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Das große Problem heißt Kühlung

Red Bull stanzt Löcher

Daniel Ricciardo - Red Bull - Jerez - Test 2014 Foto: Baldauf / SB-Medien 14 Bilder

Das große Problem der neuen Formel 1-Generation ist die Kühlung. Wer die Verkleidung zu eng anlegt oder die Luftauslässe zu eng gestaltet, bestraft sich selbst. Red Bull musste auch den letzten Testtag nach nur 7 Runden abblasen.

31.01.2014 Michael Schmidt

Die neuen Antriebseinheiten brauchen Kühlung. Der Bedarf stieg im Vergleich zum Vorjahr zwischen 15 und 25 Prozent, je nachdem welchem Ingenieur man zuhört. Während die herkömmlichen Öl- und Wasserkühler geschrumpft sind, braucht das Hybridsystem mehr frische Luft. Auch die gewachsenen Batteriepakete erhitzen sich unter Vollast. Dazu kommt noch der Ladeluftkühler. Unter der Heckverkleidung herrscht Platzmangel. Eine Power-Unit besteht aus drei Mal so viel Teilen wie ein V8 plus KERS. Die Unterbringung des Pakets war die größte Herausforderung an die Ingenieure. Ferrari hat zwei Jahre daran gearbeitet.

Red Bull-Star-Designer Adrian Newey war der radikalste

Für Aerodynamiker sind die Wünsche der Verpackungskünstler ein Affront. Alle Seitenkästen sind im Vergleich zum Vorjahr größer geworden. Die einen bauen in die Höhe, die anderen in die Breite, manche wurden sogar länger. Der neue Ferrari F14 T hat die kleinsten. Dank einer neuen Technik. Eine US-Firma liefert die Kühler, die auf 15 Prozent weniger Fläche die gleiche Kühlleistung bringen.

Adrian Newey war wie immer der radikalste. Sein RB10 wirkt hinten so schmal wie im letzten Jahr. Nur vorne sind die Seitenkästen wuchtiger. Die Kühlauslässe am Ende der Motorverkleidung sind winzig. Sie werden nur noch von Williams getoppt. Die Autos sind auf mehrere Kühlszenarien ausgelegt. Bei kühlen Temperaturen wie in Jerez haben viele mit Stufe 1 angefangen. Mercedes merkte schnell, dass das zu optimistisch war und erweiterte auf Stufe 3. Jeder Schritt kostet zehn Punkte Abtrieb. Bei Hitzerennen wird mit Stufe 5 gefahren.

Verbrennungen am Red Bull

Der Preis für das Risiko mit den zu optimistisch dimensionierten Kühlungen war hoch. Red Bull drehte kaum Runden. Immer wieder stellten die Fahrer ihr Auto rauchend in der Box ab. Am Freitag waren Brandspuren an der seitlichen Verkleidung zu sehen. Ungefähr dort, wo sich der Auspuff unter der Haube befindet. In unmittelbarer Nähe ist auch die Elektromaschine MGU-K platziert. Wenig später montierten die Red Bull-Mechaniker an der gleichen Stelle einen Schacht mit einem Schnorchel. Das sah nicht sehr Red Bull-like aus. Eher nach grober Handarbeit.

Trotzdem stand Red Bull am letzten Testtag fast nur in der Garage. Nach nur 7 Runden wurden die Experimente abgebrochen. Insgesamt kommt das Weltmeisterteam für die Woche damit auf 21 Runden. In Bahrain müssen Vettel und Ricciardo somit einiges aufholen. Die Konkurrenz von Mercedes, McLaren und Ferrari haben momentan deutlich die Nase vorn.

"Das war für uns ein sehr schwieriger Test", zieht Teamchef Christian Horner Bilanz. "Wir hatten einige Renault-Probleme, aber auch eigene Probleme mit der Kühlung des Chassis. Das hat unser Programm beeinträchtigt. Trotz der geringen Kilometerleistung haben wir aber herausgefunden, dass die Probleme zum nächsten Test in Bahrain gelöst werden können. Es war ja auch Sinn dieses frühen Tests, rechtzeitig über Probleme informiert zu werden. In den nächsten Wochen werden wir uns bei der Prüfstandsarbeit voll darauf konzentrieren sie zu lösen."

Renningenieur Andy Damerum fügte noch einige Details zum frühen Abschied an: "Wir haben 7 Runden absolviert. Und jedes Mal als Daniel rausging, konnten wir Verbesserungen in Sachen Motormanagement feststellen. Wir haben auch einige Reparaturen vorgenommen. Aber dann haben wir ein mechanisches Problem festgestellt, dass wir nicht mehr rechtzeitig beheben konnten."

"Da haben wir uns früh entschlossen abzureisen, die gesammelten Daten mitzunehmen und uns auf den nächsten Test in Bahrain zu konzentrieren. Zwei Wochen sind in Formel 1-Verhältnisse eine lange Zeit. Wir sind sicher, dass auch Renault mit aller Kraft daran arbeiten wird, die beobachteten Probleme zu beheben."

Hitze lässt Steuerung verrückt spielen

Die Hitze unter der Verkleidung hängt offenbar auch mit dem Renault-Energie-Problem zusammen. Wenn es zu heiß wird, spielt offenbar die Software verrückt. Im Ladebetrieb saugt sich die Batterie leer. Und das beschädigt den Energiespeicher. Toro Rosso hat ähnliche Probleme. Nur Caterham kommt zum Fahren. Offenbar sind unter der grünen Verkleidung die Temperaturen gerade noch verträglich für die empfindlichen Elektronikboxen. Der neue Toro Rosso STR9 ist im Heck fast so schlank wie der Red Bull. Auch da hat man das Limit zu stark ausgereizt.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen das aktuelle Red Bull-Problem in Bildern.

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