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Deutsche F1-Piloten beim GP Abu Dhabi

Vierte deutsche Pole Position in Folge

Nico Hülkenberg Foto: Williams 27 Bilder

Das letzte Qualifying der Saison in Abu Dhabi war nicht für alle deutschen Piloten ein Erfolg. Nico Hülkenberg musste nach der Sensation von Sao Paulo wieder eine Niederlage einstecken. Immerhin sorgte Sebastian Vettel für die vierte deutsche Pole Position in Folge.

13.11.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Mit der zehnten Pole Position zeigte sich wieder mal, dass das Paket Vettel-Red Bull in diesem Jahr eigentlich den WM-Titel verdient hätte. Doch Fernando Alonso hat auf Platz drei deutlich bessere Aussichten auf den großen Preis. Vettel will trotzdem nicht aufgeben. "Wir sind in einer starken Position für den Sonntag. Das Rennen ist lang. Da kann alles passieren." Der Druck laste laut Vettel auf der Konkurrenz. "Wir führen die WM nicht an, deshalb können die anderen viel mehr verlieren. Zehn Pole Positions in einer Saison ist wirklich sehr gut. Alles was jetzt kommt, ist ein Bonus."

Der Schlüssel für die Trainingsbestzeit lag im umgebauten Auto. "Gestern lagen wir zwei Zehntel hinter McLaren. Die haben wir über Nacht gefunden. Das Auto fühlt sich wirklich gut an. Ich bin sehr zufrieden." Wichtig war auch die richtige Strategie im Qualifying. Im Gegensatz zur Konkurrenz. "Wir konnten nur einen Run im letzten Abschnitt machen. Das war nicht ideal, aber wir haben uns darauf konzentriert. Für die Pole Position braucht man nur eine Runde und die habe ich zum Glück hinbekommen."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg hätte sich ein besseres letztes Abschlusstraining seiner ersten Formel 1-Saison gewünscht. Platz eins in Brasilien folgte Rang 15 in Abu Dhabi. "In Q1 lief mit den harten Reifen noch alles gut. Im zweiten Abschnitt habe ich mit den weichen Reifen komplett die Balance verloren. Da war plötzlich kein Grip mehr, und das Auto hatte hinten keine Stabilität."

Hülkenberg fehlte in Q2 eine ganze Sekunde auf Rubens Barrichello. Der Brasilianer ließ wieder einmal seine ganze Routine spielen. "Ich wusste, dass sich die Balance ändert, in dem Augenblick in dem die Sonne weggeht. Wenn du das Auto von Anfang an auf kühlere Bedingungen abstimmst, hast du im Heck mehr Grip, weil der Vorderreifen im Vergleich dazu bei kühleren Bedingungen mehr an Haftung verliert."

Der alte Fuchs ließ schon am Morgen das ganze Auto auf die Nachtfahrt umbauen. "Deshalb war ich im freien Training in der Sonne auch so langsam." Hülkenberg muss jetzt alles auf das Rennen setzen. Sein Rennen um das zweite Williams-Cockpit geht auch noch nach dem Saisonfinale weiter. "Das Team hat mir gesagt, dass ich erst eine Woche nach Abu Dhabi eine Antwort kriege. Dann wird mir Adam Parr sagen, ob ich bleiben kann."

Nick Heidfeld:

Für Nick Heidfeld endete die fünfte Qualifikation für Sauber mit einer Enttäuschung. Top Ten war für beide Sauber-Piloten außer Reichweite, doch Heidfeld fehlten nach gutem Trainingsstart dann doch vier Zehntel auf Teamkollege Kamui Kobayashi. Trotz eines stärkeren Motors, von dem sich der Deutsche so viel versprochen hatte. Der Motor war nicht das Problem. Dafür die Reifen.

"Ich hatte mir nach dem Morgentraining ein besseres Ergebnis erhofft. Aber mit den tieferen Temperaturen am Abend bekamen wir Probleme mit der Reifentemperatur. Selbst die superweichen Reifen wollten nicht auf Temperatur kommen. Das Problem ist hier, Vorder- und Hinterreifen gleichzeitig in das Temperaturfenster zu bekommen." Wer es nicht schafft, bekommt Balanceprobleme. Und landet dann wie Heidfeld auf Platz 14.

Timo Glock:

Timo Glock verpasste wieder einmal das Dauerziel, Lotus zu schlagen. Auf Platz 21 musste er den beiden grünen Autos den Vortritt lassen. "Im Trockenen war das nicht möglich. Die Balance vom Auto war eigentlich ganz gut. Aber mehr war nicht drin." Auch für das Rennen hat der Virgin-Pilot wenig Hoffnung. "Über die Distanz sehe ich da schwarz. Ein Knackpunkt ist vor allem das Differenzial. Wir können einfach keine Sperrwirkung auf der Hinterachse fahren. Da ist die Traktion ziemlich schlecht."

Auch wenn er gegen Lotus oft den Kürzeren zog, ist Glock zufrieden mit seiner Qualifying-Leistung in diesem Jahr. Die Bilanz von 18:1 gegen Teamkollege Lucas di Grassi spricht eine eindeutige Sprache. "Das lief diese Saison eigentlich ganz gut. Ich habe bewiesen, dass ich da doch keine Schwäche habe, wie es der ein oder andere vor einem Jahr noch unterjubeln wollte." Den Kampf gegen Lotus habe Virgin nicht am Ende der Saison verloren. "Die haben die Ergebnisse vor allem am Anfang des Jahres abgeliefert. Da sind wir mehr gestanden als gefahren."

Adrian Sutil: 

Am Freitag sah es noch nach einem sehr schwierigen Wochenende für Adrian Sutil aus. Am Samstag reichte es immerhin noch zu Platz 13 für den Force India-Piloten. "Das war ein sehr gutes Qualifying. Darüber habe ich mich gefreut. Es war nicht mehr drin", freute sich der 27-Jährige anschließend. "Wir konnten zum Glück die Probleme mit den Bremsen beheben. Das Material war aus irgendeinem Grund nicht gut." Für den Sonntag hat sich der Deutsche viel vorgenommen. Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, Williams in beiden WM-Wertungen noch zu überholen.

"Ich glaube, es wird im Rennen noch besser gehen. Ich habe mir noch einen Satz weicher Reifen gespart. Unser Hauptkonkurrent ist Williams. Danach werden wir die Strategie ausrichten. Ich hoffe wir können noch ein, zwei Punkte einfahren." Rubens Barrichello, der punktgleich mit Sutil auf WM-Platz zehn liegt, startet allerdings auf Platz sieben. "Im Qualifying bekommt man noch keinen Pokal", gibt sich Sutil optimistisch. "Man hat es in Brasilien gesehen: Da waren sie auf Pole und Platz sechs und haben auch nicht viel draus gemacht."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg schien im Qualifying von Abu Dhabi für eine Überraschung gut zu sein. Die zweite K.O.-Runde schloss der Silberpfeil-Pilot auf Rang drei ab. Am Ende wurde es aber nur Platz neun. "Auf dem harten Reifen war ich ziemlich schnell unterwegs. Aus Strategiegründen muss man im letzten Quali-Abschnitt auf weiche Reifen wechseln. Man kann einfach nicht auf den harten Reifen starten, auch wenn man dann weiter vorne stehen würde", erklärte Rosberg den Abfall.

Am Ende fehlten mehr als eine Sekunde auf die Bestzeit. Und auch das Duell gegen Teamkollege Michael Schumacher ging verloren. "Auf den weichen Reifen konnte ich einfach nicht die Rundenzeiten fahren. Zwischen den Mischungen war mindestens eine halbe Sekunde Unterschied", verteidigte Rosberg. "Ich brauche ein stabiles Heck, um zu attackieren. Mit den weichen Reifen ging das leider nicht. Ich bin definitiv nicht glücklich mit Platz neun. Da ist nicht mehr viel möglich, aber ich versuche natürlich mein Bestes."

Michael Schumacher:

Wie sich Michael Schumacher in der letzten Qualifikation des Jahres geschlagen hat, erfahren Sie hier:

>> Schumacher: "Habe Raum für Verbesserung gelassen"

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