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Heidfeld, Vettel & Co. - Tag der Deutschen

Große Erwartungen vor dem Auftakt

Sebastian Vettel Foto: Daniel Reinhard 18 Bilder

Einen Tag vor dem ersten Training der neuen Saison herrscht Optimismus und Aufbruchstimmung bei den fünf deutschen Piloten. Die Erwartungen an den Saisonauftakt sind allerdings höchst unterschiedlich.

26.03.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Nick Heidfeld: "Brawn GP liegt klar an der Spitze"

Für Nick Heidfeld hat die Formel 1-Saison 2009 einen eindeutigen Favoriten. "Meiner Einschätzung nach liegt Brawn GP klar an der Spitze. Dann folgt eine Gruppe, die von Ferrari angeführt wird und zu der auch Toyota, Red Bull und vielleicht Renault zählen, obwohl die schwer einzuschätzen sind. Toro Rosso könnte auch dorthin vorstoßen, weil das Auto dem Red Bull sehr ähnlich ist. Dann kommen McLaren und Williams. Am Ende sehe ich Force India."

Seinen eigenen Rennstall will der BMW-Pilot nicht einstufen. Er stellt ihn aber auf keinen fall auf eine Stufe mit Brawn GP: "Es ist schon frustrierend, wenn ganz am Ende der Testsaison ein Auto daherkommt, mit dem keiner gerechnet hat. Für mich grenzt Brawn GP an ein Wunder. Gut, die hatten mehr Entwicklungszeit als die anderen, aber da gab es über den Winter auch die lange Phase der Ungewissheit."

Seit gestern steht auch fest, dass Nick Heidfeld beim ersten Rennen mit KERS fahren wird. Für den Piloten bedeutet das mehr Arbeit im Cockpit: "Du musst immer schauen, dass die Energie im richtigen Maß gespeichert und abgerufen wird." Das ist aber laut Heidfeld kein Hexenwerk. "Die Punkte, wo man die Extraleistung abruft, stehen vorher fest. Das geht schnell in Fleisch und Blut über. Man hat im Cockpit jetzt mehr zu tun, aber das ist für uns kein Problem.“ Der Vorteil von KERS in Melbourne soll bei drei Zehntel pro Runde liegen. Gilt das auch für den Start? Heidfeld zweifelt: "Der Anlauf zur ersten Kurve ist zu kurz, um da ein Auto überholen zu können."

Sebastian Vettel: "Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst"

Mit Red Bull startet Sebastian Vettel am Sonntag in die neue Saison. Die Umstellung von Toro Rosso zu seinem neuen Arbeitgeber ist nach Angaben des Heppenheimers problemlos gelaufen: "Es gibt immer Dinge, die beim neuen Team besser sind und Dinge, die einem nicht so gut gefallen. Das muss man dann ansprechen", erklärte der 21-Jährige. Eine Einschätzung über die Stärke seiner Mannschaft wollte Vettel kurz vor dem Saisonauftakt noch nicht abgeben. "Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst."

Nach den langen Testfahrten ist Vettel froh, dass es nun endlich losgeht. Die Auswirkungen des neuen Reglements seien aus Sicht das Fahrers allerdings gering. "Das Fahrgefühl ist immer noch sehr ähnlich zum Vorjahr, auch wenn das Auto von außen anders aussieht. Es gibt nun etwas weniger Grip und das Auto ist insgesamt etwas instabiler." Auch zum Thema Überholen erwartet der Red Bull-Pilot keine Wunderdinge: "Es wurden sicher einige Verbesserungen eingeführt. Aber man verliert immer noch Abtrieb, wenn man sich einem Gegner nähert."

Nico Rosberg: "Das wird ein unglaublicher Entwicklungswettlauf"

Nico Rosberg sieht sich und Williams im Mittelfeld. "Wenn es gut läuft, könnten wir auf Platz fünf liegen. Es kann aber auch in die andere Richtung gehen. Auf jeden Fall sind wir irgendwo im Mittelfeld." Auf die Bestzeiten beim abschließenden Test in Jerez solle man nicht zuviel Wert legen. "Wir sind da im Qualifikationstrim gefahren." Eigentlich wollte Rosberg mit Williams in diesem Jahr einen entscheidenden Sprung nach vorne machen. Das ist im Augenblick aber kein Thema.

