Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Deutsche F1-Piloten beim GP Korea

Gleich vier Deutsche mit Ausfall

Sutil Kobayashi GP Korea Foto: xpb 29 Bilder

Die deutschen Formel 1-Piloten schienen beim GP Korea mit einem Fluch belegt zu sein. Timo Glock, Adrian Sutil, Sebastian Vettel und Nico Rosberg fielen aus. Der Rest landete in den Punkterängen.

24.10.2010 Bianca Leppert, Michael Schmidt

Nick Heidfeld:

Drittes Rennen, zum zweiten Mal in die Punkte: Das ist die Bilanz von Nick Heidfeld bei seinem Aushilfsdienst für Sauber. Der Mönchengladbacher wurde Neunter. Die letzten Runden waren ein Eiertanz auf Intermediates, die bereits 36 Runden auf der Lauffläche hatten. Sauber hatte den Reigen der Boxenstopps mit dem Wechsel von Regenreifen und Intermediates in Runde 19 eröffnet. "Ich muss erst noch analysieren, ob das eine gute Entscheidung war. Wenn das zweite Safety Car nicht gekommen wäre wahrscheinlich ja, aber das konnten wir ja nicht ahnen."

Es dauerte ein paar Runden, bis die Sauber-Piloten von ihrem Reifenpoker profitierten. "Am Anfang waren die Extremwetterreifen noch besser. Deshalb wurden wir lange von einer Gruppe langsamer Fahrer aufgehalten. Ich kam nicht einmal an Yamamoto vorbei." Heidfeld hatte während des Rennens immer wieder Zweikämpfe, darunter auch ein paar mit Adrian Sutil. "Einmal ist er plötzlich links neben mir aufgetaucht, und ich konnte nur noch nach rechts zucken. Ich habe ihn gar nicht kommen sehen, weil die Spiegel so verdreckt waren."
 
In der Rennpause nahm Heidfeld zwei Änderungen vor, die seine Erfahrung zeigen. Er ließ sich am Heckflügel einen Gurney-Flap aufziehen, damit das Auto beim Bremsen stabiler auf der Straße liegt. Und er wechselte von einem getönten auf ein klares Visier. "Das hat in den letzten Runden geholfen, als es schon richtig dunkel war."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg holte auf den letzten Drücker einen WM-Punkt. In der letzten Runde presste er sich an Jaime Alguersuari auf Platz zehn vorbei. "Es hätte aber locker ein fünfter Platz werden können, wenn alles nach Plan gelaufen wäre." Der lange Kerl aus Emmerich erwischte einen guten Start, als das SafetyCar in der 18. Runde abbog. "Ich lag sofort vor Rubens. Beim nächsten SafetyCar hatte ich dann Pech und bin wieder hinter ihn gefallen. Und dummerweise auch noch hinter meinen speziellen Freund Petrov."
 
Der Williams-Pilot saß erste Reihe Mitte als Petrov vor seinen Augen abflog. "Den Crash habe ich kommen sehen. Petrov ist schon die vier Runden davor immer quer aus der letzten Runde gekommen. Das war echte Driftchallenge. Dann gibt er zuviel Gas und haut er das Auto volle Kanne raus." In der Folge ging es bei Hülkenberg nur noch darum, die Intermediates zu schonen. "Mit unserem Auto ist das nicht leicht, denn es geht ziemlich aggressiv mit den Reifen um." Ein Plattfuß links hinten zwang ihn zu einem späten Boxenstopp. "Sonst wäre ich nie an die Boxen gefahren." Der neue Satz Intermediates war erst in den letzten zwei Runden ein echter Vorteil. "Es hat zwei Runden gedauert, bis er auf Temperatur gekommen ist."

Adrian Sutil:

Der Force India-Pilot hinterließ auf die Zuschauer irgendwie den Eindruck, dass er das Auto fahren verlernt hat. Immer wieder machte er mit Dreher und Verbremsern auf sich aufmerksam. Das fiel auch Sutil selbst auf. "Ich hatte die ganze Zeit mit meiner Bremse Probleme", entschuldigte er sich. "Ich hatte soviel Bremsdruck, dass es immer blockiert hat. Ich war mehrmals neben der Strecke. Zum Schluss habe ich versucht, Kobayashi zu überholen und habe dabei das Auto an einer Stelle verloren, die etwas nasser war als ich dachte und ich bin ihm in die Seite gekracht."
 
Die Strafe dafür folgte auf dem Fuß. Sutil musste bei den Rennkommissaren antanzen. Die brummten dem Wahl-Schweizer eine Strafe von 10.000 Dollar und eine Strafversetzung um fünf Plätze in Brasilien auf. Ein Wochenende zum Vergessen. "Ich bin mit meiner Leistung nicht zufrieden", muss Sutil zugeben. "Es war für mich kein gutes Rennen, aber ich freue mich für das Team, dass es mit Tonio und dem sechsten Platz so gut geklappt hat."

Timo Glock:

Timo Glock lag bereits auf Rang elf, als ein ToroRosso in der 32. Runde in seinen VirginF1 einschlug. "Ein Riesenfehler von Buemi. Der hat sich irgendwie selbst ausgetrickst und viel zu aggressiv gebremst. Schade, denn es war ein Rennen, bei dem wir Zwölfter oder 13. hätten werden können. Ich habe keinen Fehler gemacht und gezeigt, dass ich schnell sein kann, wenn es die Bedingungen zulassen."
 
er Einschlag war so stark, dass beim VirginF1 das Monocoque zu Bruch ging. Den Reifen, der haarscharf an seinem Kopf vorbeiging, sah Glock gar nicht. Der Hesse war mit seinem Auto auf nasser Strecke zufrieden. "Ich hatte eine gute Balance, einen guten Speed und war klar Schnellster der Neulinge." Da ist es ein geringer Trost, dass Unfallgegner Sebastien Buemi beim GP Brasilien in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt wird.

Nico Rosberg:

Nico Rosberg war einer der Verlierer beim GP Korea. Der Mercedes GP-Pilot beeindruckte gleich zu Beginn mit einem beherzten Überholmanöver gegen Lewis Hamilton. Kurz darauf rauschte er jedoch in den sich kreiselnden Mark Webber und war draußen. Der 25-Jährige hatte keine Wahl.
 
"Es war schwer einzuschätzen, in welche Richtung sich Mark Webbers Auto nach seinem Ausrutscher bewegen würde und ich fuhr nach links, aber er drehte sich immer weiter und ich konnte ihm nicht ausweichen. Schade - heute hätten wir ein sehr gutes Ergebnis holen können.“
 
Offenbar kam man bei Mercedes GP nun besser mit dem Auto zurecht, was auch Michael Schumachers vierter Platz unterstrich. "Mit dem Auto, das wir zurzeit haben, lief unser Wochenende nahezu perfekt - bis zu der Kollision", bedauert Rosberg. "Der fünfte Platz im Qualifying gestern war gut und das Auto lief das ganze Wochenende über sehr gut. Das Team machte hier einen super Job und dank unserer Geschwindigkeit auf der Geraden überholte ich bereits früh Lewis Hamilton. Deshalb war es sehr schade, dass mein Rennen vorzeitig beendet wurde."

Was Sebastian Vettel am Sonntag nach seinem Ausfall beim GP Korea zu sagen hatte, lesen Sie hier: Vettel: "Ich bin der Letzte, der aufgibt"

Was Michael Schumacher erlebt hat, lesen Sie hier: Schumacher schrammt am Podium vorbei

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden