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Deutsche F1-Piloten beim GP Europa

Frustbewältigung in Valencia

Sebastian Vettel Foto: xpb 60 Bilder

Die deutschen Piloten freuen sich auf das zweite Spanien-Gastspiel der Saison in Valencia. Hier wollen Vettel, Rosberg & Co. den Frust von Montreal vergessen machen. Fünf Piloten wollen in die Punkte. Timo Glock will im Virgin wenigstens Lotus ärgern.

24.06.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel gibt sich locker. Der vierte Platz von Kanada war im Rückblick ein Erfolg. Zumindest Schadensbegrenzung. "Unser Speed war besser als erwartet, die Taktik war richtig. Leider ist etwas im Rennen passiert, was wir nicht erwarten konnten. Keiner der Fahrer, die früh Reifen gewechselt haben, ist in den Verkehr gefallen." Valencia sieht zwar vom Streckenlayout ähnlich wie Montreal aus, doch es gibt auch gravierende Unterschiede, die beide Strecken schwer vergleichbar machen, wie Vettel ausführt: "In Valencia gibt es ein paar schnelle Kurven, der Asphalt ist griffiger, und es wird mit mehr Abtrieb gefahren als in Montreal."

Alles Faktoren, die dem Red Bull normalerweise eine Trumpfkarte in die Hand spielen. Dazu kommt der F-Schacht, mit dem Red Bull einen zweiten Versuch wagt. Vettel ist nach wie vor überzeugt: "Auf einer Strecke wie Valencia mit so vielen Geraden bringt dir der F-Schacht drei bis fünf Zehntel. An einer Technik, die dir soviel bringt, kannst du nicht einfach so vorbeigehen."

Der Sieger des GP Malaysia betrachtet den Rest der Saison nicht als Fünfkampf zwischen den beiden McLaren, Red Bull und Alonso: "Die Saison ist noch so lang, da kann so viel passieren. Für mich ist Massa noch nicht abgeschrieben, noch nicht einmal Kubica. Wie schnell man aufholen kann, zeigt mein Teamkollege Mark Webber. Nach vier Rennen lag er zurück. Dann gewinnt er zwei Mal und ist gleich wieder vorne dabei."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenbergs erste Saisonhälfte war durchwachsen. "Es gab ein paar gute Rennen aber auch zu viele Unfälle." Ein Grund für die Enttäuschungen sei auch das Auto gewesen, das sich schlechter präsentierte als man im Team gedacht hatte. Umso mehr hofft Hülkenberg auf die technischen Ausbaustufen, die den FW32 in Valencia und Silverstone eine halbe Sekunde pro Runde schneller machen sollen. Da ist der Deutsche noch skeptisch. "Das ist vielleicht etwas optimistisch gedacht. Ein paar Zehntel würden es auch schon tun."

In Valencia feiert der F-Schacht ein Comeback, nachdem die Tests in Shanghai und Barcelona enttäuschend verlaufen waren. In Silverstone soll ein neuer Diffusor nach dem Vorbild von Red Bull folgen. Die Auspuffgase blasen dann seitlich aus und von dort durch einen Schacht in den äußeren Diffusorkanal.

Diese Anordnung schafft Platz für einen größeren Expansionskanal. Und das bringt Abtrieb. "Abtrieb hilft überall", fasst Hülkenberg den möglichen Erfolg der Anstrengungen zusammen. Ob es reichen wird, Force India oder sogar Renault zu ärgern, vermag der Blondschopf vom Oberrhein nicht zu sagen: "Es wird uns helfen, aber wie viel, das hängt davon ab, wie die anderen ihre Autos weiterentwickeln."

