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Deutsche F1-Piloten in Singapur

Die glorreichen Sieben

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 57 Bilder

In Singapur gehen zum ersten Mal in der Formel 1-Geschichte sieben deutsche Formel 1-Piloten an den Start. Die Ausgangslage ist dabei sehr unterschiedlich. Ob an der Tabellenspitze, im Mittelfeld oder am Ende - gekämpft wird an allen Fronten.

23.09.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel kam in letzter Minute nach Singapur. Erst am Donnerstagmorgen landete sein Flug auf dem Changi Airport. Danach ging es erst einmal ins Bett, "um im europäischen Zeitrhythmus zu bleiben". Am Nachmittag stand ein fünfstündiger Interviewmarathon für Sponsor Puma an. Deshalb tauchte Vettel auch als einer der letzten Piloten im Fahrerlager auf.

Von WM-Anspannung keine Spur. Vettel sieht dem Schlussspurt in der Meisterschaft mit einem gewissen Fatalismus entgegen und plauderte munter darauf los. "Ich bin der letzte der Top 5 und damit der Außenseiter. In der Favoritenrolle sind andere, und wir werden sehen, wie sie damit klarkommen. Naturgemäß haben die, die vorne liegen, mehr Druck als die Verfolger." Die 24 Punkte Rückstand auf Mark Webber sind für Vettel kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. "Ich habe immer noch eine gute Chance Weltmeister zu werden. Es gab in diesem Jahr soviel Auf und Ab, dass man keinen abschreiben sollte. Mit Fernando haben sie es schon zwei Mal gemacht, und jetzt ist er wieder da."

Vettel fühlt sich für das Stadtrennen in Singapur gut gerüstet: "Wir waren schon im letzten Jahr stark. Es gibt ein paar neue Teile am Auto, und weil die Motorleistung hier nicht die entscheidende Rolle spielt, bin ich optimistisch. 2009 war McLaren unser stärkster Gegner. Aber da hatten die noch KERS an Bord." Eine andere Fahrweise will Verfolger Vettel nicht an den Tag legen. "Wie viel Risiko ich eingehe, entscheide ich je nach Situation. Wenn sich die Chance ergibt einen Platz gutzumachen, dann nehme ich sie wahr. Dass so etwas auch schief gehen kann, hat man bei mir in Spa und bei Hamilton in Monza gesehen. Es ist irgendwo immer eine Gratwanderung."

Nico Rosberg:

Obwohl Nico Rosberg mit Platz zwei 2008 in Singapur sein bestes Formel 1-Resultat einfahren konnte, hat sich der Deutsche noch nicht ganz mit dem engen Stadtkurs in Südostasien angefreundet. "Singapur gehört wohl nicht zu meinen Lieblingsstrecken", gibt der 25-Jährige zu. "Aber es ist eine große Herausforderung, weil es sehr schwierig ist, eine perfekte Runde hinzubekommen." Wegen seiner guten Ergebnisse in der Vergangenheit freut sich der Mercedes-Pilot aber auf das Nachtrennen.

Nur der Regen beunruhigt Rosberg etwas. Auch am Donnerstag kamen wieder mehrere Schauer über dem Fahrerlager herunter. "Ich bin schon seit Sonntag hier und es war jeden Tag so. Die Regenwahrscheinlichkeit für die nächsten Tage ist also hoch." Regen in Singapur wäre eine ganz neue Erfahrung, auf die Rosberg aber verzichten könnte. "Es gibt schon etwas Grund zur Beunruhigung, wie die Bedingungen mit dem Licht und kleinen Flüssen auf der Strecke sind." Für Rennen und Qualifying erwartet der Silberpfeil-Pilot eine trockene Strecke. "Aber im ersten Freien Training könnte es sehr interessant werden."

Adrian Sutil:

Singapur war in den letzten Jahren nicht gerade ein guter Kurs für Force India. Doch Adrian Sutil lässt sich davon nicht entmutigen. "Ich habe in dieser Saison schon auf einigen Strecken gute Resultate eingefahren, auf denen wir vorher nie so gut waren." Für ganz nach vorne wird es wohl aber nicht reichen. "Es sollte ganz okay sein. Ich peile wieder ein Top Ten-Resultat an." Dabei helfen sollen auch einige Updates am Auto. "Wir haben am Unterboden und den Seitenkästen einige aerodynamische Änderungen", erklärt Sutil. "Das sollte uns etwas mehr Grip in den Kurven geben."

