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Das Grosjean-Wunder

Wie gut ist der neue Lotus?

Formel 1-Test, Jerez, 9.2.2012, Romain Grosjean, Lotus Renault GP Foto: xpb 20 Bilder

Romain Grosjean schrieb die Geschichte des dritten Testtages. Der Franzose fuhr die beste Zeit der neuen Autos und war dabei acht Zehntel schneller als Sebastian Vettel. Bahnt sich hier ein Wunder an? Der neue Lotus bekommt Bestnoten von allen Beobachtern.

09.02.2012 Michael Schmidt

Was für zwei Comebacks. Am Montag gab Kimi Räikkönen sein erstes Gastspiel nach zwei Jahren Pause. Der Finne rief sich mit der Tagesbestzeit in Erinnerung. Zwei Tage später überraschte Romain Grosjean die Formel 1-Gemeinde mit einer Zeit, die acht Zehntel unter Sebastian Vettels bester Runde blieb. Räikkönen und Grosjean sitzen im gleichen Auto. Dem Lotus E20-Renault.

Konkurrenz beeindruckt von Lotus

Nachdem im Vorjahr auch Robert Kubica und Nick Heidfeld mit Bestzeiten im Testwinter überrascht hatten, sind Zweifel angebracht. Ist das nur ein Strohfeuer oder ein Vorbote von einer Wachablösung an der Spitze? Sebastian Vettel glaubt nicht an Showrunden. Er verweist auf die Konstanz der Rundenzeiten bei Lotus. "Bei Ferrari, McLaren und uns gibt es da noch Fragezeichen."

Nico Hülkenberg bezeichnete das schwarze Auto nach dem Studium am Streckenrand als "Rakete mit unglaublich viel Grip". Auch Keke Rosberg stellte dem Lotus ein gutes Zeugnis aus: "Der und der Red Bull machen auf der Strecke den besten Eindruck."

Lewis Hamilton antwortete auf die Frage, wie er Grosjeans Zeit von 1.18,419 Minuten einschätzt, kühl: "Eine gute Qualifikationsrunde." Mark Webber wollte wissen, mit welchen Reifen der Franzose zum Zeitpunkt seiner Rekordrunden auf der Strecke war. Als ihm mitgeteilt wurde, dass der Lotus Medium-Reifen aufgezogen hatte, verzog der Australier sein hageres Gesicht. "Dann war das eine sehr gute Runde."

Lotus-Zeit mit wenig Sprit?

Hamilton unterstreicht das, weil ihm eine Bemerkung rausrutscht, die normalerweise nicht die Hürde der McLaren-Zensur passiert hätte. "Wir waren bei unseren schnellen Runden aggressiv mit dem Spirt unterwegs." Weniger kann dann auch bei Grosjean nicht im Tank gewesen sein. Hamilton war also unter vergleichbaren Bedingungen eine Sekunde langsamer.

Grosjean lächelte auf die Frage nach dem Tankinhalt: "Es war Benzin drin. Genug für die Runde. Wie viel sage ich nicht." Da er jeweils fünf Runden am Stück gefahren ist, lässt sich die Mindestmenge leicht berechnen: Irgendetwas zwischen 15 und 20 Litern.

Neuer Lotus einfach zu fahren

Grosjean strahlte über das ganze Gesicht. "Das Auto ist einfach zu fahren und in jeder Phase berechenbar. Vor allem in schnellen Kurven. Selbst wenn du mal über das Limit hinausgehst, lässt es sich einfach wieder einfangen. Ich kann diesem Auto vertrauen, ja ich kann mit ihm spielen."

Der 25-Jährige aus Genf hat wie Kimi Räikkönen zwei Jahre lang ausgesetzt. 2009 bestritt er sieben Rennen für Renault. Mit mäßigem Erfolg. Dann verschwand er in der Versenkung, fuhr GT1 und GP2. Bis ihm Teambesitzer Gerard Lopez eine zweite Chance gab. "Romain brauchte diesen Denkzettel. In seiner ersten Karriere ging alles zu glatt. Er hat sich mit dem GP2-Titel letztes Jahr den Platz verdient. Und jetzt liegt es an ihm, wie lange er bei uns bleibt."

Grosjean hat nun wieder einen Weltmeister als Teamkollegen. 2009 war es Fernando Alonso, diesmal ist es Kimi Räikkönen. "Wenn du im Cockpit sitzt und das Visier runterklappst, denkst du nicht daran, dass dein Teamkollege ein Weltmeister ist. Dann ist er ein Gegner wie jeder andere."

Bei der Konkurrenz macht man sich im Augenblick noch mehr Sorgen über Räikkönen. "Wenn Grosjean solche Rundenzeiten fährt, dann müssen wir erst Recht auf Kimi aufpassen. Der könnte ein Kandidat für Grand Prix-Siege werden", glaubt Webber.

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