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Das kostet die 2017er Formel 1

Neue Autos ruinieren kleine Teams

Start - Formel 1 - GP Russland - 1. Mai 2016 Foto: Start - Formel 1 - GP Russland - 1. Mai 2016 31 Bilder

Mit der Absegnung der 2017er Autos hat sich die Formel 1 ein weiteres Eigentor geschossen. Die Autos werden schneller, die Rennen vielleicht langweiliger. Und die Kosten erdrücken die kleinen Teams. Sie rechnen mit einem Aufwand von 8 Millionen Euro extra.

05.05.2016 Michael Schmidt

Die breiteren Autos und Reifen kommen. Trotz Widerstand von acht der elf Teams. Obwohl die Fahrervereinigung GPDA in einem Brief an FIA-Rennleiter Charlie Whiting von den geplanten Änderungen abgeraten hat. Gefragt ist mehr mechanischer Grip und nicht mehr Abtrieb. Das könnte das Überholproblem verschärfen.

Ein genauso gravierendes Problem sind die Kosten, die mit der Regelreform verbunden sind. Sauber-Teammanager Beat Zehnder wundert sich über so viel Kurzsicht bei den Befürwortern des Neubeginns. "Du kannst keine Teile vom alten Auto auf das neue übertragen. Durch die breiteren Abmessungen und Reifen musst du alle Aerokomponenten und Aufhängungen von 2016 wegwerfen." Die Teams sind außerdem gezwungen, bis zu einem gewissen Zeitpunkt in der Saison zweigleisig zu entwickeln. Auch ein Faktor, der das Budget belastet.

Leichtgewicht-Transportkisten sind sündteuer

Doch damit nicht genug. Es gibt auch genügend versteckte Kosten, die in die Abrechnung des nächsten Jahres mit eingehen. Mercedes-Teammanager Ron Meadows erinnert an die Leichtgewicht-Transportkisten für Flügel und Felgen. "Die alten können wir wegschmeißen, weil die breiteren Flügel oder Felgen nicht mehr reinpassen. Die neuen kosten richtig viel Geld." Mercedes kann damit leben. Aber Teams wie Sauber, Force India oder Manor müssen jeden Cent zwei Mal umdrehen.

Eine Box für Frontflügel kostet 4.000 Euro. Die Transportkisten für die Felgen werden mit 7.000 Euro berechnet. Vier davon braucht ein Team. Für neue Reifenheizdecken bezahlen die Teams 750.000 Euro. Unterböden und Verkleidung werden in große Cargo-Container gepackt. Auch davon muss jedes Team eine extra Einheit bestellen. Kostenpunkt: 50.000 Euro. In die Container passen 600 Kilogramm Material. Die FOM berechnet seinen Kunden 200 Dollar pro Kilogramm extra. Das sind zusätzliche 120.000 Dollar Frachtkosten.

Pirelli hat 25 Testtage für die Reifen angesetzt. Damit trifft es jedes Team mindestens 2 Tage à 700 Kilometer. Den Kilometer kalkulieren die Teams mit 1.000 Dollar. Pirelli will aber nur 200 Dollar dazuzahlen. Da bleibt eine gute Million an den Teams hängen. Sauber hat noch keine genaue Kalkulation gemacht. Beat Zehnder aber fürchtet: "Auf 8 Millionen Euro extra kann es schon hinauslaufen."

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