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Der Kampf um Platz fünf

Zwerge fordern Mercedes heraus

Michael Schumacher GP Korea 2012 Foto: xpb 34 Bilder

Mercedes hat den fünften Platz in der Konstrukteurs-WM nicht sicher. Sauber und Force India holen auf. Und beide Autos sind dem Silberpfeil zur Zeit überlegen. In Korea steckte Mercedes erneut in der Reifenfalle. Wird dieses Problem nie gelöst? Ross Brawn verbreitet Optimismus.

15.10.2012 Michael Schmidt

Darf das wahr sein? Mercedes spürt im Kampf um Platz fünf im Konstrukteurspokal den heißen Atem von Sauber und Force India. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Sauber und Force India jagen Mercedes. Beide Teams fahren mit einem Minimalbudget. Irgendetwas zwischen 80 und 90 Millionen Euro. Mercedes ist im Vergleich zu Red Bull und Ferrari zwar auch nicht auf Rosen gebettet, aber 150 Millionen Euro sind es schon. Dazu noch rund 200 Mitarbeiter mehr.

Kundenteam überholt Werksteam

Trotzdem verfolgt das Team aus Brackley immer noch das Reifenproblem, das Sauber und Force India längst gelöst haben. Dort kennt man außer den Technikchefs Matt Morris und Andy Green kaum einen aus dem Technikbüro. Bei Mercedes sitzen mit Bob Bell, Aldo Costa, Geoff Willis und Mike Elliott immerhin vier hoch dekorierte Ingenieure auf den Häuptlingsposten.

Das silberne Auto begann stark, stagniert aber seit Nico Rosbergs zweitem Platz in Monte Carlo. Bei Sauber brachte jedes der drei Entwicklungspakete einen spürbaren Fortschritt. Auch Force India bewegte sich stetig nach vorn. Seit dem GP Belgien wurde die Arbeit am Auto eingestellt. Und seitdem wird das Auto immer besser.

"Weil wir es besser verstehen. Das bringt in der zweiten Saisonhälfte meistens mehr Rundenzeit als irgendwelche Upgrades, die logischerweise immer kleiner ausfallen, weil man sich dem maximalen Potenzial des Autos immer mehr nähert", erklärt Sportdirektor Otmar Szafnauer. Nico Hülkenbergs siebter Platz in Japan und sechster Rang in Korea geben dem Amerikaner Recht. Hülkenberg konnte zuletzt sogar schon das Tempo der Lotus und McLaren halten. Der Mercedes-Werksrennstall ist kein Gegner mehr für das Mercedes-Kundenteam.

Mercedes hat zwei Nullrunden in Folge eingefahren. Man kann von Glück reden, dass der Vorsprung auf Sauber bei 20 Punkten eingefroren blieb, weil die Taktik von Sergio Perez wegen einer defekten Boxenampel nicht aufging. Force India machte acht Punkte gut und liegt jetzt 47 Punkte hinter Mercedes und 27 Punkte hinter Sauber.

Entschieden ist in diesem Dreikampf noch gar nichts. "So wie wir nach vorne auf Mercedes schauen, müssen wir uns auch nach hinten auf Force India orientieren. Das macht die Sache nicht einfacher", bilanziert Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn.

Reifenrätsel bei Mercedes Dauerthema

Für Mercedes wächst sich das Reifenthema immer mehr zur Lachnummer aus. Normalerweise sind entweder die Vorderreifen zu kalt oder die Hinterreifen werden zu heiß. Diesmal brannte es an beiden Enden. Vorne Körnen, hinten Überhitzung. Ross Brawns erster Rapport hört sich wie eine Bankrotterklärung an: "Michael gab heute alles, aber wir hatten Schwierigkeiten, die Reifen auf Temperatur zu halten. Zu bestimmten Zeitpunkten funktionierten die Reifen richtig und dann waren wir konkurrenzfähiger, aber in zu vielen Phasen des Rennens kämpften wir damit. Wir müssen analysieren, wie wir diese Situation verbessern können und werden hart daran arbeiten, um für die letzten vier Grand Prix Fortschritte zu erzielen."

Mit Blickrichtung 2013 verbreitet Brawn Optimismus: "Wir haben den Sommer damit verbracht, das Reifenrätsel zu entschlüsseln. Dabei blieb die aerodynamische Entwicklung etwas auf der Strecke. Dafür haben wir die Geometrie der Hinterachse drei Mal geändert und Kontrollsysteme entwickelt, die es uns erlauben, die Reifentemperauren besser zu überprüfen."

Sein Fazit: "Wir haben eine bessere Organisation, bessere Werkzeuge, und wir wissen jetzt, warum sich bei unserem Auto die Reifen manchmal unterschiedlich stark erwärmen." Daraus lassen sich nur zwei Schlüsse ziehen. Entweder lässt es das aktuelle Auto nicht zu, diese Erkenntnisse umzusetzen. Oder man hat die falschen Antworten gefunden. Ross Brawn, Norbert Haug und Niki Lauda haben viel zu tun.

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