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Deshalb hat Hamilton verloren

Schon wieder ist ein Knopf schuld

Formel 1 - GP Brasilien 2014 - Nico Rosberg - Lewis Hamilton Foto: xpb 73 Bilder

Formel 1-Fahren ist wie Computer spielen bei Tempo 300. Wie in Austin entschied möglicherweise eine Fehlbedienung am Lenkrad das Mercedes-Duell. Der Dreher von Lewis Hamilton hat nicht nur mit zu viel Risiko auf abgefahrenen Reifen zu tun. Hamilton vergaß einen Schalter zu betätigen.

09.11.2014 Michael Schmidt

Früher war Rennfahren einfach. Ein Kampf Mann gegen Mann, Maschine gegen Maschine. Heute sind die Autos so kompliziert geworden, die Rennfahrer so perfekt, dass minimale Fehler die Duelle auf der Strecke entscheiden. Ganz besonders bei Mercedes mit zwei fast gleichstarken Fahrern. In Austin stolperte Nico Rosberg darüber, den falschen Schalter für das Aktivieren der maximalen Elektro-Kraft betätigt zu haben. Sie kam erst mit Verzögerung. Da war Lewis Hamilton schon vorbei.

In Interlagos wurden Hamilton die vielen Knöpfe und Instruktionen am Funk zum Verhängnis. Im zweiten Stint wollte der Engländer zwei Umläufe länger als Rosberg auf der Strecke bleiben, um mit zwei schnellen Runden ein Polster auf den WM-Rivalen herauszufahren. In der ersten Runde war er acht Zehntel schneller. In der zweiten erhöhte er das Risiko. Renningenieur Pete Bonnington riet ihm das Motorenprogramm auf eine andere Stufe zu stellen. Vermutlich ging es um die Motorbremse, denn Hamilton gab zu: "Ich habe vergessen, die Bremsbalance entsprechend nachzujustieren." Prompt blockierten beim Anbremsen von Kurve 4 die Hinterräder.

Ohne Dreher Kopf an Kopf

Die Reifen hatten kaum noch Gummi auf der Lauffläche. Hinten reduzierte Körnen den Grip. Der Mercedes stellte sich quer und war selbst für einen Fahrkünstler wie Hamilton nicht mehr abzufangen. Sechs Sekunden blieben auf der Strecke. "Es war mein Fehler", gab Hamilton zu. "Aber ich musste in dieser Runde noch einmal alles aus den alten Reifen herausholen, um vor Nico zu kommen."

Danach stritten sich die Gelehrten, ob es für Hamilton gereicht hätte, wäre er diese Runde planmäßig zu Ende gefahren. Hamilton glaubt ja. "Ich war heute viel schneller als Nico." Rosberg verneint. "Zum Schluss des Rennens habe ich gezeigt, dass ich Lewis auf Distanz halten konnte. Ich habe den Abstand so kontrolliert, dass er mir nie nahe genug kam. Nach dem Dreher von Lewis habe ich meine Reifen etwas mehr geschont als ich es normalerweise getan hätte. Ich wollte für das Ende des Stints noch Reserven haben." Das Strategieprogramm von Mercedes prognostizierte dem Kommandostand ein totes Rennen. "Lewis wäre parallel zu Nico auf die Gegengerade eingebogen."

Hamilton schont Reifen

Hamilton holte im dritten Abschnitt auf wie der Wirbelwind. Von 7,4 Sekunden auf Schlagdistanz. "Trotzdem hat er die Reifen geschont", staunten die Ingenieure. Hamilton registrierte zufrieden: "Das war die Antwort an all jene, die mir immer reifenmordendes Fahren vorwerfen. Ich hatte es schwerer als Nico die Reifen in Schuss zu halten, weil ich ständig in seinem Windschatten lag." Das Reifenmanagement war das große Thema beim GP Brasilien. "Entscheidend waren die ersten drei Runden auf einem frischen Satz", erzählten die Ingenieure.

Rosberg ergänzt: "Ich habe mich nach meiner schlechten Erfahrung von Austin mehr zurückgehalten, aber bummeln durfte ich auch nicht. Da Lewis immer nach mir gestoppt hat, musste ich schauen, dass ich genug Tempo mache, um vorne zu bleiben. Den richtigen Kompromiss zu finden, war nicht ganz einfach." Erstaunlicherweise machten die Blasen auf dem rechten Vorderreifen den Rundenzeiten nichts aus. Rosberg und Hamilton waren trotzdem schneller als der Rest. Schwieriger war das Körnen auf den Hinterreifen zu beherrschen. "Es ging nie ganz weg", erzählt ein Mercedes-Ingenieur.

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