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Defekt nach der Pole-Runde

Droht Hamilton eine Strafe?

Lewis Hamilton - McLaren - GP Spanien - 12. Mai 2012 Foto: xpb 76 Bilder

Lewis Hamilton kennt den Gang zur Rennleitung schon auswendig. In Barcelona hat der Trainingsschnellste aber nichts falsch gemacht. Er hat den McLaren in der Auslaufrunde abgestellt, weil ihn sein Team darum bat. Das könnte ihn die Pole Position kosten.

12.05.2012 Michael Schmidt

Lewis Hamilton ist Stammgast in der Rennleitung. Nach dem dritten Freien Training traf er sich dort bereits mit Michael Schumacher. Zuerst hatte Hamilton den Rekordsieger behindert, dann leistete sich Schumacher ein Revanchefoul. Für den Mercedes-Piloten gab es eine Verwarnung. Hamilton ging leer aus.

Hamilton muss in der Auslaufrunde parken

Nach dem Qualifying und  allen Rahmenrennen musste Lewis Hamilton zusammen mit Teamchef Martin Whitmarsh und seinem Renningenieur Andy Latham erneut bei FIA-Rennleiter Charlie Whiting antreten. Diesmal ging es um die Auslaufrunde nach der Trainingsbestzeit.

Hamilton kam nicht aus eigener Kraft in die Boxen zurück. Er stellte seinen McLaren zwischen den Kurven 8 und 9 auf Befehl des Teams ab. "Wir haben gesehen, dass sich ein technisches Problem anbahnt. Deshalb haben wir aus Vorsicht entschieden, das Auto abzustellen", erklärte Martin Whitmarsh.

Wäre Hamilton das Benzin ausgegangen, müsste er fünf Startplätze zurück. Er würde dann auf Rang sechs hinter Sauber-Pilot Sergio Perez zurückfallen, und Pastor Maldonado hätte seine erste Pole Position geschafft.

Verschleiert McLaren den wahren Gund?

Laut Whitmarsh befanden sich noch 1,3 Liter im McLaren-Tank. Genug, damit die FIA eine Spritprobe nehmen kann. Die Mindestmenge, die ein Team auf Anfrage abliefern muss, beträgt einen Liter. Welches technische Problem Hamilton zum Abstellen des Autos veranlasste, wollte Whitmarsh nicht sagen. "Solange wir uns in einem schwebenden Verfahren befinden, möchte ich nicht über den Grund sprechen."

Böswillige unterstellen McLaren, dass der Sprit von der Stelle, an der Hamilton ausrollte bis zum Parc Fermé nicht gereicht hätte, um später bei der FIA eine Benzinprobe von einem Liter abzuliefern. Im Rennspeed verbraucht ein Formel 1-Auto 2,9 Liter Sprit pro Runde (4,655 Kilometer). Vom Punkt des Stehenbleibens bis ins Ziel waren es aber noch gut 2,5 Kilometer. Hamilton hätte auch nicht im Schneckentempo zurückfahren dürfen. Auch für Auslaufrunden gilt ein Mindesttempo.

Benzinregel geht auf Mclaren zurück

Die Regel, wonach Autos im Training aus eigener Kraft den Parc Fermé erreichen müssen, wurde wegen Hamilton eingeführt. 2010 in Montreal war ihm tatsächlich der Sprit auf dem Weg zurück an die Boxen ausgegangen. Damals kamen er und McLaren mit einem blauen Auge davon. Als Reaktion beschloss die FIA, bei Wiederholung härter durchzugreifen.

Whitmarsh plädiert bei den Sportkommissaren auf "höhere Gewalt". Wenn er nachweisen kann, dass sich wirklich ein Defekt angebahnt hat, dann kommt Hamilton ungeschoren davon. Das sollte er eigentlich können, denn in der modernen Formel 1 lässt sich kein Defekt mehr vortäuschen. "Lewis hat diese Pole Position verdient. Er war konstant der schnellste Mann im Feld und ist wirklich eine Superrunde gefahren", nimmt Whitmarsh seinen Fahrer in Schutz. Ob das auch die FIA so sieht?

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