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Deutsche F1-Piloten beim GP Italien

Große Ungewissheit vor Monza

Sebastian Vettel Foto: xpb 16 Bilder

Die sechs deutschen Formel 1-Piloten reisen mit gedämpften Erwartungen an. Keiner will eine Prognose abgeben. Die besten Chancen auf ein gutes Resultat hat ausnahmsweise Adrian Sutil. Sebastian Vettel musste in Monza erst einmal unangenehme Fragen beantworten.

09.09.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel steht vor seinem schwersten Grand Prix. Monza ist von der Papierform her nicht die ideale Strecke für Red Bull. Und der Heppenheimer muss auf Lewis Hamilton und Mark Webber Punkte gutmachen. Was Monza angeht, sieht der WM-Dritte allerdings nicht so schwarz wie die Pessimisten im Team: "Wir sollten besser gerüstet sein als im letzten Jahr. Jetzt müssen wir mal abwarten, wer den F-Schacht fährt und wer nicht, und wie die Autos in der Monza-Konfiguration funktionieren."

Schade findet der Monza-Sieger von 2008, dass die Randsteine in den Schikanen nicht mehr so steil sind wie bei seiner Triumphfahrt von vor zwei Jahren. "Da konntest du in den Schikanen noch Zeit gutmachen, weil du das Auto speziell für die Randsteine abstimmen musstest, und weil es eine ganz spezielle Linie über die Randsteine brauchte, um schnell zu sein." Im Titelkampf lässt sich Vettel trotz der Nullrunde von Spa nicht verrückt machen. "Es gibt noch sechs Rennen. Da kann viel passieren. Ich erinnere an den großen Rückstand von Alonso vor Hockenheim. Dann hat er ihn innerhalb von zwei Rennen zugefahren."

Auf die Frage, ob die nächsten zwei Grand Prix entscheidend sind, antwortete der Red Bull-Pilot: "Das hängt ganz davon ab, was die anderen machen. Und das liegt außerhalb meines Einflussbereiches." Kritik und Bezeichnungen wie "Crash-Kid" prallen an ihm ab. "Jeder Fahrer macht Fehler. Ich habe in den letzten beiden Rennen Fehler gemacht und dafür bezahlt. Hamilton ist in Spa ausgerutscht und er kam mit einem blauen Auge davon. Manchmal ist das eine Frage von Zentimetern oder Glück. Eine Saison ist ein ständiges Auf und Ab. Am Ende zählt, wer am wenigsten Fehler gemacht hat. Ich lasse mich nicht davon beeinflussen, was andere über mich sagen oder denken."

Vettel wird nach der Kollision mit Jenson Button in Spa nicht weniger aggressiv ins Rennen gehen. "Ich habe versucht, ihn zu überholen, und es hat nicht geklappt. Das kann passieren. Fahre ich Button einfach hinterher, ist es auch nicht recht. Die Leute wollen doch Überholmanöver sehen. Aber wenn ich die Chance zum Überholen sehe, dann versuche ich es. Da wird sich auch in Zukunft nichts daran ändern."

Adrian Sutil:

Im Vorjahr konnte Adrian Sutil mit Force India in Monza die große Überraschung landen. Mit Rang vier verpasste der Force India-Pilot sein erstes Podiumsergebnis nur knapp. "Ich hoffe, dass wir das wiederholen können", gibt sich der Gräfelfinger selbstbewusst. "Das war ein tolles Wochenende im letzten Jahr. Natürlich wollen wir es dieses Jahr noch besser machen. Aber wir wissen auch, dass es ein hohes Ziel ist." Realistisch glaubt Sutil, dass er zumindest so schnell wie in Spa sein kann. Da wurde der Deutsche am Ende Fünfter.

