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Das Verstappen-Wunder

Erster Red Bull-Auftritt, erster Sieg

Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2016 - Barcelona Foto: xpb 68 Bilder

Max Verstappen hat sich beim Großen Preis von Spanien zum jüngsten Formel 1-Sieger aller Zeiten gekrönt. Der 18-Jährige nutzte seine Chance im ersten Einsatz für Red Bull eiskalt und ließ Kimi Räikkönen keine Chance. "Der Sieg jetzt ist unglaublich", jubelte Verstappen.

15.05.2016 Andreas Haupt

Es war das Duell zwischen dem jüngsten und ältesten Piloten im aktuellen Formel 1-Feld. Max Verstappen zählt gerade einmal 18 Lebensjahre. Kimi Räikkönen ist mit 36 Jahren doppelt so alt. Da müsste man meinen, dass der Routinier im Zweikampf um den Sieg den Youngster abkochen würde. Dem war beim Großen Preis von Spanien nicht so.

Verstappen kontrolliert Räikkönen

Das niederländische Wunderkind hatte den Iceman nach dessen letzten Boxenstopp in der 45. Runde im Nacken. Stück für Stück schob sich Räikkönen näher ans Heck des RB12. Doch Verstappen blieb cool und abgezockt wie ein Fahrer mit über 100 Grand Prix in seiner Laufbahn. Dabei war das Rennen in Spanien erst Nummer 24. "Seine große Stärke ist seine Ruhe. Er hat den Atem von Kimi gespürt. Über Funk hat er uns gesagt, dass wir Charlie Whiting sagen sollen, dass die Streckenposten die blauen Flaggen für die Überrundeten raushalten sollen. Max sagte das ohne Panik und Anspannung. Wie ein junger Mann, der alles im Griff hat", berichtete Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Verstappen hielt dem Druck Stand. Nach 66 Runden oder 1 Stunde, 41 Minuten und 40 Sekunden überquerte er als erstes die Ziellinie. In seinem ersten Einsatz für Red Bull. "Ich habe vor dem Rennen das Podium angepeilt. Der Sieg jetzt ist unglaublich. Dieser Grand Prix hat sich wie ein Langstreckenrennen angefühlt. Insbesondere die letzten 10 Runden."

Der ehemalige Toro Rosso-Pilot - für das Red Bull-Nachwuchsteam trat Verstappen noch bis zum Lauf vor Spanien an - startete vom vierten Platz ins Rennen. Wie das komplette Feld profitierte er nach dem Start vom Crash der beiden Mercedes-Piloten zwischen den Kurven drei und vier. Doch schon da zeigte Verstappen seine Klasse. "Ich habe hinter Daniel Abtrieb verloren. Dann habe ich wahrscheinlich innen die falsche Linie gewählt und Max ist außen durchgeschlüpft", berichtete Sebastian Vettel.

Verstappen zieht Strategie-Joker

Hinter Teamkollege Ricciardo ordnete sich Verstappen auf dem zweiten Rang ein. Und hielt den Abstand bei rund einer Sekunde. "Im ersten Stint habe ich die Softreifen gut gemanagt", erzählte der 18-Jährige. Nach Ricciardos erstem Stopp schnupperte Verstappen erstmals Führungsluft.

Nach seinem Reifenwechsel in der 12. Runde reihte sich Verstappen wieder hinter dem Schwesterauto ein. Es war Verstappens Glück. Die Red Bull-Strategen losten ihm die richtige Strategie zu. "Als Vettel an Sainz vorbei war, haben wir gesehen, dass er der schnellste Fahrer auf der Strecke war. Wir haben uns entschieden, ihn abzudecken. Ferraris einzige Chance ans uns vorbei war eine Dreistoppstrategie. Wir haben unseren besten Fahrer dann auf dieselbe Taktik gesetzt", erklärte Horner. Das war in dem Fall Daniel Ricciardo.

Verstappen blieb wie Räikkönen auf zwei Reifenwechsel eingestellt. Mit der Reifenfolge soft (Start), medium, medium. Das Glückslos am Rennsonntag. "Das Auto war unglaublich, als wir auf die Mediums gewechselt haben", freute sich der Siegfahrer. Zwischen Runde 28 und 33 übernahm er ein zweites Mal die Führung. Ab Umlauf 44 dann für den Rest des Grand Prix.

Verstappen teilt Reifen ein

Der Niederländer wählte die richtige Herangehensweise und streichelte seine Reifen nach dem letzten Wechsel. "Ich wusste, dass ich sie bis zum Ende bringen muss. Ich habe deshalb nicht zu sehr angegriffen. Das hat ganz gut geklappt." Zum Schluss ließ die Haftung jedoch nach. "In den letzten 10 Runden fühlte es sich an wie auf Eis."

Doch Verstappen hielt seinen RB12 auf Kurs. "Er hat das klasse gemacht, indem er die Bremsen nie blockiert hat oder zu tief in die Kurve hineingebremst hat. Nach der letzten Schikane hatte er immer mindestens 0,7 Sekunden Vorsprung. Kimi hatte keine Chance." Der Circuit de Barcelona-Catalunya ist ein eher unfreundlicher Kurs, was das Überholen angeht. Verstappen wusste, wie er Räikkönen in Schach halten konnte. "Ich musste den letzten Sektor gut hinkriegen und brauchte einen guten Ausgang aus der Schikane."

Mit seinem ersten Sieg krönte sich Verstappen zum jüngsten GP-Sieger der bisherigen F1-Geschichte. So durfte sich bis dahin Sebastian Vettel nennen. Verstappen war am Rennsonntag exakt 18 Jahre, sieben Monate und 15 Tage alt. "Heute ist der Tag von Max", lobte Vettel. "Das Alter zählt nicht. Wenn du schnell bist, gehörst du hier her in die Formel 1. Das hat er bewiesen."

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