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Das Singapur-Geheimnis

Vertrauen ist alles

Nico Rosberg Foto: Williams F1 30 Bilder

Auf einer Singapur-Runde zählt vor allem der Kopf. Wenn der Fahrer Vertrauen in sein Auto hat, dann macht das locker drei bis fünf Zehntel aus. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel haben gezeigt, dass die Sicherheit im Kopf auch auf die Taktik Einfluss hat.

27.09.2009

Die beiden Fahrer in der ersten Startreihe haben eines gemeinsam. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel kamen mit einem Satz harter Reifen durch die erste K.O.-Runde in der Qualifikation. "Beide wussten um ihre Stärke", analysiert McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Du musst dir nur die Körpersprache von Lewis anschauen. Er war im Auto aggressiv und locker zugleich. Heikki Kovalainen war sich nicht ganz sicher und hat einen Satz weicher Reifen verschenkt."

Für Hamilton und Vettel zahlte sich das Vertrauen in ihre Stärke und die ihres Autos aus. Sie hatten für den Rest der Qualifikation noch das volle Kontingent weicher Reifen übrig. Vettel ging sogar noch einen Schritt weiter. Um sich vier neue Reifen für das Rennen aufzusparen, ging er mit einem Satz angefahrener Reifen in die letzten zehn Minuten. Und fuhr trotzdem die zweitschnellste Zeit.

Button verzockte sich

Bei Jenson Button war es umgekehrt. Das Vertrauen schwand mit dem ersten Versuch in Q2. Als er mit einem gebrauchten Satz weicher Reifen nicht auf Tempo kam und nur noch einen Schuss in der Hinterhand hatte, begann er am Setup herumzudoktern. Er ließ den Reifendruck absenken und bezahlte prompt mit einem Auto, das beim Bremsen vorne aufsetzte. Die entscheidende Runde ging mit einem Verbremser in Kurve 7 voll in die Hose.
 
Ganz anders Rubens Barrichello. Auch der große Herausforderer des Engländers stand mit seinem zweiten Versuch in Q2 unter dem Druck, eine schnelle Runde auf den Asphalt zaubern zu müssen. Auch Rubinho hatte Probleme mit einem Auto, das ständig Bodenkontakt hatte. "Ich bin einfach eine Chaosrunde gefahren", strahlte der Brasilianer, der im Gegensatz zu Button eine Runde weiterkam. In Q3 traute er sich dann etwas zuviel zu. "Ich bin volles Risiko gegangen, weil ich wegen der Strafversetzung um fünf Plätze soweit vorne wie möglich stehen wollte." Das Ergebnis: ein heftiger Einschlag in die Mauer.

McLaren analysiert Rosbergs Traumrunde
 
Nico Rosberg zeigte in Q2, was der Kopf ausmachen kann. Der Williams-Pilot drehte die absolut schnellste Runde des Wochenendes. Auf dem zwei Kilometer langen Sektor zwei nahm er der gesamten Konkurrenz drei Zehntel ab. Ein Klassenunterschied bei den engen Abständen. Sogar der sonst mit Lob eher sparsame Technikpapst Patrick Head zeigte sich gnädig: "War das nicht eine Superrunde?" Die Rundenzeit war so gut, dass McLaren bei der Regie der Fernsehproduktion umgehend Aufnahmen von Rosbergs Bordkamera in dieser Runde bestellte. "Wir wollten uns anschauen, wie Nico die Randsteine genommen hat und welche Linie er gefahren ist."
 
Rosberg gab zu: "Es hat jede Kurve gepasst. Ich habe mich in meinem Auto einfach wohl gefühlt." Wer zuviel denkt, richtet unter Umständen Schaden an. Während Mark Webber sein Setup laufend adaptierte, um in seinem schwachen Sektor Zeit zu finden, rührte Vettel das Auto in der Qualifikation nicht mehr an. "Man darf sich da nicht verrückt machen lassen. Das Setup passt nie für die ganze Runde. Irgendwann musst du dich damit abfinden und einfach Gas geben."

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