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Der starke Mann bei Ferrari heißt Marchionne

Veto gegen Montezemolo

Formel 1 - F1 - Ferrari - Sergio Marchionne Foto: Ferrari 34 Bilder

Der neue starke Mann bei Ferrari ist Fiat-Chef Sergio Marchionne. Der 62-jährige Topmanager mischt sich mindestens genauso in die Formel 1-Politik ein wie sein Vorgänger Luca di Montezemolo. Und wenn der für die Nachfolge von Bernie Ecclestone nominiert werden sollte, dann würde Ferrari ein Veto einlegen.

23.12.2014 Michael Schmidt

Eines hat sich bei Ferrari nicht geändert. Der Präsident schwebt zur traditionellen Weihnachtsansprache mit dem Helikopter ein. So reiste der alte Capo Luca di Montezemolo an, und so hält es auch sein Nachfolger Sergio Marchionne. Mit dem Unterschied, dass er 27 Minuten zu spät kam. "Wir hatten Nebel in Turin", entschuldigte sich der Konzernlenker. Dann machte Ferraris neuer starker Mann schnell klar, dass er mit allem aufräumen will, was vorher war. Noch nie in der Geschichte wurde ein Formel 1-Team so umgekrempelt wie Ferrari im letzten halben Jahr. Marchionne dankte dem alten Personal, ließ aber auch durchblicken, dass die in eine Sackgasse gerannt waren.

Marchionne drängt auf Reformen im Formel 1-Reglement

Pathos ist Marchionne fremd. Er beschwört nicht wie sein Vorgänger den Mythos Ferrari, sondern hat einen pragmatischen Ansatz. Ferrari muss das tun, was Mercedes vorexerziert hat. Es bringt nichts, nur den eigenen Heiligenschein zu polieren und den Leuten unrealistische Hoffnungen zu machen. Marchionnes Antworten sind kurz und knapp. Warum er Maurizio Arrivabene als neuen Teamchef nominiert hat? "Arrivabene kennt Ferrari, das Geschäft und alle wichtigen Leute in der Formel 1. Sein Vorgänger Mattiacci musste das alles noch lernen. Wenn du nebenbei ein Team neu aufstellen musst, ist das eine Aufgabe zu viel." Dann erlaubt er sich noch ein kleines Wortspiel: "Ich hoffe, aus Arrivabene wird nicht Arrivamale."

Marchionne machte bei der Pressekonferenz in Maranello auch schnell klar, wer der Herr im Haus ist. Er bestimmte, welche Fragen für ihn bestimmt waren, und welche für seinen General im Team. Die große Formel 1-Politik ist Chefsache. Deshalb nahm sich Marchionne im Dezember auch die Zeit, zwei Mal nach Genf zu der Sitzung der Strategiegruppe zu reisen. Um dort kräftig auf den Putz zu hauen. Der 62-jährige Italiener fordert eine Regelreform: "Das Reglement ist zu kompliziert. Mir kommt vor, es wurde von einem geschrieben, der an der Bar ein paar Drinks zu viel intus hatte. Regeln müssen so formuliert sein, dass sie jeder versteht."

Montezemolos Rolle ist limitiert

Ferrari unterstützt ein große Regelreform für 2016. Bis Ende Januar müssen die Motorenchefs einen Vorschlag machen, wie man bestehend auf dem aktuellen Motorkonzept ein Format erfindet, das den Fans wieder gefällt. Motto: Stärker, lauter, billiger. FIA-Rennleiter Charlie Whiting muss seinen Neun-Punkte-Sparplan so ausarbeiten, dass ihn alle Teams akzeptieren. Marchionne drängt dabei zur Eile: "Wir müssen das ganze bis März über die Bühne bringen. Weil nur bis dann mit einer Mehrheit entschieden werden kann. Danach wird es schwierig, etwas zu ändern."

Mit leichtem Unbehagen erfuhr Marchionne, dass sein Vorgänger Luca di Montezemolo jetzt mit ihm zusammen im Aufsichtsrat des Formel 1-Managements sitzt. Was der Fiat-Chef nicht gerade begrüßt, aber auch nicht ändern kann: "Wir haben nur ein Veto-Recht für die Position des Geschäftsführers. Und der heißt Bernie Ecclestone."

Montezemolo soll aber auf Wunsch von Ecclestone und CVC in Zukunft eine durchaus aktive Rolle spielen. Verschwörungstheoretiker mutmaßen, dass der alte Ferrari-Präsident Politik gegen seinen früheren Arbeitgeber machen könnte. Marchionne beruhigt: "Lucas Rolle im Formel 1-Management ist limitiert. Würde er für das Amt des Geschäftsführers vorgeschlagen, würden wir unser Veto geltend machen."

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