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Das Problem der Streckenbegrenzung

Button mit dem besten Vorschlag

Lewis Hamilton - Mercedes - GP England - Silverstone - Qualifying - Samstag - 9.7.2016 Foto: sutton-images.com 49 Bilder

Eine andere Rennstrecke, das gleiche Problem. Asphaltzonen neben den Kurven laden die Piloten ein, über die Streckenbegrenzung zu räubern. Spielberg löste das Problem mit Randsteinen, Silverstone mit Strafen. Sechs Fahrer erwischte es. Gibt es eine Lösung für das Problem?

09.07.2016 Michael Schmidt 6 Kommentare

Das Thema ist so alt, wie es Auslaufzonen aus Asphalt gibt. Damit begann das Problem. Wie grenzt man die Rennstrecke zur Auslaufzone ab? Und wie zwingt man die Fahrer auf der Strecke zu bleiben? „In bestimmten Kurven ist es einfach schneller, wenn du die ganze Straßenbreite nutzt. Weil der Radius größer wird“, erklärte Lewis Hamilton.

Der Trainingsschnellste war einer von sechs Fahrern, denen in der Qualifikation eine Rundenzeit gestrichen wurde. Auch Max Verstappen, Fernando Alonso, Nico Hülkenberg, Kevin Magnussen und Jolyon Palmer gerieten ins Visier der Rennleitung und der Sportkommissare. FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte sich mit den Fahrern geeinigt, dass es in den Kurven Copse, Stowe und Club keinen Pardon gibt. Wer mit allen vier Rädern über die weiße Linie gerät, verliert seine Zeit. Fahrer-Kommissar Nigel Mansell drohte mit „null Toleranz“.

Aufhängungsbrüche in Spielberg, Strafen in Silverstone

Hamilton und Hülkenberg erwischte es in Copse Corner. Alonso wusste nicht einmal, wo genau: „Ich glaube, es war Kurve 15. Das war der einzige Platz, wo ich das Gefühl hatte, dass es eng geworden ist.“ Hülkenberg erklärt das Problem in der 250 km/h schnellen Copse-Kurve: „Du schmeißt das Auto in die Kurve rein und steigst irgendwann wieder aufs Gas. Da entscheidet sich, wie weit du nach außen getragen wirst. Wenn es eng wird, will keiner lupfen. Weil es so wie bei mir oft eine Zentimeter-Entscheidung ist.“ Hamilton sagte ungefähr das gleiche.

In Österreich wurde das Problem auf brachiale Weise gelöst. Der Rennstreckenbetreiber montierte auf Verlangen der FIA an den kritischen Stellen 50 Millimeter-Randsteine, teilweise mit 100 Millimeter-Killerkerbs in zweiter Reihe. Bei vier Autos gingen die Aufhängungen zu Bruch. Charlie Whiting drohte den Fahrern, dass die Österreich-Randsteine bald schon Standard werden könnten.

Flache Kerbs mit Kiesstreifen dahinter

Das führte zu einer 40 minütigen Diskussion. Es ist ein Thema, das schwer zu lösen ist, weil viele Rennstrecken gleichzeitig MotoGP-Rennen veranstalten. Was gut für die Formel 1 ist, muss nicht gut für Motorräder sein. Oft verlangen beide Kategorien genau das Gegenteil. Motorradfahrern wollen weder hohe Randstein noch den so genannten Astroturf. Der Kunstrasen könnte die Maschinen so abrupt verzögern, dass es zu Stürzen führt. Auch die Asphaltflächen sind bei den Zweiradassen nicht sonderlich beliebt. Sie fallen lieber in ein Kiesbett.

In der Formel 1 sind Kiesbetten in schnellen Kurven aus der Mode gekommen. Weil ein Auto bei hohem Speed einhaken und sich dann überschlagen könnte. Und weil es auf Kies schlechter verzögert. Jenson Button machte einen Vorschlag, der beiden Kategorien hilft. Der schlägt an der Außenseite der Kurven flache Kerbs vor mit einem Kiesstreifen dahinter. Dann könnte wieder Asphalt folgen. So würde kein Fahrer versuchen über den Randstein hinauszufahren.

Was im Training mit null Nachsicht bestraft wurde, wird im Rennen wie im letzten Jahr gehandhabt. Wer allein fährt und bei einem Ritt neben die Streckenbegrenzung Zeit gewinnt, muss sie innerhalb des 200 Meter-Sektors wieder hergeben. Kommt es öfter vor, meldet die Rennleitung den Fall den Sportkommissaren. Das gleiche gilt, wenn ein Fahrer in einem Zweikampf dadurch einen „dauerhaften Vorteil“ erzielt. „In dem Fall gibt es je nach Häufigkeit Fünf- oder Zehnsekundenstrafen“, meint Sauber-Teammanager Beat Zehnder.

Neuester Kommentar

''Achso... dann sind die meisten Fahrer in der F1 ja nichtmal halbwegs gut.''

So mein ich das nicht. Die Fahrer fahren ja nicht über die Tracklimits, weil sie dumm sind oder weil sie nicht fahren können. Sie fahren rüber, weil sie es bei den Auslaufzonen können und weil es nen Vorteil bringt. Vor 20 Jahren waren die Kerbs noch sehr hoch und da sind die Wagen ja auch nicht ständig darübergeflogen. Die Fahrer fahren so weit, wie sie können, denn ein guter Fahrer nutzt nunmal allen Platz, den er kreigen kann. Man sollte den Fahrern also nur so viel Platz bieten, wie man ihnen erlaubt. Wenn die Auslaufzonen durch Gras, Kies oder Wände ersetzt werden, dann zeigen die Fahrer schon, dass sie sich an die Streckenbegrenzungen halten können, wenn sie denn wollen. In Kanada fahren sie ja auch nicht ständig gegen die Mauern. Bringt ja auch keinen Vorteil. Aber über die Auslaufzonen in Silverstone zu fahren bringt halt doch Vorteile, deswegen macht es auch jeder ;)

LennySxE 10. Juli 2016, 16:04 Uhr
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