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Getriebe, Motor, Unfall, Schnitt im Reifen

Der Leidensweg von Lewis Hamilton

Lewis Hamilton - Statistik - GP China 2016 Foto: sutton-images.com 73 Bilder

Bei Lewis Hamilton ging schief, was schiefgehen konnte. Getriebewechsel, Motorprobleme, die unverschuldete Kollision beim Start, der Schaden am Auto. Und dann funktionierte die Notfall-Strategie nicht, weil an einem Reifen ein Schnitt entdeckt wurde.

19.04.2016 Michael Schmidt

Zwei Tage lang überspielte Lewis Hamilton seinen Frust ziemlich gut. Nach dem Rennen hatte der Weltmeister sichtlich Mühe, all die Enttäuschungen wegzustecken, die ihn beim GP China auf den siebten Platz verbannten. Was ihm blieb, war Galgenhumor. "Endlich hatte ich einen Super-Start. Und ausgerechnet da stehe ich ganz hinten."

Der einzige Lichtblick war ein Rechenfehler. Als Hamilton meinte, dass ihm bei gefühlten 50 Punkten Rückstand auf Nico Rosberg langsam die Trumpfkarten ausgehen, erinnerte ihn der Mercedes-Pressesprecher daran, dass es nur 36 Zähler sind. Da hellte sich Hamiltons Miene plötzlich auf: "Wirklich? Nur 36 Punkte? Dann ist es ja gar nicht so schlimm wie ich dachte."

Motorenproblem verbannte Hamilton auf letzten Platz

Sonst hatte Hamilton an dem Shanghai-Wochenende nicht viel zu lachen. Es begann mit einem Getriebewechsel, der ihn um 5 Startplätze zurückgeworfen hätte. In den ersten Minuten der Qualifikation ging es mit einem Motorproblem weiter. Vermutlich hatte ein Kurzschluss die MGU-H lahmgelegt. Damit lieferte auch die MGU-K keine Power mehr. "Ein bisschen ähnlich wie unser Montreal-Problem von 2014, aber mit anderen Auswirkungen. Diesmal konnten wir nicht riskieren, dass Lewis es ohne Elektrokraft probiert", erklärte Motorenchef Andy Cowell.

Damit stand Hamilton auf dem letzten Startplatz. Mercedes plante mit der Taktik: Soft-supersoft-soft-soft. Als einziger Fahrer neben den Manor-Piloten hatte Hamilton 3 frische Garnituren Soft für das Rennen im Angebot. Dazu zwei Satz neue Supersofts, einen gebrauchten und einen Satz Medium.

Der Unfall in der ersten Kurve brachte alle Planungen durcheinander. Als Felipe Nasr bei einem Ausweichmanöver den Mercedes mit der Startnummer 44 traf, trug der schwere Beschädigungen davon. Die vordere Kufe des Unterbodens (T-Tray) war gebrochen. Bei hohen Geschwindigkeiten saugte sie sich nach oben. Auch an der Bodenplatte unter den Kühleinlässen gab es Beschädigungen. Und die Lenkung war krumm.

Kaputter Reifen verhindert Soft-soft-soft

Das Auto verlor massiv Anpressdruck. Teamchef Toto Wolff verriet, dass die Einbußen mit denen von Bahrain vergleichbar gewesen seien. Doch die Auswirkungen waren schlimmer, wie ein Ingenieur berichtete: "Lewis hat hauptsächlich vorne Abtrieb verloren. Auf einem Kurs, der die Vorderreifen beansprucht. Das hat sie wahnsinnig schnell abbauen lassen. Lewis war schnell zu Beginn seiner Stints, aber dann baute der Grip rapide ab. Am Ende des Stints war er pro Runde um eine Sekunde langsamer als im Normalfall."

Es kam noch schlimmer. Zuerst eröffnete das Safety Car den Mercedes-Strategen eine neue Option. Die dazu führte, dass Hamilton innerhalb von 2 Runden 2 Mal an der Box stand. "Wir wollten den Supersoft so schnell wie möglich loswerden und dann 3 Mal Soft fahren. Das wäre ab diesem Zeitpunkt die mit Abstand schnellste Strategie gewesen. Da wir sowieso hinten lagen, konnten wir uns den Zusatz-Stopp leisten. Lewis konnte die Lücke innerhalb einer Runde ja locker wieder zufahren."

Für die Reifenfolge Soft-soft-soft hätte der Weltmeister den ersten Satz Soft noch einmal nutzen müssen. Doch da erlebten die Ingenieure eine böse Überraschung. "Bei der Inspektion haben wir festgestellt, dass der rechte Hinterreifen einen Schnitt bis zur Karkasse runter hatte. Möglicherweise von einer der vielen Frontflügel-Endplatten, die herumlagen. Er kam also nicht mehr in Frage. So musste Lewis zum Schluss einen Satz Medium fahren. Das war in seiner Lage nicht ideal." Am Ende des abschließenden 26-Runden-Stints konnte er sich weder gegen Kimi Räikkönen verteidigen, noch Felipe Massa angreifen.

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