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Deutsche F1-Piloten beim GP Brasilien

Ein Sieg und vier Mal Punkte

Formula 1 Grand Prix, Brazil, Sunday Race Foto: xpb 36 Bilder

Die sieben deutschen Piloten erlebten beim GP Brasilien viel Action. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Ein Sieg, vier Mal Punkte und eine grandiose Aufholjagd von Adrian Sutil. Nur Nick Heidfeld und Timo Glock konnten nicht mitfeiern.

07.11.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel hielt mit seinem vierten Saisonsieg seine Chancen auf den WM-Titel intakt. Der Heppenheimer liegt jetzt 15 Punkte hinter Fernando Alonso und sieben Zähler hinter Teamkollege Mark Webber. Er wird Weltmeister, wenn er in Abu Dhabi gewinnt und sich Alonso nicht besser als auf Rang fünf platziert. Bei Punktgleichstand gewänne Vettel aufgrund der größeren Anzahl der vierten Plätze. Es stünde dann im Vergleich zum Spanier 3:2 für ihn.

Vettel machte beim 18. WM-Lauf schon beim Start alles klar. "Hülkenberg kam von der Pole Position nicht ganz optimal weg. Das hat meinen Nachteil der schlechteren Spur wettgemacht. Danach ging es nur noch darum, die Lücke zu Mark auf ungefähr 2,5 Sekunden zu halten und die Reifen nicht allzu sehr zu strapazieren." Der Abstand schwankte je nachdem, wann und wo der Red Bull D-Zug auf Überrundete traf.

Vettel wollte sich nicht beschweren: "Im Großen und Ganzen haben alle gut aufgepasst. Die Strecke ist sehr kurz, dementsprechend stark ist der Verkehr." In der Stunde des Triumphes freute sich Vettel mit dem Team über den Gewinn des Konstrukteurspokals: "Ich war zum ersten Mal 2005 in der Red Bull-Fabrik. Damals war die Formel 1 noch weit weg für mich. Es war trotzdem eine ganz neue Welt, die ich da kennenlernte, aber nicht vergleichbar mit dem, was heute dasteht."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg landete trotz drei Boxentopps auf Platz sechs. Ein kurioses Rennen mit dem "bestmöglichen Resultat". Zunächst begann für den Mercedes-Piloten alles ganz normal. Der 13. des Trainings tauchte nach einer Runde auf Platz elf auf. Der späte Reifenwechsel in Runde 26 spülte ihn bis Rang vier nach vorne. Eine gute Taktik, denn nach der Serie der ersten Boxenstopps reihte sich Rosberg als Siebter wieder ein, sogar vor Teamkollege Michael Schumacher.

Im Reifenvergleich schnitt die harte Mischung bei Rosberg klar besser ab: "Wir hatten in der Hoffnung auf Regen unser Auto ziemlich weich abgestimmt. Wenn du dann noch mit der weichen Mischung unterwegs bist, schaukelt das Auto in den Kurven ziemlich stark." In der Safety-Car-Phase wollten die Strategen von Mercedes einen Coup landen und Rosberg für die letzten 20 Runden einen frischen Satz weiche Reifen mitgeben. Doch der Schuss schien nach hinten loszugehen. Rosberg verbrachte 37 statt 21 Sekunden in der Boxengasse. "Es gab ein Missverständnis zwischen der Boxenmauer und den Mechanikern. Plötzlich hatte ich einen Satz harter Reifen drauf."

Doch dann reagierte die Taktiktruppe schnell. Weil Hülkenberg und Kubica schon von Vettel überrundet waren, klaffte hinter Rosberg eine riesige Lücke. "So konnten wir durch einen weiteren Boxenstopp unseren Fehler ohne Platzverlust korrigieren." Als das Rennen wieder freigegeben wurde, blickte Rosberg nicht mehr durch. "Da waren so viele überrundete Fahrzeuge mitten im Feld, dass ich manchmal nicht wusste, wer gegen mich fährt und wer nicht. Einmal habe ich Massa freiwillig vorbeigelassen, obwohl der eine Runde hinter mir lag. Aber Button war außer Sichtweite, und ich wollte in dem Getümmel nichts riskieren."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld hätte eine Chance auf WM-Punkte gehabt, aber er landete nur auf Platz 17. Vor der Safety-Car-Phase in Runde 50 lag er noch einen Rang vor Teamkollege Kamui Kobayashi. Dann versuchte Sauber einen Poker mit dem Deutschen. "Wir gaben ihm weiche Reifen mit, in der Hoffnung, dass er im Finale attackieren könnte", erklärte Peter Sauber. Während Heidfeld zweifelte, ob die Idee so klug war, verteidigte sie sein Chef: "Sie ging nur nicht auf, weil Nick aus fragwürdigen Gründen eine Durchfahrtsstrafe bekam."

