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Problemzone Formel 1-Rad

Defekte von Vettel und Hamilton geklärt

Lewis Hamilton Crash Foto: xpb 30 Bilder

Die Defekte von Sebastian Vettel und Lewis Hamilton in Barcelona sind geklärt. Beim einen versagten die vorderen Bremsen, beim anderen die Felge. Schon seit Saisonbeginn fällt auf: Die Räder und ihr Umfeld werden immer mehr zur Problemzone.

13.05.2010 Michael Schmidt

Kurz vor Schluss hatte der GP Spanien noch unerwartete Dramatik zu bieten: Lewis Hamilton verlor seinen zweiten Platz. Sebastian Vettel hatte noch Glück im Unglück. Trotz Bremsversagen wurde er noch dritter. In beiden Fällen waren die Ursachen für die Defekte zunächst mysteriös. Die hochgestochene Technik macht die Ursachenforschung zu einem Kriminalfall. Sie ist in den meisten Fällen erst in der Fabrik möglich.

Red Bull: Bremsscheibe bricht in Längsrichtung

Bei Sebastian Vettels Red Bull brach links vorne die Bremsscheibe in der Mitte durch, und zwar in Längsrichtung. Die beiden Scheibenflächen, die in der Mitte Kühllöcher aufweisen drehten sich aneinander vorbei. Der gleiche Defekt bahnte sich auch an der rechten Seite an, aber weil Vettel die letzten fünf Runden nur noch mit dem Motor bremste, kam es nicht zum Totalausfall der Vorderradbremsen.

Im Red Bull-Lager vermutet man, dass Vibrationen die Scheiben beschädigt haben. Das führt zu der Frage: Waren die Vorderräder beim Boxenstopp nicht perfekt fixiert? Schon minimale Toleranzen können Schwingungen verursachen.

McLaren: Radmutter locker, Felge gebrochen

Bei Lewis Hamilton konnte der Schaden bis zum Boxenstopp zurückgeführt werden. Der Mechaniker am linken Vorderrad hatte den Schlagschrauber eine Spur zu früh abgesetzt. Ausgerechnet links vorne. Das Rad wird wegen der schnellen Rechtskurven mehr belastet als die restlichen Räder. Teamchef Martin Whitmarsh erklärt den Schadensverlauf so: "Wegen der Toleranzen hat sich irgendwann die Radmutter leicht gelockert. Dadurch lief das Rad unrund, das Magnesiumteil erwärmte sich und ist irgendwann gebrochen."

Die Schäden von Barcelona sollten zu denken geben. Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass es im Umfeld der Räder Ärger gab. Denken Sie an Vettel in Melbourne. Oder Michael Schumacher in Malaysia. Offenbar haben die Teams bei der Konstruktion der Radmuttern und Radnaben so am Limit operiert, um möglichst schnelle Reifenwechsel zu garantieren. Wenn der betreffende Mechaniker beim Draufhämmern des Rades den geringsten Fehler macht, kommt es mit Runden Verspätung zu Komplikationen. Und das kann bis zum Ausfall des Fahrzeugs führen.

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