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Das Ferrari-Geheimnis von Interlagos

Foto: Ferrari 53 Bilder

Der umjubelte Titelgewinn von Lewis Hamilton in Sao Paulo kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Ferrari beim Saisonfinale klar das stärkste Auto war. Dabei war vor allem der schonende Umgang mit dem Reifen von entscheidender Bedeutung.

05.11.2008

Seit drei Jahren ist Interlagos fest in der Hand von Ferrari. 2006 und 2008 gewann Felipe Massa, im letzten Jahr Kimi Räikkönen. Jeweils mit Respektabstand. Die roten Autos waren im Training wie im Rennen unantastbar. Da konnte McLaren-Chef Ron Dennis lange erzählen: "Wir waren nie am Limit, wir haben nie versucht, etwas zu riskieren." McLaren-Mercedes hätte in Brasilien alles riskieren können, für Hamilton hätte es nicht gereicht.

Die Erklärung für Ferraris Dominanz in Interlagos liefern die Reifen. Interlagos ist eine Strecke, die den Reifen extrem fordert. Nach den harten Mischungen von China waren die Reifentypen "soft" und "medium" im Einsatz. Das war zwar eine Stufe härter als im Vorjahr, aber immer noch weich genug, um alle anderen außer Ferrari und Toyota in Schwierigkeiten zu bringen.

Regen erlöst Gegner

"Der weichere der beiden Reifen war an der Grenze", erzählte Ferrari-Technikchef Aldo Costa. Ferrari notierte leichtes Körnen, das aber schnell verschwand. Alle anderen hatten so starkes Körnen mit dem weichen Reifen, dass ihn sich jeder bis zum Schluss aufheben wollte. "Wir hatten unseren Schlussturn deswegen extrem kurz geplant", berichtete Renault-Chefingenieur Pat Symonds.

Der Regen erlöst die Gegner von Ferrari. Sobald es nur einmal nass ist, wird die Regel, wonach man beiden Reifentypen mindestens einmal fahren muss, aufgehoben. Ferrari war auch auf der harten Mischung eine Macht. Sieger Massa erklärt warum: "Wir sind immer dort gut, wo die Strecke den Reifen strapaziert und haben dort Mühe, wo wir den Reifen strapazieren müssen, damit er arbeitet." Körnen war trotz der im Vergleich zum Vorjahr härteren Mischungen ein Thema.

Kälte verstärkt das Problem

Fernando Alonso erklärte den scheinbaren Widerspruch. "Die Autos sind in den Kurven schneller geworden. Das fordert die Reifen mehr. Die kühlen Temperaturen haben das Problem weiter verschärft." Ausnahmsweise litten auch die Hinterreifen. "Es gibt viele Ecken hier, aus denen man den Speed mitnehmen muss. Du gibst Gas, bevor das Auto gerade steht. Deshalb drehen die Hinterräder oft durch, und das provoziert das Körnen", präzisiert Sebastian Vettel.

Als klar war, dass Ferrari nicht zu biegen ist, setzte McLaren auf eine konservative Strategie. Bei Lewis Hamiltons Auto wurde sukzessive der Abtrieb erhöht, um die Reifen zu schonen. "Und um im Mittelsektor mit den vielen Kurven nicht allzu sehr gegen Ferrari abzufallen", ergänzte Teamdirektor Martin Whitmarsh. Trotzdem war der neue Weltmeister mit 315,7 km/h auf der langen, bergauf führenden Zielgeraden der schnellste. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Mercedes-V8 der Klassenprimus im Feld war.

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