. In dem Bereich müssen wir arbeiten. Unser Auto ist schnell auf der Geraden, gut auf der Bremse, hat eine schöne Balance am Scheitelpunkt der Kurven, aber wir brauchen mehr Traktion."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden