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GP Malaysia: Trainingsanalyse mit den deutschen Piloten

McLaren schnell - Red Bull Favorit

Nico Rosberg Foto: xpb 66 Bilder

Update ++ Neue Fotos ++ Probleme mit dem Setup, den Reifen und mit der Technik - oder einfach zu langsam. Für die sechs deutschen Piloten lief der erste Trainingstag in Malaysia nicht perfekt. Trotzdem bleiben Schumi, Vettel & Co. optimistisch für das Qualifying.

02.04.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel galt vor dem Rennen in Malaysia als klarer Favorit. In den vielen schnellen Kurven ist der Red Bull vom Papier her am stärksten einzuschätzen. Ganz zufrieden war der Younster allerdings noch nicht. "Es war kein einfacher Tag für uns. Wir sind noch nicht ganz da, wo wir sein wollen", erklärte er nach den ersten beiden Sitzungen. Nach dem neunten Platz im ersten Test legte er am Nachmittag mit 0.266 Sekunden Rückstand auf Jenson Button die zweitschnellste Zeit hin.

Konkret sagen wollte Vettel nicht, was ihn gestört hat. "Es sind vor allem kleinere Sachen. Wir sind nicht ganz das Programm gefahren, das wir fahren wollten. Generell vom Handling bin ich noch nicht ganz zufrieden. Aber wir haben ja noch Zeit bis morgen. Hoffentlich finden wir noch was", bleibt der Deutsche zuversichtlich. Etwas Sorgen bereitet das Problem von Mark Webber. Nach nur einer halben Stunde musste der Teamkollege unfreiwillig ins Kiesbett abbiegen. "Wir müssen mal schauen, was da passiert ist. Es scheint irgendwas mit dem Motor gewesen zu sein."

Das Kräfteverhältnis bleibt für den Heppenheimer noch etwas unüberschaubar. Trotzdem wagt sich Vettel an eine Analyse: "Man hat gesehen, dass McLaren größtenteils relativ leicht unterwegs war. Die sind wirklich sehr schnell. Auch Mercedes war bei der Musik dabei. Ferrari war heute eher schwerer unterwegs, trotzdem, wenn man die Longruns anschaut, nicht zu unterschätzen."

Formel 1: GP Malaysia Streckenvorschau 2:05 Min.

Adrian Sutil:

Wie Vettel war auch Adrian Sutil nicht ganz zufrieden mit dem ersten Tag in Sepang. "In den letzten beiden Rennen hatte ich freitags mehr Freizeit nach den Trainings. Da war alles sehr einfach, ohne Probleme. Jetzt müssen wir schon noch ein bissel arbeiten", klagte der Force India-Pilot. Das Setup stellte sich als besonders knifflige Aufgabe heraus. "Freitag ist die Strecke ja immer nicht so gut. Heute war es besonders schwierig, das alles hinzukriegen. Trotzdem standen wir am Ende da, wo wir auch an den letzten Freitagen standen, auf dem zehnten Platz."

Deshalb wollte Sutil das Ergebnis auch nicht überbewerten. "Ich denke, dass es kein großartiges Problem ist im Moment. Es sind Kleinigkeiten. Die Reifen sind zum Beispiel sehr empfindlich. Wenn man da mit den Drücken etwas falsch liegt, dann kann das große Auswirkungen haben. Aber ich krieg das schon hin", ist Sutil zuversichtlich.

Da es an der Spitze sehr eng zuging und die Top-Teams unterschiedliche Programme fuhren, wollte der Gräfelfinger lieber keinen Favoriten nennen. "Es sind mal wieder die gewohnten Vier unter sich. Ich kann mich da nicht auf einen Favoriten festlegen." Auch die Prognose für das eigene Team ist im engen Mittelfeld nicht leicht: "Wir können schon wieder unter die ersten Zehn kommen. Fünfte Kraft unter den Teams ist möglich. Renault ist immer noch nahe dran. Es hat keiner hier ein großes Update gebracht. Deshalb sehe ich auch keine großen Unterschiede in der Reihenfolge."

Nico Rosberg:

Nach seinem ersten Einsatz in Malaysia stand Nico Rosberg schwitzend den Journalisten Rede und Antwort. Daran, dass die Stewards ihn kurz zuvor zum Rapport gebeten hatten, lag es aber weniger. "Ich habe unter gelben Flaggen eine Sektorbestzeit gefahren. Aber ich hatte neue Reifen und habe extrem gelupft, so dass ich kein Risiko eingehe. Das haben wir gezeigt und deshalb sollte das kein Problem sein." Die Schweißperlen auf seiner Stirn waren somit eher der heißen Sonne zuzuschreiben. Zuvor hatte es am Tag schon zweimal geregnet und wieder aufgehört. "Das ist wirklich eine große Lotterie. Das könnte ein interessantes Rennen mit viel Chaos geben."

Im Kräfteverhältnis der großen Vier sieht sich Rosberg noch nicht ganz vorne dabei. "Da sind andere schneller. Es fehlt noch etwas auf Red Bull. Das wurde wieder deutlich heute. Es scheint außerdem, dass wir auch wieder hinter McLaren hängen. Das sah auf anderen Strecken im Qualifying schon besser aus. Da müssen wir noch was erfinden heute Nacht", grinste der Blondschopf.

Vor allem der Top-Speed der anderen Silberpfeile macht dem Deutschen Sorgen: "Die sind schwer zu halten. Wenn die mit ihrem System den Flügel lahm legen für die Gerade, dann geht’s ab. Da müssen wir schauen, dass wir das so schnell wie möglich aufs Auto kriegen." Trotzdem sieht Rosberg ein anderes Team noch besser: "McLaren ist nicht das schnellste Auto. Das wird wohl der Red Bull sein. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber man muss davon ausgehen, dass Red Bull immer noch vorne ist."

Michael Schumacher:

Wie sein Teamkollege glaubt auch Michael Schumacher nicht, dass Mercedes schon zu den absoluten Favoriten gehört. Dabei standen beide Werks-Silberpfeile in den Trainings stets unter den ersten Fünf: "Da sind noch eine Menge Autos stärker einzuschätzen, die hinter uns stehen." Dabei spricht der Rekordchampion vor allem die Ferrari an, die deutlich sichtbar mit mehr Sprit unterwegs waren. "Aber auch Webber, der im Kies stand."

Große Überraschungen habe es am Freitag nicht gegeben. "Die Abstände sind vergleichbar mit Australien. Ich bin zufrieden, aber wir müssen realistisch bleiben." Von der Strategie für das Wochenende will der Rückkehrer in Malaysia neue Dinge ausprobieren: "Wir haben uns in Melbourne etwas zu sehr auf das Rennen konzentriert. Das wollen wir hier anders machen." Im Training war Mercedes deshalb wohl etwas leichter unterwegs als die Konkurrenz.

Nico Hülkenberg:

Für Formel 1-Neuling Nico Hülkenberg ist Sepang bekanntes Terrain. Der Williams-Pilot fuhr auf der malaysischen GP-Strecke bereits in der A1GP-Serie. Am ersten Trainingstag zum GP Malaysia half aber auch die Streckenkenntnis nicht viel. Sein fahrbarer Untersatz lahmte. Das Verhältnis Abtrieb zu Luftwiderstand stimmte nicht. Mit anderen Worten: Für den Abtrieb, den Williams gewählt hatte, waren die Autos auf den Geraden zu langsam.

"Uns fehlen drei Sekunden auf die Spitze, und die Lotus sind nur eine Sekunde weg", stöhnte Hülkenberg, der sowohl im ersten als auch im zweiten Training auf Rang 17 landete. "Die Rundenzeiten sagen alles. Wir sind dort, wo wir in der Tabelle stehen."

30 Minuten Zeitverlust wegen eines defekten Auspuffs waren dabei nicht besonders hilfreich. Das könnte ein langer Abend im Technikbüro werden. "Wir müssen jetzt die Daten studieren und morgen das Auto umbauen."

Timo Glock:

Timo Glock erlebte den reibungslosesten Freitag, seit er für Virgin Racing fährt. Insgesamt drehte der Hesse 40 Runden. Ohne einen Defekt. "Ich habe beim Setup eine einigermaßen gute Richtung gefunden. Nur die Servolenkung fiel uns im zweiten Teil des Trainings aus." Das ist auch der Grund dafür, dass Glock noch rund eine halbe Sekunde auf die Lotus fehlt. "Ohne Servolenkung weißt du in den schnellen Kurven nie genau, wie viel du nachlenken musst. Deshalb musste ich da deutlich zurückstecken."

Das Problem mit der Spritabsaugung zum Motor verfolgt Virgin auch in Malaysia. Das ergab ein Test im Morgentraining. Glock fürchtet, dass er morgen in der Qualifikation mit mindestens 20 Kilogramm Benzin ausrücken muss, um sicherzustellen, dass ihm in den schnellen Kurven nicht die Benzinzufuhr stockt. "Das bedeutet gegenüber denen, die mit sechs Kilogramm herumfahren können, gleich einmal sechs Zehntel Zeitverlust." Auf das Rennen freut sich der WM-Zehnte des Vorjahres umso mehr. "Mit vollen Tanks geht unser Auto echt gut."

Und vielleicht wagt Virgin ja einen Poker, den sich die Teams weiter vorne nicht leisten können. In Erwartung, dass es während des Rennens mindestens einmal stark regnen wird, redet man im Team darüber, das Auto etwas höher zu setzen als es für eine schnelle Runde im Training erwünscht wäre. Um dann bei hohem Wasserstand auf der Strecke aus dem Schneider zu sein. Wer da sein Auto zu tief abgestimmt hat, surft auf dem Unterboden von der Strecke.

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