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Deutsche F1-Piloten beim GP Brasilien

Hoffnung auf Regen und Chaos in Interlagos

Deutsche F1-Piloten Foto: xpb 61 Bilder

Gleich sieben deutsche Formel 1-Piloten gehen am Wochenende beim GP Brasilien an den Start. Die meisten sehen im erwarteten Regen eine Chance auf ein gutes Resultat. Sebastian Vettel hofft vor allem darauf, seine WM-Chancen aufrecht zu erhalten.

04.11.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel war ein gefragter Mann in Sao Paulo. Nach seinem Ausfall in Korea muss er in Brasilien kämpfen, um seine WM-Chancen aufrecht zu halten. "Es ändert sich nichts für mich", gab sich der Deutsche kämpferisch. "Ich will immer noch Weltmeister werden. Idealerweise gewinne ich die letzten beiden Rennen. Dann kommt es darauf an, wo die anderen ins Ziel kommen. Da habe ich keinen Einfluss drauf und deshalb mache ich mir auch keinen Kopf." An Stallregie zu Gunsten Webbers denkt Vettel nicht. "Da gibt es noch viele Unbekannte. Da kann noch so viel passieren. Wenn jemand Hilfe braucht, gibt es ja viele Krankenwagen an der Strecke."

Ein Gespräch mit den Team zum Thema Stallregie habe es noch nicht gegeben. "Meine Chancen auf den Titel waren in der Vergangenheit schon besser, aber sie sind immer noch vorhanden." Dass ausgerechnet immer bei Vettel etwas kaputt geht, sei einfach Pech. "Ich mache da niemandem einen Vorwurf." Dass es an seinem Fahrstil liegt, glaubt der Deutsche nicht. "Ich belaste das Material nicht mehr als Mark. Die einzigen Autos, die ich schlecht behandele sind Mietautos", grinst der Heppenheimer. Vettel gibt aber zu, dass er nach dem Motorschaden und der verpassten WM-Führung angefressen war. "Ich hatte einen richtigen Hals. Mit Fußball habe ich versucht, den Frust abzubauen.

Adrian Sutil:

Adrian Sutil ist mit der Pleite von Korea im Gepäck nach Sao Paulo gereist. Zusätzlich zu seinem Unfall gab es von der Rennleitung auch noch eine Strafe von fünf Startplätzen. "Ich erwarte, dass es besser läuft als beim letzten Mal. Ich hatte ein schlechtes Rennen in Korea und habe viele Fehler gemacht. Das versuche ich hier wieder gutzumachen", gibt Sutil offen zu. Allerdings hatte der Force India-Pilot auch technische Probleme. "Meine Bremsen waren nach der Safety-Car-Phase komplett verglast. Das Problem hatte ich bisher noch nie und wusste gar nicht, wie sich das anfühlt."

Sutil hatte deshalb auch kein Rezept, wie er damit umgehen soll. "Ich habe die Bremsen immer feiner dosiert und trotzdem ist mir irgendein Rad blockiert. Ich dachte schon: Bist du ein Vollidiot, der immer den gleichen Fehler macht. Ich habe sehr viel gelernt aus diesem Rennen." Für seine Kollision mit Kamui Kobayashi wird Sutil in Brasilien fünf Plätze nach hinten versetzt. "Das kann ich nicht nachvollziehen", klagt Sutil. "Es war einfach sehr schwierig bei den Bedingungen. Das ist sehr bitter, aber damit muss ich mich jetzt abfinden. Punkte sind immer noch möglich. Das ist wichtig für die WM im Kampf um Platz zehn gegen Rubens Barrichello."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg hat in Korea gezeigt, das er mit seinem Silberpfeil im Regen zu den schnellsten Piloten gehört. Vielleicht hätte er das Rennen sogar gewinnen können, wenn ihm Mark Webber nicht in die Quere gefahren wäre. "Ich lag vor Lewis Hamilton. Und wo war Lewis nach dem Restart? Vor Fernando Alonso bis er einen Fehler gemacht hat. Eine große Gelegenheit habe ich da sicher ausgelassen. Ob es genug war, um zu gewinnen, weiß niemand." Nach dem Rennen machte er Mark Webber den Vorwurf, dass der rückwärts über die Strecke gerutscht ist und nicht gebremst hat. "Wir haben darüber gesprochen und er hat mir da zugestimmt. Er hat sich entschuldigt und die Sache ist erledigt. Man kann es sowieso nicht mehr ändern."

Für den GP Brasilien hat sich Rosberg viel vorgenommen. Mut macht ihm die Wettervorhersage für das Qualifying, die Regen prognostiziert. "Wenn es nass ist, sollte ich weit vorne starten. Das wäre super. Da haben wir eine gute Chance." Bei Trockenheit sieht die Sache anders aus. "Im Qualifying von Korea waren wir noch eine Sekunde hinter Red Bull. Wir haben also keinen großen Schritt nach vorne gemacht. Immerhin sind wir nicht weiter zurückgefallen."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg stand sich bei seiner Einreise am brasilianischen Zoll erst einmal die Füße wund: "Hat eine Stunde gedauert. Und dann hing ich noch im Stau." Der Deutsche hofft, dass er in Brasilien die zuletzt gezeigten Leistungen wiederholen kann. Mit etwas mehr Glück bitteschön. "Da seit einigen Rennen die Entwicklung bei fast allen Teams still steht, wird sich am Kräfteverhältnis nicht viel ändern. Das heißt für uns die Plätze acht bis zehn, falls vorne keiner ausfällt. Für Platz fünf und sechs brauchen wir schon außergewöhnliche Bedingungen."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld hat gute und schlechte Erinnerungen an Interlagos. 2001 fuhr er im Sauber zum ersten Mal aufs Podest. 2003 kollidierte er im Warmup mit dem Medical Car und fuhr dem Mercedes dabei die geöffnete Türe ab. Die Streckencharakteristik ist nicht unbedingt auf seinen Sauber zugeschnitten. "Ein Streckentyp wie Suzuka wäre mir lieber. Die Gerade in Interlagos ist für uns ein bisschen zu lang im Verhältnis zum Rest des Kurses."

Trotzdem schließt Heidfeld eine Wiederholung der Ergebnisse bei den beiden letzten Rennen nicht aus. "Da sind wir im Training knapp an den Top Ten vorbeigeschrammt und haben jeweils beide Autos in die Punkte gebracht." Der GP Brasilien ist Heidfelds vierter Einsatz für Sauber. Wie weit hat er sich schon an die neue Umgebung gewöhnt? "In Bezug auf das Auto und die Reifen fast 100 Prozent. Mit dem Setup bin ich noch nicht soweit. Da würde ich natürlich mehr rausholen, wenn ich von Saisonbeginn an in dem Auto gefahren wäre."

Timo Glock:

Timo Glock hatte gleich nach seiner Ankunft das typische Sao Paulo-Erlebnis. "Ich habe vom Flughafen zum Hotel zweieinhalb Stunden im Stau gestanden." Auf der Rennstrecke wird Glock am Wochenende schneller unterwegs sein. Prinzipiell mag er den Kurs in Interlagos. Wenn nur nicht die Gerade so lang wäre. "Da sind wir ohne F-Schacht ohne Chance."

Nachdem Lotus beim Getriebe und der Hydraulik im nächsten Jahr bei Red Bull einkauft und Hispania bei Williams, stand das Thema auch bei Virgin auf dem Prüfstand. Kein Wunder, denn genau diese beiden Komponenten haben für viele Ausfälle in diesem Jahr gesorgt. "Ich mache Druck, dass wir das Gleiche tun. Es bringt nichts für ein kleines Team, Getriebe und Hydraulik selbst zu entwickeln. Die beiden Sachen gewinnen keine Rennen, aber sie können dir viele verlieren."

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher zu seiner Rückkehr nach Sao Paulo sagt, lesen Sie hier:

>> Schumacher: Nico Rosberg war nicht immer schneller

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