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Die deutschen F1-Piloten beim GP Kanada

Großes Jammern über weiche Reifen

Adrian Sutil, Michael Schumacher und Nico Rosberg Foto: xpb 23 Bilder

Mit vier deutschen Piloten in den Top Ten fällt die Bilanz des ersten Trainingstags von Montreal zufriedenstellend aus. Doch die weichen Reifen könnten Vettel, Rosberg und Co. im Qualifying und Rennen noch vor größere Probleme stellen.

12.06.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel wollte es wissen. Platz fünf am Morgen, Bestzeit am Nachmittag Teamkollege Mark Webber ist beide Male deutlich distanziert. Streckenspion Christian Danner wundert sich: "Sebastian fährt hart als wäre schon Qualifikation." Gut für die TV-Bilder. Immer wieder schrammt Vettel ganz knapp an der Mauer entlang. Ein Mal wäre es fast zum Mauerkuss gekommen. "Ausgangs Kurve vier“" erinnert sich der Red Bull-Pilot. "Ich bin einfach auf dem Pinsel geblieben, sonst hätte es das Heck in die Mauer gedrückt."

Vettel beweist, dass Top-Speed nicht alles ist. Die McLaren sind 10 km/h schneller, aber in der Rundenzeit trotzdem sechs Zehntel dahinter. "Wir müssen die Zeit in den Kurven gutmachen", grinst Vettel. Traktion und Bremsstabilität sind in Montreal mindestens genauso wichtig wie ein hoher Speed auf den Geraden. Dass die weichen Reifen nach zwei schnellen Runden teilweise bis zu fünf Sekunden einbrechen, stört Vettel nicht. "Das Problem hatte jeder heute." Es wird sich mit zunehmender Gummiauflage bessern.

Nico Rosberg:

Nico Rosberg beendete seinen Arbeitstag als Trainingsdritter. Kein Wunder, dass der Mercedes-Pilot am Ende strahlte. "Ich bin nicht unzufrieden, wie es bei mir läuft. Es sieht ganz gut aus im Moment. Ich habe ein gutes Auto hier und eine gute Chance, richtig was zu erreichen", blickt der Silberpfeil-Pilot positiv Richtung Qualifying. Straßenkurse liegen dem Mercedes scheinbar besonders. "Schon in Monaco war unser Auto gut. Vor allem in den langsamen Ecken und auf der Bremse. Aber es wird schwer sein, die sehr gute Pace von Monaco zu wiederholen. Dort war nur Mark Webber schneller als wir."

Ganz perfekt lief es aber auch für Rosberg nicht. Die Bridgestone-Gummis machten auch dem 24-Jährigen zu schaffen. "Den weichen Reifen haben wir heute nicht zum Arbeiten gebracht. Aber das hat bei niemandem funktioniert. Dazu noch das Graining. Das war ein Desaster. Das wird noch eine kleine Herausforderung. Von der Strategie wird das sehr interessant." Wie genau die aussieht, wird erst nach dem Qualifying entschieden. "Zwei Stopps könnten vielleicht möglich sein. Allerdings hält der harte Reifen hier ganz gut."

Adrian Sutil:

Mit dem sechsten Platz im Tagesklassement war Adrian Sutil sehr zufrieden. "Es ging ganz gut heute. Wir haben einige Sachen ausprobiert heute. Auch den sogenannten F-Duct. Er hat schon etwas besser funktioniert. Aber noch nicht so gut, wie wir es erhofft haben." Deshalb wird Force India das System mit dem belüfteten Heckflügel wieder abbauen. "Es war auch schon vorher geplant, hier nur zu testen." Trotz F-Schacht-Erprobung konnte Sutil sein normales Freitagstestprogramm durchziehen."

Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Reifen zum großen Knackpunkt werden können. Vor allem der weiche Gummi hielt nicht, was er verspricht. "Schon in der ersten Runde aus den Boxen spürt man, wie sich der Reifen auflöst. Das ist eine Katastrophe. Die erholen sich auch nicht mehr", berichtete der Gräfelfinger. "Das Problem ist, dass die Strecke so einen komischen Asphalt hat, so dass der Grip nicht liegen bleibt. Die Strecke verbessert sich nicht und ist unglaublich rutschig. Ich glaube, das wird sich nicht großartig verbessern."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg ist zum ersten Mal in Montreal. Ein Mal ist er die Strecke zu Fuß abgelaufen, bevor er sich in seinen Williams setzte. "Mehr bringt nichts. Du lernst die Strecke nur im Auto richtig kennen." Nach dem ersten Trainingstag fiel dem Montreal-Neuling vor allem der krasse Gegensatz zum letzten Rennen in der Türkei auf. "Im Vergleich zu Istanbul ist hier neben der Strecke gar kein Platz. Mir ist das lieber so. Es macht mehr Spaß, wenn die Mauern näher stehen." Das erste Abtasten mit dem 4,361 Kilometer langen Kurs brachte die Plätze 9 und 13. Hülkenberg war nicht ganz zufrieden: "Die Balance passte nicht. Da gibt es noch etwas, woran wir arbeiten müssen."

Timo Glock:

Timo Glock ging mit zwei vorletzten Plätzen in das Kanada-Wochenende. Hinter ihm lag nur noch Teamkollege Lucas di Grassi. Wie von Glock befürchtet erwies sich der Mini-Heckflügel von Chefdesigner Nick Wirth als zu optimistisch. "Das war nicht gerade der Knaller", bilanzierte Glock. Zum Schluss kam wieder der Standardflügel drauf. Die Fahrer notierten Anzeichen der Besserung.

Glock sieht aber noch weiteres Verbesserungspotenzial. "Wir hatten heute einen uralten Motor drin. Und wir sind zum Schluss mit dem richtigen Flügel mit vollen Tanks gefahren, um die Bremsproblematik auszusortieren." Normale Bedingungen sollten die beiden Virgin-Renner am Samstag wenigstens vor die beiden HRT F1 von Senna und Chandhok bringen.

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