Timo Glock:

Timo Glock hofft, dass die Serie der Kinderkrankeiten an seinem Virgin endlich beendet ist. Der zu kleine Tank: behoben dank eines neuen Chassis. Die Probleme mit dem Absaugen des Benzins: gelöst durch ein modifiziertes Benzinsystem. Die Hydraulik: die wird das Team noch ein bisschen weiter verfolgen. "Wir dachten, wir sind über den Berg, aber dann hatten wir in Kanada Ärger mit der Servolenkung als Konsequenz der Hydraulikprobleme." Der Frontflügel soll nur noch bis Silverstone ein Schwachpunkt bleiben. "Dann gibt es einen neuen Flügel. Die Ingenieure sagen, dass er viel bringt."

Wenn sein Virgin endlich mal ohne technische Macken ein Wochenende übersteht, dann sollte Glock in Valencia die Lotus ärgern können. "Die Strecke liegt mir. Im letzten Jahr bin ich immerhin die schnellste Rennrunde hier gefahren." Dagegen spricht, dass langsame und mittelschnelle Kurven nicht gerade das bevorzugte Revier seines Autos sind. "Wir haben da zu viel Übersteuern, und wir sind weiter eingeschränkt mit dem Differenzial."

Nico Rosberg:

Nach dem Reifenärger von Montreal ist Nico Rosberg zuversichtlich, dass es in Valencia wieder besser läuft. "In der Fabrik haben 500 Leute darüber nachgedacht. Da kamen einige Ideen. Wir denken, dass wir Gründe gefunden haben." Genauer wollte Rosberg darauf allerdings nicht eingehen. Auch beim neuen Update-Paket ist der Deutsche vorsichtig. "Wir müssen schauen, wie weit es uns bringt." Nach dem großen Paket von Barcelona steht in Valencia schon der zweite große Umbau des Silberpfeils: "Der lange Radstand hat was gebracht", blickt Rosberg auf die erste Ausbaustufe zurück, "aber nicht das, was wir erwartet haben."

Die Untersteuer-Probleme des Autos sind immer noch da. Und dann ist da ja auch noch die ungewisse Reifensituation. "Es ist unmöglich zu sagen, wo wir im Moment stehen." Die hohen Ziele habe man bisher noch nicht erreichen können. "Wir wollen in dieser Saison noch um Siege und Podiums-Plätze kämpfen. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo man sich auf die kommende Saison konzentrieren muss." Der sei aber noch längst nicht gekommen. "Wenn man einen großen Schritt macht, ist noch alles möglich."

Adrian Sutil:

Bei Adrian Sutil war der Frust von Kanada verflogen. Dort hatte ihm ein geplatzter Reifen nach einer Kollision mit Robert Kubica ein gutes Ergebnis gekostet. "Wir haben das geklärt. Er hat sich entschuldigt", blickt Sutil zurück. "Er dachte ich hätte zu früh gebremst, aber ich habe mit den Daten gezeigt, dass es nicht der Fall war." Auch der Unterboden des Force India-Piloten wurde im Rennen ramponiert. "Ich war ungefähr eine Sekunde pro Runde langsamer." Trotzdem konnte er am Ende noch Michael Schumacher überholen und auf Platz zehn einen WM-Punkt feiern. "Das war wichtig", freut sich Sutil auch zwei Wochen später noch.

Sutil sieht nun die positiven Seiten. "Früher mussten wir hart um jeden Punkt kämpfen. Heute kommen wir sogar in die Punkte, wenn es mal nicht so läuft." Auch für Valencia erwartet der Gräfelfinger ein gutes Rennen. "Vom Abtrieb ist es zwar nicht ganz vergleichbar mit Montreal, aber ich glaube auch hier, dass wir wieder stark sein können." Optimistisch stimmt Sutil auch das Rennen aus dem Vorjahr. "In Valencia hat unser großer Aufschwung begonnen. Danach kam Spa und wir waren plötzlich richtig schnell. Das hat uns selbst überrascht."

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher am Donnerstag (24.6.) in Valencia gesagt hat, erfahren Sie hier:

>> Schumacher: "Für England wird es hart"

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