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Das Geheimnis von Toro Rosso

Foto: Red Bull 56 Bilder

Es war die ausgelassenste Siegesfeier der Formel 1 in den letzten Jahren. Noch drei Stunden nach dem Rennen ließen sich die Toro Rosso-Mitarbeiter gegenseitig hochleben. Immer mittendrin: Ihr Superstar Sebastian Vettel. Vater Norbert konnte es nicht fassen. "Das ist doch irre, was hier abgeht."

15.09.2008 Michael Schmidt

Viele Teammitglieder hatten Tränen in den Augen. Sie sind schon seit Minardi-Zeiten an Bord. Unter dem Namen Minardi war der Rennstall ziemlich erfolglos unterwegs. Von 1985 bis 2005 gab es nur 38 Punkte. Jetzt schickt sich das B-Team von Red Bull an Platz sechs in der Konstrukteurs-WM zu festigen. An der A-Mannschaft ist man mit Sebastian Vettels Sieg in Monza bereits vorbei gezogen. Selbst der vierte Platz ist nicht mehr so unrealistisch. Auf Toyota und Renault fehlen noch 14 Zähler. "So wie die im Moment drauf sind, können die uns noch gefährlich werden", glaubt Fernando Alonso.

Erster Ferrari- und McLaren-Verfolger

Alonso hält Toro Rosso für die dritte Kraft. BMW-Pilot Robert Kubica pflichtet bei. "Sie waren die letzten zwei Rennen sogar schneller als wir." Auf jeden Fall arbeitet das kleinste Team im Feld effizienter als die Konkurrenz. Das Budget beträgt ein Viertel der Top-Teams, man macht den Job mit einem Achtel des Personals. Einer der Architekten ist Technikdirektor Giorgio Ascanelli, der früher bei Ferrari und McLaren gearbeitet hat. Der Italiener bleibt auf dem Teppich: "Ich habe dafür gesorgt, dass diese Truppe wieder an sich glaubt. Der Wille kann Berge versetzen."

Sebastian Vettel erinnert daran, was aus diesem Rennstall innerhalb eines Jahres geworden ist. "Ich kenn die Startaufstellung nun aus allen Positionen. Die Arbeit, die Toro Rosso in so kurzer Zeit geleistet hat, ist unbeschreiblich. Die Jungs sind bis in die Zehenspitzen motiviert. Sie kommen mit einem Lachen im Gesicht an die Arbeit." Diese Lockerheit ist ein Teil des Erfolges. Der andere ist der Führungsstil von Gerhard Berger und Franz Tost, die angesichts beschränkter Mittel Prioritäten setzen.

Gute Zusammenarbeit

Während man bei der Konkurrenz oft den Eindruck hat, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut, hat das Trio Berger, Tost und Ascanelli die Arbeitsaufteilung klar strukturiert. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Franz Tost antwortete auf die Frage, wie lange nun in der Fabrik gefeiert würde: "Ich fliege morgen nach Jerez. Dort testen wir Mitte der Woche mit Sato und Buemi potenzielle neue Fahrer."

Sebastian Vettel bekam seinen ersten Sieg nicht geschenkt. "Er hat zu jedem Zeitpunkt das Rennen kontrolliert", lobte Tost. Vettel gab das Kompliment zurück. "Die Strategie war perfekt, die Boxenstopps auch." Tost zählte die vier Gründe auf, warum man Vettel mit einer Zweistoppstrategie mit einem frühen Tankstopp in Runde 18 ins Rennen geschickt hatte. "Erstens wollten wir beim Start vorne stehen. Zweitens wollten wir bei Regen freie Sicht haben. Drittens wollte wir die Reifen nicht mit zuviel Gewicht überfordern. Viertens wollten wir flexibel bleiben, für den Fall, dass wir von Extremwetterreifen auf Intermediates wechseln müssen." Da kann man nur sagen: Auftrag erfüllt.

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