Der 23-jährige Deutsche hofft jetzt darauf, dass Williams im Entwicklungswettlauf die richtigen Schlüsse zieht. "Wir stehen alle am Anfang einer neuen Ära. Jede Woche finden wir im Windkanal ein bis zwei Zehntel. Das sind verglichen mit früher Riesenschritte. Die Entwicklungsrate ist extrem steil. Es gibt also genug Möglichkeiten noch aufzuholen um dorthin zu kommen, wo wir hinwollen. Wir müssen jetzt nur die richtigen Schlüsse ziehen.“ Wo will Rosberg hin? Regelmäßig in die WM-Punkte, hin und wieder auf das Podium.

Der Drittplatzierte des letztjährigen GP Australien hat über den Winter zwei Kilogramm abgespeckt. Magersüchtig wurde er wegen der Gewichtsproblematik aber nicht. „Ich habe mein Essen, meine Essensgewohnheiten und mein Training umgestellt. Eigentlich trainiere ich weniger als früher. Da habe ich es oft übertrieben." Auch in diesem Punkt ist Rosberg ein Musterschüler. "Ich habe mich in das Thema richtig reingekniet, versucht soviel wie möglich darüber zu lernen. Das ganze passierte immer unter ärztlicher Aufsicht. Wenn du zuviel Gewicht verlierst, kann das kontraproduktiv sein."

Timo Glock: "Diskussionen interessieren mich wenig"

Bei Toyota herrscht große Aufbruchstimmung. Siege sollen diese Saison her. Nach guten Testergebnissen geht Timo Glock optimistisch in seine zweite Saison mit den Japanern. "Wir sind einer der Gewinner der Regelreform", ist sich der Wahlkölner sicher. Den Streit über die umstrittenen Diffusoren von Toyota, Brawn GP und Williams sieht der 26-Jährige gelassen entgegen: "Die Diskussionen interessieren mich wenig. Ich bin zum Fahren hier. Alles andere kann ich nicht beeinflussen."

Auch ohne KERS sieht sich Toyota zunächst nicht im Nachteil. "Unser Ziel war es, erst einmal das Auto auf die neuen Regeln einzustellen. Unsere Möglichkeiten sehen jetzt besser aus als noch im Vorjahr." Die Chancen für das erste Rennen seien trotzdem sehr schwer einzuschätzen. "Vielleicht taucht auch noch jemand auf, der im Winter geblöfft hat - wie BMW im letzten Jahr."

Glock geht dieses Jahr mit mehr Durchblick ins Rennen. Bei einer Augenoperation ließ sich der Toyota-Pilot die Kurzsichtigkeit weglasern. "Das war die beste Entscheidung", so Glock. In der Vergangenheit hatte er immer wieder Probleme mit ausgetrockneten Augen. "Da bin ich nie happy mit gewesen."

Adrian Sutil: "Durchfahren wäre OK"

Mit neuem Motor, neuem Getriebe und bald hoffentlich auch neuem KERS von Mercedes geht Adrian Sutil in seine zweite Saison bei Force India. "Ich habe endlich mal richtig Platz im Auto", so der erste Kommentar zum neuen Boliden. Auf der negativen Seite stehen allerdings die wenigen Testkilometer in der Vorbereitung. "Ich hatte nur vier Testtage. Trotzdem ist das Auto zuverlässig."

Große Unterschiede beim Antrieb kann der Bayer trotz Herstellerwechsel allerdings nicht feststellen. Mit der Leistung und dem Drehmoment ist man zufrieden. "Das wichtigste ist aber die Zuverlässigkeit, so dass wir uns voll und ganz auf die Aerodynamik konzentrieren können." In Melbourne zeigt Force India ein neues Paket mit geändertem Heck- und Frontflügel. Die Erwartungen will Sutil trotzdem nicht zu hochschrauben: "Wenn wir durchfahren können, wäre das schon OK."

Erst ab dem fünften Rennen in Barcelona  soll der neue Wagen sein komplettes Potenzial ausspielen. "Wenn es nach Europa geht, zählt es." Dann will das Team auch endlich das Hybrid-System zum Einsatz bringen. Dass man am Ende des Feldes eventuell mit McLaren kämpfen könnte, glaubt Sutil nicht. „Ich sehe die eher im Mittelfeld." Einem direkten Zweikampf würde der 26-Jährige aber nicht aus dem Weg gehen. "Vorbeilassen müssen wir die nicht."

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