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Protest zurückgezogen

Williams-Klage gegen Ferrari und Red Bull

Nico Rosberg Foto: dpa 39 Bilder

Drei Stunden nach Ende der Qualifikation zum GP Australien wurde ein weiterer Protest bei der Rennleitung eingereicht. Doch im Gegensatz zu Toyota wurden die Teams Ferrari und Red Bull nicht bestraft.

28.03.2009 Michael Schmidt

Williams zog seinen Protest im Laufe der Verhandlungen mit den Sportkommissaren zurück. Es war ein peinliches Eigentor.

Kaum waren die Toyota wegen illegaler Heckflügel disqualifiziert worden, herrschte im Büro der Rennleitung wieder reger Betrieb. Williams protestierte gegen Ferrari und Red Bull. Hier ging es nicht um Betrug sondern ums Prinzip. Es war eine Retourkutsche gegen den Protest von Ferrari und Red Bull gegen Williams, Brawn GP und Toyota wegen eines angeblich illegalen Diffusors.

Ein Punkt in der Unterboden-Debatte betrifft die Einleitung der Luft in den oberen Diffusor. Williams wird vorgeworfen, dass dies über ein voll von Fläche umrandetes Loch im Unterboden passiert. Dafür gilt die Regel: Man darf von unten betrachtet nur den Himmel sehen. Williams interpretiert die Regel so, dass man mit seiner Anordnung der Löcher im legalen Bereich liegt. Ferrari und Red Bull sehen das anders.

Retourkutsche von Williams

Um das Argument zu entkräften, wirft Williams seinen Gegnern vor, das gleiche an anderer Stelle des Autos zu tun. Und zwar dort, wo bei Ferrari und Red Bull vor den Seitenkästen die Leitbleche angebracht sind. Da diese Strömungshilfen über Stege mit dem Chassis und den Seitenkästen vebunden sind, handelt es sich von unten betrachtet um ein voll umrandetes Loch.

In einem solchen Bereich dürfen die Radien der Flächen nicht größer als 50 Millimeter sein, außer an der Peripherie dieser Flächen. Williams interpretierte die Fläche außerhalb dieses so gennnten voll umrandeten Loches als Peripherie. Da aber an den Kühleinlässen im Inneren des gedachten Loches größere Radien als 50 Millimeter aufttreten, wären der Ferrari und der Red Bull illegal.

Lange Diskussionen führen zu nichts

Nachdem die beteiligten Parteien und die Sportkommissare mit Wörterbüchern herumhantiert hatten, kam man zur Einsicht, dass auch die innere Fläche des voll umrandeten Loches zur Peripherie zählt, und damit der Radius am vorderen Rand der Seitenkästen legal ist. Williams zog seinen Protest zurück.

Dieser Fall bekommt immer mehr eine politische Dimension. Williams wollte mit dem Vorstoß seine Kläger offenbar warnen: Protestiert nicht gegen uns, denn damit protestiert ihr gegen euch selbst. Man hoffte, dass dieser Protest Ferrari und Red Bull dazu zwingt, die Berufung rückgängig zu machen. Dieser Versuch ging gründlich in die Hosen. Vielleicht hat er sogar dem Anliegen von Williams geschadet.

Sebastian Vettel verließ um 23.00 Uhr die Strecke ohne zu wissen, ob er am Sonntag vom dritten Startplatz aus ins Rennen gehen wird. "Das ist doch alles ein Anschlag auf den Sport. Da fährt der Jenson Button eine super Qualifikationsrunde, und die Formel 1 diskutiert über so einen Schwachsinn. So machen wir uns selbst kaputt."

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