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Das Geheimnis von Force India

Platz 2 mit 100 Millionen Euro

Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1 - Test 1 - GP Bahrain 2014 Foto: xpb 23 Bilder

Force India liegt auf dem zweiten Platz der Konstrukteurs-Wertung. Vor Red Bull und Ferrari. Aber auch vor den Mercedes-Kunden McLaren und Williams. Das Team von Vijay Mallya zählt zu den kleineren in der Boxengasse. Trotzdem düpiert Force India seit Jahren die Big Shots.

10.04.2014 Michael Schmidt

Eigentlich ist es eine Ohrfeige für Red Bull, Ferrari und McLaren. Force India ist Zweiter in der Konstrukteurs-WM und Nico Hülkenberg Dritter bei den Fahrern. Vor McLaren, Red Bull und Ferrari. Vor Sebastian Vettel, Fernando Alonso und Jenson Button. Der Mercedes-Motor allein ist keine Entschuldigung für die Teams, die von Force India derzeit in den Schatten gestellt werden.

Der Rennstall aus Silverstone ist auch besser als die anderen Mercedes-Kunden McLaren und Williams. Mit 340 Mitarbeitern und 100 Millionen Euro Budget. Der Etat wurde in diesem Jahr dank mexikanischer Sponsoren um 15 Prozent aufgestockt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Teams rechnet Chef Vijay Mallya mit einer dreistelligen Millionensumme.

Force India ist auf Effizienz getrimmt

Die Mannschaft will Sportdirektor Otmar Szafnauer nicht vergrößern. "Wir funktionieren so wie wir sind und haben die ideale Mischung." Wer jemals in der ehemaligen Jordan-Fabrik in Silverstone war, schätzt den Erfolg von Force India noch höher ein. Im Vergleich zu dem Hightech-Tempel von McLaren ist das noch ein guter alter Garagisten-Bau aus der Kreidezeit des Motorsports. Mangels Platz werden viele Komponenten außer Haus produziert.

Deshalb ist Force India auf Effizienz getrimmt. Seit Jahren hält sich das Team mit der indischen Lizenz im oberen Mittelfeld. Hin und wieder ärgert man die Großen. Beim GP Bahrain sahnten Sergio Perez und Nico Hülkenberg mit 25 Punkten groß ab. "Der dritte Platz von Perez wurde uns nicht geschenkt", betont Szafnauer. "Wir haben ihn aus eigener Kraft herausgefahren."

Force India wünschte sich Hitze

Eigentlich war das Flutlicht-Rennen für die grün-orange-schwarzen Autos nicht ideal. Wäre es heiß gewesen, hätten die Force India noch besser ausgesehen. Doch in der Nacht kühlten die Temperaturen auf 25 Grad ab. "Schlecht für uns", fluchte Technikchef Green. "Bei Hitze machen wir auf die anderen Boden gut, weil wir bei der Kühlung Luft nach oben haben. Wir müssen die Verkleidung nicht wie die anderen zusätzlich öffnen."

Force India hatte in Bahrain nichts Neues am Auto. Szafnauer: "Der Fortschritt kam, weil die Ingenieure das Auto immer besser verstehen." Und der Amerikaner glaubt: "Mit Nico und Sergio haben wir auch eine der besten Fahrerpaarungen im Feld."

Priorität hatte die Gewichtsreduzierung

Die Design-Mannschaft von Andy Green macht ziemlich viel richtig. Die Philosophie ist immer die gleiche. Zu Saisonbeginn wird ein Auto gebaut, das zuverlässig mitrollen und Punkte holen kann. Etwas konservativ, aber ausbaufähig. "Wir können uns keine Experimente leisten, die schiefgehen. Bei uns muss der erste Schuss sitzen", bedauert Green.
 
Dann wird der Cocktail mit eigenen Ideen und den Anleihen von der Konkurrenz gewürzt. Die Ingenieure sind geübt im Kopieren. Sie suchen sich treffsicher das aus, was zu ihrem Auto passt. Und sie setzen Prioritäten. Ganz oben im Lastenheft stand Abspecken.
 
Vor den Testfahrten lag der VJM07 zehn Kilogramm über dem Mindestgewicht von 691 Kilogramm. Jetzt wird er dank eines Leichtgewicht-Chassis mit zehn Kilogramm Ballast bestückt. Das hat nicht einmal das Werksteam geschafft. "Weniger Gewicht und mehr Spielmöglichkeiten beim Trimmen sind garantierte Rundenzeit. Das ist Physik", erklärt Green.

Entwicklung in zwei Stufen

Jetzt läuft der Entwicklungsprozess an. In China bekommt der VJM07 neue Flügel, Unterboden, Leitbleche und Aufhängungen. Auf dem Papier bringt das 15 Punkte mehr Abtrieb, besseren mechanischen Grip und eine halbe Sekunde auf der Strecke. In einem Kraftakt hat es die Produktion geschafft, den Renneinsatz um einen Grand Prix vorzuziehen.
 
Zum GP Kanada kommt ein neues Kühlpaket mit einer enger anliegenden Verkleidung und kleineren Kühlauslässen. Neue Kühler haben bei Force India eine Produktions-Vorlaufzeit von zwölf Wochen. Szafnauer: "Wir müssen bei den üblichen Lieferanten anstehen und haben nicht das Geld wie Red Bull, uns in Australien einen exklusiven Ausrüster zu suchen, der es in acht Wochen hinkriegt."
 
Hülkenberg will noch keine Wertung abgeben, wer das beste Mercedes-Kundenteam ist. "Es hängt von der Streckencharakteristik ab, ob McLaren, Williams oder wir besser sind." Zur Zeit führt Force India die interne Sterne-Wertung an.

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