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Deutsche F1-Piloten beim GP Belgien

Team Deutschland setzt auf nasses Rennen

Sebastian Vettel Foto: xpb 26 Bilder

Die sechs deutschen Formel 1-Piloten haben in der Regenlotterie von Spa nicht das große Los gezogen. Mit Hilfe des Wetters wollen Vettel, Schumacher, Rosberg und Co. aber am Sonntag im Rennen noch ein paar Plätze gutmachen.

28.08.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel hätte sich mehr ausgerechnet als Startplatz vier. Vor allem, weil Teamkollege Mark Webber von der Pole Position startet. "Der Speed war da. Aber ich habe zwei Mal aus unterschiedlichen Gründen keine perfekte Runde hinbekommen. Um auf Pole zu fahren, musste man so wie Mark gleich am Anfang von Q3 schnell sein, weil da die Bedingungen konstant waren. Ich hatte in meinem ersten Versuch überraschend viel Untersteuern. Überraschend deshalb, weil ich mich etwas verschätzt hatte mit meiner Prognose", gibt Vettel seinen Fehler zu.

"Ich hatte das Untersteuern schon in Q2, schob es aber darauf, dass ich Barrichello hinterher fahren musste. Da dachte ich, dass sich das Problem bei einer freien Strecke von selbst lösen werde. Das war aber nicht der Fall. Wir haben dann für den zweiten Versuch den Frontflügel etwas steiler gestellt. Dummerweise bin ich auf der Strecke gewesen, als es in der ersten Kurve gerade besonders stark geregnet hat. Da allein habe ich sechs Zehntel liegen lassen. Das war auf dem Rest der Runde nicht mehr aufholbar, auch nicht mit der besten Zeit in Sektor zwei."

Das Rennen wird eine harte Nuss für den Heppenheimer. Mit Lewis Hamilton und Robert Kubica stehen zwei Kollegen vor ihm, die den besseren Top-Speed haben. "Da wird es schon schwierig mit dem Überholen. Aber vielleicht hilft uns der Windschatten etwas. Wir sind im Top-Speed nicht hoffnungslos. Auf mehr Abtrieb konnten wir aber nicht verzichten, sonst hätte die Gesamtzeit darunter gelitten.

Adrian Sutil:

Adrian Sutil erreichte im Qualifying mit Platz acht ungefähr das gesteckte Ziel: "Vielleicht hätte es auch noch zwei Ränge weiter vorne enden können. Aber im Q3 war das in unserer Situation das beste, was drin war." Wenn es dumm gelaufen wäre, hätte Sutil auch viel weiter hinten starten können. Im ersten Quali-Abschnitt leistete sich der Deutsche mit seinem Force India einen Ausritt ins Kiesbett. "Zum Glück bin ich da noch mal rausgekommen. Das war natürlich eine Schrecksekunde."

Für das Rennen ist Sutil gewohnt optimistisch. "Ich orientiere mich immer nach vorne. Wir haben einen guten Top-Speed und brauchen einen guten Start. Das Rennen ist lang und wir erwarten Regen." Dem Deutschen ist es egal, wie das Wetter am Sonntag wird. "Wir sind auf alles vorbereitet." Punkte lautet das Minimalziel. "Wir wollen durchfahren und gut punkten. Das Podium ist wohl außer Reichweite. Da sind zu viele gute Autos vor uns."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg freute sich am Samstag, dass er in Belgien zum dritten Mal in Folge unter den ersten Zehn startet. Der einzige Wermutstropfen war die Niederlage im teaminternen Duell mit Rubens Barrichello. Vier Zehntel nahm der Routinier dem Rookie ab. "Ich habe zuvor zu viele weiche Reifen verbraucht. Im Q3 hatte ich keinen Neuen mehr, nur einen Gebrauchten - und bei der langen Strecke hatte ich da keine Chance." Barrichello pokerte im letzten Run mit harten Reifen und gewann. "Ich habe auch einen Moment daran gedacht. Nach Beratung mit meinem Ingenieur und Sam Michael habe ich es dann nicht gemacht."

Hülkenberg hofft, dass sich die Entscheidung am Sonntag auszahlen wird. Da jeder Pilot auf den Reifen losfahren muss, auf dem er die schnellste Zeit im Qualifying gesetzt hat, kann "Hülk" mit dem weichen Gummi starten. "Wenn es trocken ist und es kommt dann ein Safety-Car bist du mit den weichen Reifen besser dran. Wenn man den gleich am Anfang loswerden kann, dann ist das ein Vorteil." Wie die meisten Fahrer rechnet der Emmericher mit Schauern. "Ich habe mein Auto ein bisschen weicher abgestimmt. Ein bretthartes Auto funktioniert im Regen einfach nicht. Dadurch habe ich heute im Trockenen aber nicht viel hergegeben. Man muss flexibel sein. Ich denke das Wetter wird im Rennen mindestens zehn Mal wechseln."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg pokert voll auf Regen. Der Mercedes-Pilot entschied sich dafür bereits am Morgen, als klar war, dass er wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze zurückgestuft wird. "Ich wusste, ich würde irgendwo zwischen Platz 13 und 17 landen. Da sich mein Auto im Regen ganz gut anfühlte, macht das Risiko Sinn."

Wäre Rosberg nicht im Verkehr stecken geblieben, wäre er vielleicht noch ein, zwei Plätze weiter vorne gestartet. "Buemi ist vor mir unnötigerweise langsam gefahren. Ich musste Abstand schaffen, gleichzeitig aber auch auf meinen Teamkollegen schauen, der hinter mir war."

Timo Glock:

Die schlechte Nachricht erreichte Timo Glock 47 Minuten nach Ende des Abschlusstrainings. Der Virgin-Pilot wird im Rennen um fünf Startplätze zurückgestuft, weil er Sakon Yamamoto behindert hat. Ausgerechnet Yamamoto, den langsamsten Mann im Feld. Ansonsten war Glock mit seiner Qualifikation hochzufrieden. Zum zweiten Mal nach Malaysia schaffte es der 28-jährige Deutsche in die zweite Runde der Qualifikation. "Bei ähnlichen wechselnden Bedingungen zwischen trocken und nass. Da zahlt sich meine Erfahrung und meine Qualität als Fahrer aus", lobte sich Glock selbst.

Dann ging er ins Detail: "Es war eine echte Herausforderung, ein Ritt auf der Rasierklinge. Als in Q1 der Regen nachließ, habe ich mich im vorderen Teil des Feldes eingereiht. Ich wollte an den Leuten vor mir sehen, wie glatt es speziell in der Kurve 14 noch war. So hatte ich ein gutes Gefühl, wie viel ich riskieren konnte. Bei den Bedingungen musst du 100 Prozent geben, und du darfst dir keinen Fehler erlauben."

Dass ihm Heikki Kovalainen in Q2 noch durchgerutscht ist, lag daran, dass er versuchte mit einem Satz weicher Reifen durchzufahren. "Heikki ist zum Schluss mit einem frischen Satz raus. Das erklärt seinen großen Zeitvorsprung auf mich." Glock saß nach seinem Unfall am Freitag in einem neuen Chassis, das seine Mechaniker in langer Nachtarbeit aufgebaut hatten. "Der Durchmarsch in Q2 war mein Geschenk an die Jungs, die sich in der Nacht die Finger wund geschuftet haben."

Michael Schumacher:

Wie das Qualifying für Michael Schumacher lief, lesen Sie hier:

>> Michael Schumacher, der Gute-Laune-Onkel

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