Force India befindet sich momentan mit Williams im Kampf um Rang sechs im Konstrukteurspokal. "Das ist wichtig, dass wir diese Position halten. Das wird ein harter Kampf. Wenn es leicht wäre, wäre es nicht Formel 1. Ich mag Herausforderungen." Auch persönlich gibt es für den Deutschen noch Grund zu kämpfen. Michael Schumacher konnte sich in Monza einen Platz vor Sutil in der Fahrerwertung schieben. "Ich bin nur einen Punkt dahinter. Natürlich würde ich hier gerne wieder Platz neun erobern."

Timo Glock:

Virgin hat für Singapur einen Großangriff angekündigt. Mit einem letzten größeren Update vor allem am Diffusor und im Aerodynamikbereich will man Konkurrent Lotus im Kampf der Neulinge hinter sich lassen. "Das ist der Plan", grinst Timo Glock, "allerdings bin ich da etwas vorsichtig mit großen Ankündigungen. Wir müssen erst einmal abwarten. Es wird vor allem interessant, wie gut unser Auto über die Bodenwellen geht. Da ist Lotus glaube ich ein bisschen besser aufgestellt."

Für drei bis fünf Zehntel sollte das neue Upgrade laut Glock gut sein. "Und dann hoffe ich darauf, dass ich als Fahrer noch ein bisschen was herausholen kann." Im Vorjahr fuhr der Odenwälder im Toyota hinter Lewis Hamilton auf Rang zwei bis aufs Podium. "Das wird dieses Jahr schwer. Eigentlich unmöglich. Aber ich freue mich darauf. Singapur ist immer ein Highlight." Helfen könnte dem Virgin-Pilot Regen. Glock hofft auf den Chaos-Faktor. "Ich Spa war ich ja auch ganz gut aufgestellt auf feuchter Strecke und bei Mischverhältnissen. Das würde uns schon in die richtige Richtung helfen."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg befindet sich im Aufwind. Seit dem GP Ungarn läuft es bei dem Rheinländer wie geschmiert. Seitdem ist er für Teamkollege Rubens Barrichello zu einer echten Gefahr geworden. Hülkenberg macht es nicht an einem Moment fest, an dem der Knoten für ihn geplatzt ist. "Ich hatte schon ein paar gute Momente in Montreal und Valencia, aber seit einigen Rennen läuft es jetzt konstant besser. Ich fühle mich wohler im Auto, bin sicherer geworden bei meinen Entscheidungen das Setup betreffend. Das passiert nicht von heute auf morgen sondern ist ein kontinuierlicher Prozess."

Für Singapur erwartet sich der Blondschopf die Fortsetzung einer guten Serie. Frontflügel und Leitbleche sind neu. Den neuen Unterboden bekommt allerdings erst einmal nur Rubens Barrichello. "Da ist leider nur einer rechtzeitig fertig geworden." Es fällt auf, dass bei Williams erstmals in den letzten fünf Jahren ein kontinuierlicher Aufwärtstrend zu beobachten ist. "Da hat das Feedback von Rubens sicher einen Einfluss darauf", lobt Hülkenberg seinen Teamkollegen. "Er hat den Ingenieuren punktgenau gesagt, worauf es ankommt. Und es gab im Team ein paar Umstrukturierungen, die sich positiv ausgewirkt haben."

Die Strecke von Singapur ist Neuland für Deutschlands jüngsten Formel 1-Piloten, nicht aber ein Rennen in der Nacht. "Ich bin in der GP2-Asienserie schon mal ein Nachtrennen gefahren. Die Strecke war taghell erleuchtet, also nichts Besonderes."

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher vor seiner Singapur-Premiere sagt, lesen Sie hier:

>> Michael Schumacher: "Mich werdet Ihr nicht los"

Nick Heidfeld:

Wie Nick Heidfeld sein Comeback bei Sauber angeht, erfahren Sie hier:

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