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GP Monaco 2015 (Analyse)

Denkfehler statt Computerpanne

Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Monaco - Sonntag - 24. Mai 2015 Foto: Wilhelm 60 Bilder

Warum wurde der Safety Car-Status geändert? Wie kam Carlos Sainz von hinten nach vorne? Hätte Daniel Ricciardo eine Strafe verdient? Die Antworten liefert wie immer unsere Rennanalyse.

24.05.2015 Michael Schmidt

War Hamiltons zweiter Stopp notwendig?

Er war völlig überflüssig. Auch wenn Nico Rosberg und Sebastian Vettel auf superweiche Reifen gewechselt hätten, besteht keine Gefahr. Hamilton hätte auch mit seinen ausgelutschten Reifen die Spitze gehalten. Dazu ist er zu routiniert und abgezockt. Vettel hat es gegen Hamilton ja auch geschafft. Außerdem hätte Hamilton schlimmstenfalls Rosberg im Genick gehabt. Es hätte also auf jeden Fall einen Mercedes-Sieg gegeben.

Der Mercedes-Computer hätte auch erkennen müssen, dass Ferrari Vettel nie und nimmer an die Boxen geholt hätte. Kvyat lag nur 17,3 Sekunden zurück. Zu wenig, um beim Boxenstopp vor dem Red Bull zu bleiben. Merke: Das wichtigste in Monte Carlo ist die Position auf der Strecke. Und die Lektion: Mercedes sollte nicht so datengläubig sein.

Warum schaffte es Vettel nicht an Rosberg vorbei?

Ferrari versuchte mit Vettel den "Undercut". Er funktionierte aus zwei Gründen nicht. Erstens lag Vettel in der Runde davor 2,2 Sekunden hinter Rosberg. Und dann geriet er beim Rausfahren aus der Box hinter Merhi. Das hat 1,5 Sekunden gekostet. Mit Kimi Räikkönen hat es Ferrari besser gemacht. Der Finne ging eine Runde nach Daniel Ricciardo an die Box. Und kam prompt vorbei. Warum: Ricciardo hatte eine langsame Runde in die Box und eine langsame nach der Ausfahrt. Räikkönen gewann beim Reinfahren 2,6 Sekunden auf seinen direkten Konkurrenten.

Hätte Ricciardo eine Strafe verdient?

Daniel Ricciardo rempelte sich in der ersten Runde nach dem Safety Car in der Mirabeau-Kurve an Kimi Räikkönen vorbei. Bei dem waren die abgefahrenen Reifen der Marke "Soft" noch nicht richtig auf Temperatur. Der Red Bull hatte die Supersoft-Gummis schnell angezündet. Weil Ricciardo den Ferrari mit dem linken Vorderrad berührte, leiteten die Sportkommissare eine Untersuchung ein. Resultat: Ganz normaler Rennunfall.

"Kimi hat Ricciardo innen immer mehr eingequetscht. Wo sollte er hin? Bei Alonso und Hülkenberg war es anders. Hülkenberg ließ Fernando genug Platz. Aber Alonsos McLaren hat sich quergestellt und Nico in die Reifenstapel gedrückt. Deshalb gab es auch eine Strafe", erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

Wer hat Schuld: Verstappen oder Grosjean?

Für die Rennleitung war der Fall klar: Ganz eindeutig Max Verstappen. Es ist wie im Straßenverkehr. Der Auffahrende hat (fast) immer Schuld. Erstens bestätigte sich Verstappens Aussage nicht, Romain Grosjean hätte 15 Meter früher gebremst. Die Daten zeigen das Gegenteil. Der Lotus-Pilot stand eine Spur später auf der Bremse als in der Runde davor. Zweitens ist das unerheblich. Grosjean hätte ja auch ein technisches Problem haben können, das ihn zu einem früheren Bremsmanöver zwingt. Zum Beispiel nachlassende Bremsen oder wenig Grip von den Reifen. Verstappen wird es noch lernen: In Monte Carlo lässt sich nichts erzwingen.

Was passierte in der ersten Runde?

Es gab drei Kollisionen. Hülkenberg gegen Massa, Alonso gegen Hülkenberg und Stevens gegen Ericsson. Massas und Hülkenberg kamen zum Frontflügelwechsel an die Box. Ihr Rennen war damit gelaufen.

Wie kam Carlos Sainz von hinten nach vorne?

Der Spanier wechselte in der 12. Runde von supersoft auf soft. Und dann hielt er 66 Runden lang eisern durch. Bis zum Boxenstopp hatte sich Sainz bereits bis auf Platz 15 vorgearbeitet. Der Reifenwechsel warf ihn auf Rang 17 zurück. Dann musste er sich 23 Runden lang hinter Marcus Ericsson anstellen. Als der Sauber-Pilot zum Reifenwechsel ging, wanderte die Startnummer 55 in der Rundentabelle nach oben. Sainz gewann zwei weitere Plätze durch Boxenstopps seiner Gegner und hing jetzt auf dem 12. Platz neun Runden lang hinter Valtteri Bottas fest.

Dann musste er auf Befehl der Box Teamkollege Verstappen vorbeilassen, bevor auch Bottas in der Boxengasse verschwand. Den Rest erledigte Verstappen. Sein Crash mit Grosjean brachtre Sainz in die Punkteränge. Felipe Nasr war nicht mehr zu knacken. Der Brasilianer hatte für das Finale einen Satz Supersoft-Reifen bekommen. Dafür wehrte sich Sainz erfolgreich gegen Hülkenberg. "Ich hatte keine Chance gegen ihn. Der Toro Rosso hat sich mit der besseren Traktion gekillt", konstatierte Hülkenberg.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Nico RosbergMercedes1:49.18,420 Std.
2. Sebastian VettelFerrari+ 0:04.486 Min.
3. Lewis HamiltonMercedes+ 0:06.053
4. Daniil KvyatRed Bull+ 0:11.965
5. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:13.608
6. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:14.345
7. Sergio PerezForce India+ 0:15.013
8. Jenson ButtonMcLaren-Honda+ 0:16.063
9. Felipe NasrSauber+ 0:23.626
10. Carlos SainzToro Rosso+ 0:25.056
11. Nico HülkenbergForce India+ 0:26.232
12. Romain GrosjeanLotus+ 0:28.415
13. Marcus EricssonSauber+ 0:31.159
14. Valtteri BottasWilliams+ 0:45.789
15. Felipe MassaWilliams+ 1 Runde
16. Roberto MerhiManor F1+ 2 Runden
17. Will StevensManor F1+ 2 Runden
18. Max VerstappenToro RossoAusfall
19. Fernando AlonsoMcLaren-HondaAusfall
20. Pastor MaldonadoLotusAusfall
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