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Formel 1: Vettel, Rosberg & Co. in Australien

Hoffnung auf Punkte-Regen in Melbourne

Adrian Sutil Foto: xpb 40 Bilder

Die deutschen Piloten gehen mit großen Ambitionen in das Rennen in Melbourne. Bis auf Timo Glock wollen alle mindestens in die Punkte. Sebastian Vettel, Michael Schumacher und Nico Rosberg peilen sogar das Podium an.

25.03.2010

Nico Hülkenberg:

Der deutsche Youngster aus dem Williams-Team fieberte schon am Donnerstag seinen ersten Runden auf dem Stadtkurs von Melbourne entgegen: "Ich bin am Mittwoch die Strecke abgelaufen, und muss sagen, die gefällt mir sehr gut. Ich glaube es sollte möglich sein, sich hier in einen schönen Rhythmus hereinzufahren. Eine echte Aussage zur Strecke kann ich natürlich erst machen, wenn ich wirklich darauf gefahren bin. Der Rennsimulator ist nämlich kein Ersatz, weil es nicht die Realität ist."

Gute Vorbereitung war für Hülkenberg die halbe Miete: "Ich bin bereits eine Woche vor dem GP nach Australien geflogen und habe drei Tage in Sydney gebraucht, um mich an die große Zeitumstellung von zehn Stunden zu gewöhnen." Der 22-Jährige aus Emmerich glaubt, dass nach den Enttäuschungen beim Saisonauftakt in Bahrain beim GP Australien deutlich mehr zu holen ist: "Wir haben das Auto in Bahrain einfach nicht perfekt hingestellt. Alle anderen Probleme waren ein Resultat daraus."

Beruhigend für Hülkenberg: Auch sein erfahrener Teamkollege Rubens Barrichello war in Bahrain unzufrieden mit dem Setup. "Wir wollen natürlich in Melbourne Punkte holen und ich glaube auch, dass das möglich ist. Wir können mehr als das, was wir in Bahrain erreicht haben."

Formel 1: GP Australien 2010 2:11 Min.

Adrian Sutil:

Der Force India-Pilot reiste mit Rückenwind zum zweiten Formel 1-Lauf nach Australien: "Wir können ein zufriedenes Fazit vom Saisonauftakt in Bahrain mitnehmen", so Sutil. "Unser Saisonziel war es, uns auf Platz fünf hinter den großen Favoriten-Teams Ferrari, Red Bull, McLaren und Mercedes GP einzunisten. Das haben wir beim Saisonauftakt in der Tat geschafft."

Sutil glaubt, dass Force India sogar über das Potenzial verfügt, McLaren und Mercedes GP unter Druck zu setzen: "McLaren und Mercedes GP lagen in Bahrain nur zwei bis drei Zehntelsekunden vor uns. Es wird 2010 viel davon abhängen, welches Entwicklungstempo wir vorlegen können. Aber wir haben 2009 bewiesen, dass das Team in der Lage ist, einen hohen Entwicklungsrhythmus anzuschlagen und auch durchzuhalten. Zwar hatten wir 2009 zu Saisonbeginn kein so gutes Auto, weshalb das Aufholen und Aufschließen natürlich leichter fiel. Aber wir haben ein sehr effizientes Team, und ich weiß, dass wir viele gute Technik-Updates in der Pipeline haben."

Sutil stellt seinem Rennwagen, dem VJM03, ein rundweg positives Zeugnis aus: "Ich hatte schon bei den Testfahrten vor dem Saisonbeginn ein gutes Gefühl und die Erwartung, dass wir in der Lage sein sollten, aus eigener Kraft in die dritte Qualifikationsrunde zu kommen. Das hat sich in Bahrain bestätigt. Das neue Auto ist unter allen Bedingungen gut. Im vergangenen Jahr standen wir auf langsamen Strecken auf verlorenem Posten - jetzt sind wir auch dort schnell."

Nico Rosberg:

Der Mercedes GP-Pilot übte sich in Melbourne darin, von den Medien Geduld einzufordern: "Der Saisonauftakt in Bahrain hat belegt, dass wir noch zu viel Untersteuern im Auto haben. Das Team arbeitet an Lösungen und ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Wochen Fortschritte sehen werden." Beim Australien-GP debütiert eine kleine Ausbaustufe, unter anderem mit Verbesserungen am Frontflügel.

