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Defektserie bei Mercedes

Warum trifft es immer Hamilton?

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 26. Juli 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Mercedes ist im Zwiespalt. Nico Rosberg startet beim GP Ungarn von der Pole Position, Lewis Hamilton aus der Boxengasse. Auch der Trainingsschnellste schwankt zwischen zwei Gefühlen. Einerseits ist es seine Chance den WM-Vorsprung auszubauen, andererseits hat er seine zehnte Pole Position fast kampflos erobert.

26.07.2014 Michael Schmidt

Lewis Hamilton wartete das Briefing gar nicht mehr ab. Kurz nach den TV-Interviews fuhr er mit seinem Trainer zurück ins Hotel. Was sollte er seinen Ingenieuren auch erzählen? Dass er nach drei Vierteln seiner ersten fliegenden Runde Flammen im Heck seines Mercedes sah? Dass er wie in Österreich, England und Deutschland nicht ohne Probleme durch die Qualifikation kam? Dass er wie am Hockenheimring am Start das Feld vor sich sehen wird?

Für Nico Rosberg war es die dritte Pole Position in Folge. Der WM-Spitzenreiter wusste schon nach sechs Minuten, dass er im Rest des Abschlusstrainings nur einen Gegner haben würde: sich selbst und die Umstände. Fast hätte es Rosberg zu Beginn des Q3 erwischt. Er rutschte in einem kurzen Regenschauer am Ende der Zielgerade aus.

Aber er hielt seinen Mercedes auf der Strecke: "Ich habe den Regen gesehen und es deshalb easy genommen. Deshalb konnte ich auch wieder auf die Strecke zurückfahren und bin nicht wie Magnussen in die Reifenstapel geflogen. Es hätte aber auch meine letzte Chance sein können, wenn der Regen stärker geworden wäre und die anderen noch eine Runde auf Slicks geschafft hätten."

Rosberg fuhr die perfekte Runde

Nachdem Rosberg da seinen Kopf aus der Schlinge gezogen hatte, entwickelte sich ein enges Duell mit Sebastian Vettel. Es ging um Hunderstelsekunden, bis Rosberg in der letzten Minute den Hammer auspackte. Der Mercedes-Pilot hängte Vettel noch um fast eine halbe Sekunde ab. "Das war eine perfekte Runde. Die hat einfach gesessen, und ich habe alles aus dem Auto herausgeholt", jubelte Rosberg.

Trotzdem blieb ein kleiner Beigeschmack: "Ich hätte die Pole lieber im Kampf gegen Lewis auf der Strecke geholt. Da geht ein bisschen die Euphorie verloren." Andererseits weiß Rosberg, dass er sich nicht zu viele Sentimentalitäten erlauben darf: "Das ist eine Chance, die ich nutzen muss." Darauf, dass ihn der Defekt auch hätte treffen können, will er keinen Gedanken verschwenden: "Ich stecke meine Konzentration nur in Dinge, die ich beeinflussen kann." Ein Gespräch unter Teamkollegen gab es nicht. "Da kann man nichts sagen, was Lewis den Tag verschönert hätte. Also sage ich besser nichts."

Zuverlässigkeit der größte Schwachpunkt

Auch bei Mercedes blickte man mit einem lachenden und weinenden Auge auf das Abschlusstraining zurück. "Nico ist eine unglaubliche Runde gefahren. Aber das mit Lewis darf uns nicht passieren", bilanzierte Niki Lauda. Teamchef Toto Wolff schickte hinterher: "Wir ärgern uns so wie Lewis über diesen Defekt, weil wir wollen, dass diese Weltmeisterschaft zwischen unseren Fahrern im letzten Rennen auf der Strecke entschieden wird. Deshalb müssen wir unsere Zuverlässigkeitsprobleme lösen." Mercedes hat bereits eine Sonderkommission ins Leben gerufen, die an einer besseren Qualitätskontrolle arbeitet.

Rosberg sieht in der Qualitätssicherung auch das größte Manko. "Das ist unsere Schwachstelle. Daran müssen wir am meisten arbeiten." Rosberg führt die immer wieder auftretenden Probleme auf zwei Ursachen zurück: "Erstens ist es immer etwas anderes und deshalb schwer zu greifen. Und zweitens sind wir jetzt langsam in einer Phase in der Saison, in der gewisse Teile ans Ende ihrer Lebensdauer kommen."

Podium noch möglich für Hamilton

Die große Frage ist jetzt: Wo kann Lewis Hamilton landen, wenn er aus der Boxengasse startet? Toto Wolff war ratlos: "Lewis ist ein starker Charakter. Der steckt das weg. Ich weiß nicht, wie weit vorne man in Ungarn landen kann, wenn man von ganz hinten startet. Wir müssen Lewis wahrscheinlich mit einer alternativen Stratiegie helfen. Dann kann er vielleicht auf das Podium fahren."

Rosberg glaubt, dass der dritte Platz möglich ist: "Mit dem Auto, das wir haben und dem Speed von Lewis muss man damit rechnen" Obwohl der Hungaroring zu den Strecken zählt, auf denen Überholen schwierig ist, sind Aufholjagden dokumentiert. Ralf Schumacher kämpfte sich 2003 nach einem Dreher vom 18.Platz auf Rang 4 nach vorne. Der damalige Williams-Pilot galt nicht gerade als Überholwunder. Und der Williams war 2003 lange nicht so überlegen wie der Mercedes 2014.

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