Sutil weiß, dass sich eine bessere Chance auf ein gutes Resultat für Force India in der ganzen Saison nicht bietet. "Wir haben extra einen neuen Motor eingebaut, um unsere Chancen zu maximieren. Wir sind auch noch extra einen Aero-Test gefahren, um einige Sachen zu testen." Dabei probierte Force India einen modifizierten F-Schacht und eine neue Motoreneinstellung. Damit wird der Diffusor auch mit Auspuffgasen angeblasen, wenn der Fahrer vom Gas geht. "Wir werden das auf jeden Fall in Monza fahren und hoffen, dass wir keine Probleme bekommen."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg reist ohne große Erwartungen nach Monza. "Das ist schwer einzuschätzen, wo wir stehen. Ich hoffe, dass wir um die Top Ten mitfahren können. Allerdings weiß ich auch, dass es schwer wird." Mit McLaren, Ferrari, Red Bull, Renault und Force India sieht Hülkenberg mindestens fünf Teams mit Vorsprung vor Williams. "Für Force India ist das hier wirklich die ideale Strecke. Ich erwarte, dass die in die Top fünf fahren können."

Hülkenberg hofft, dass ihm der F-Schacht etwas Top-Speed bringt. Williams will auf jeden Fall mit dem komplizierten Luftkanalsystem im Auto fahren. "Der bringt zwar weniger als sonst. Aber in der Theorie ist es auf jeden Fall schneller als ohne." Die hohen Geschwindigkeiten machen dem Rheinländer bei seinem ersten Formel 1-Rennen in Monza keine besonderen Sorgen. "In der GP2 hatten wir ja auch schon 325 km/h drauf. Da machen die zehn km/h mehr auch nichts mehr aus."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg hat zwar ein Auto mit Mercedes-Motor, trotzdem erwartet er kein Top-Resultat auf der Highspeed-Strecke in Monza. "Ich glaube nicht, dass der Vorteil besonders groß ist. Ich kann nicht sagen, wo wir stehen." Auch in Spa konnte Mercedes in puncto Top-Speed nicht überzeugen. Sogar der Force India war mit gleichem Motor deutlich schneller unterwegs: "Adrian Sutil ist nicht an mir vorbeigefahren. Er ist an mir vorbeigeflogen. Und das war kein gutes Gefühl. Ich dachte, dass der in einer anderen Klasse war", blickt Rosberg zurück.

Am Ende konnte er noch mit Rang sechs Schadensbegrenzung betreiben. "Das ist das Problem, dass man sich schon über sechste Plätze freut. Damit können wir eigentlich nicht zufrieden sein. Das darf nicht zur Gewohnheit werden." Jetzt muss Rosberg aufpassen, dass er in der WM-Wertung nicht noch von Robert Kubica überholt wird. Für Mercedes geht es gleichzeitig darum, Platz vier in der Team-WM gegen Renault zu verteidigen. "Das wird sehr schwierig. Sie haben zuletzt einen großen Schritt gemacht und sie waren ja in Ungarn schon vor uns."

Timo Glock:

Timo Glock weiß nicht, was er von seinen Chancen in Monza halten soll. "Im Top-Speed haben wir Defizite. Die Bremsstabilität unseres Autos ist gut. Die Traktion könnte besser sein. Es ist aber schwierig Prognosen zu treffen, weil keiner weiß, wie das Aerodynamikpaket für Monza funktioniert. Es ist tatsächlich ein ganz anderes Auto. Man fängt am Freitagmorgen wirklich bei Null an."

Der Virgin-Pilot schätzt Lotus trotzdem etwas stärker ein. "Die haben einfach erfahrenere Leute im Team, um mit so einer Situation umzugehen. Da sind viele Leute von Toyota im Team, die wissen wie ein Aero-Paket für eine Strecke wie Monza aussehen muss." Erleichtert ist Glock, dass die mittlerweile abgeflachten Randsteine das Fahrwerk nicht mehr so in den Mittelpunkt rücken. "Mechanisch haben wir im Vergleich zu Lotus noch Defizite."

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher am Donnerstag bei seiner Rückkehr nach Monza erlebt hat, lesen Sie hier:

>> Schumacher glaubt nicht an Ferrari: "Zwei Teams machen Titel unter sich aus"

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