Rosberg bevorzugt prinzipiell eher ein Auto, das übersteuert. "Man kann als Fahrer seinen Fahrstil nur bis zu einem gewissen Punkt dem Untersteuern anpassen. Deshalb muss das Team mit Weiterentwicklungen versuchen, das Untersteuern zu reduzieren." Rosberg ist sich in der Technikanalyse mit seinem Teamkollegen einig, "denn auch Michael Schumacher bevorzugt ein Auto, das übersteuert. Wir haben beide einen sehr ähnlichen Fahrstil und auch ähnliche Vorlieben."

Neben dem Untersteuern plagten die Mercedes GP-Piloten beim Saisonauftakt in Bahrain auch Reifenprobleme, die Rosberg aber den extrem hohen Außentemperaturen zuschreibt. "In Melbourne sollten wir von diesen Problemen verschont bleiben." Für den gebürtigen Wiesbadener ist das Duell mit Teamkollege Schumacher mehr ein Produkt der Medien als Gegenstand der eigenen Zielsetzungen: "Es war für mich keine Genugtuung, vor Michael zu liegen. Im Moment hat nur Vorrang, dass wir uns als Team steigern. Das Ziel muss es sein, dass wir Erster und Zweiter werden."

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel musste sein Rennen in Bahrain noch einmal Revue passieren lassen. Vor allem weil McLaren-Direktor Ron Dennis den Verdacht aufgeworfen hatte, dass nicht eine defekte Zündkerze an der langsameren Gangart im letzten Renndrittel verantwortlich gewesen sei, sondern die Tatsache, dass Vettel mit dem Sprit im Minus lag. Vettel antwortete trocken: "Vielleicht will Ron Dennis mit seiner Theorie Aufsehen erregen, weil ihn sonst keiner mehr nach seiner Meinung fragt. Hat man Zündaussetzer, wenn man Sprit sparen muss?"

Und warum hat er dann sein Auto kurz nach der Ziellinie abgestellt? "Weil ich zu dem Zeitpunkt der Meinung war, der Auspuff sei defekt. Ich wollte nicht mehr kaputtmachen. Wir waren ja am Ende selbst überrascht, dass dem Auspuff nichts fehlte, und dass es eine Zündkerze war." Auch für den enttäuschenden Top-Speed, der Vettel als langsamsten Fahrer auf der Geraden auswies, gibt es eine plausible Erklärung: "Ich hatte das ganze Rennen keinen Windschatten. Es ist oft so, dass derjenige der vorne fährt, auf der Geraden einer der langsamsten ist."

Vettel sieht keinen Grund, warum das Wochenende in Melbourne weniger erfolgreich ablaufen sollte als das von Bahrain: "Wir haben gezeigt, dass unser Auto funktioniert, und dass wir unser Auto über das Wochenende kontinuierlich verbessern können."

Timo Glock:

Timo Glock betrachtet die Rennen von Australien, Malaysia und China als Test: "Das erste Ziel heißt Ankommen." Positiv in dieser Hinsicht ist, dass die Truppe von den Erfahrungen aus Bahrain zehren kann. "In Bahrain war alles neu. Als das Training losging, hatten die Mechaniker 45 Stunden durchgearbeitet. Jetzt gehen sie ausgeruht in das Freitagstraining."

Die Probleme vom Saisonstart sind behoben. Der Getriebedefekt an Glocks Auto und die Hydraulikseuche beim Fahrzeug von Lucas di Grassi. Und wer garantiert, dass in Melbourne nicht neue dazukommen? Glock: "Keiner. Wir befinden uns halt noch im Lernprozess." Trotzdem passieren Fehler, die nicht passieren dürfen. Beispiel Tankkapazität (auto motor und sport berichtete). Virgin muss jetzt bis Barcelona beim Chassis nachbessern um einen größeren Tank unterzubringen. Bis dahin liegen alle geplanten Modifikationen am Auto auf Eis.

Glock versucht, aus der Not eine Tugend zu machen: "Ich kenne das Auto erst zu 60 Prozent. Aerodynamisch haben wir die Abstimmung schon ganz gut im Griff, aber mechanisch konnten wir wegen der vielen Probleme noch nicht viel ausprobieren. Wenn du lernen willst, ist es besser, dass sich am Auto nicht zu viel ändert." Den Verzicht auf den für Melbourne geplanten neuen Unterboden kann Glock verschmerzen. "Ob ich jetzt vier oder viereinhalb Sekunden hinter der Spitze herfahren, ist egal. Wir müssen erstmal Basisarbeit leisten.

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher am Donnerstag in Melbourne gesagt hat, lesen Sie hier:

>> Der Tag von Michael Schumacher: "Ich nehme mir, die Zeit die ich brauche"

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