Heidfeld fand die Strafe dagegen gerecht: "Ich habe gegen Rosberg gekämpft, weil ich dachte, er liegt mit mir in einer Runde. Da habe ich ihn natürlich blockiert. In dem Getümmel nach dem Re-Start war schwer zu erkennen, wem die blauen Flaggen galten. Ich lag ja gleichzeitig im Clinch mit Massa. Das Team hat mich zu spät informiert, dass ich Rosberg vorbeilassen muss."

Heidfeld hatte bei seinem vierten Sauber-Rennen das Gefühl, immer zur falschen Zeit am falschen Platz zu sein: "Einmal hat Hülkenberg den ganzen Zug aufgehalten, dann Sutil. Ich konnte nie mein Tempo fahren. Schade, denn ich hatte einen guten Start, bin in den Kurven 6 und 7 außen an zwei Autos vorbei und lag nach einer Runde auf Platz 12, also nicht so weit weg von den Punkterängen."

Timo Glock:

Timo Glock hatte für seine Fahrt auf Platz 20 nur einen Kommentar übrig: "Ein langweiliges Rennen für mich." Der Virgin-Pilot verlor sein Privatduell gegen die beiden Lotus-Fahrer. "Der Start war gut, ich lag vor beiden Lotus, doch dann ist Petrov vor mir durch den Dreck und Kovalainen huschte an mir vorbei. Am Anfang konnte ich noch mithalten, doch irgendwann verschwand er am Horizont."

Virgin sattelte Glock früh auf harte Reifen um, was kein Geistesblitz war. "Die Reifen haben ziemlich stark abgebaut. Trulli ist eine Runde länger draußen geblieben und hat eine halbe Sekunde aufgeholt. Dadurch bin ich auch noch hinter den zweiten Lotus gefallen." Am Ende keimte noch einmal kurz Hoffnung beim Odenwälder auf. "Die Safety-Car-Phase gab uns eine neue Chance, aber um die Lotus zu schlagen, fehlte der Speed auf der Geraden."

Adrian Sutil:

Vom 22. Startplatz waren die Punkte-Hoffnungen von Adrian Sutil begrenzt. Doch im Rennen kämpfte sich der Force India-Pilot immer weiter in Richtung Top Ten voran. "Nach einem vernünftigen Start war ich den ersten Teil des Rennens auf den härteren Reifen unterwegs. Das hat wirklich gut funktioniert. Ich dachte es wir schwierig, weil die Reifen körnen könnten, aber das Auto schien immer besser zu arbeiten und ich konnte wirklich konkurrenzfähige Rundenzeiten fahren."

Dann hatte der Gräfelfinger auch noch Glück mit dem Unfall seines Teamkollegen Tonio Liuzzi. "In der Safety-Car-Phase haben wir direct auf die weiche Mischung gewechselt und versucht einige Plätze zu gewinnen. Es war aber schwer, die Toro Rossos zu überholen, weil die auf der Geraden unglaublich schnell waren. Immerhin bin ich noch an Buemi vorbeigekommen und habe eine Position gut gemacht." Auch wenn es nicht ganz zu Punkten reichte, zog Sutil ein positives Fazit. "Ich bin zufrieden mit der Platzierung und der Leistung."

Nico Hülkenberg:

Wie das Rennen für Nico Hülkenberg gelaufen ist, lesen Sie hier:

>> Hülkenberg: "Talent sollte vor Geld kommen"

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher am Sonntag in Sao Paulo erlebt hat, erfahren Sie hier:

>> Schumacher lässt Hülkenberg freiwillig den Vortritt

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