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Deutsche F1-Piloten in Singapur

Auf Kriegsfuß mit dem weichen Reifen

Adrian Sutil Foto: xpb 22 Bilder

Im deutschen Lager hörte man nach dem Qualifying viele Klagen über den weichen Reifen. Sebastian Vettel suchte die Schuld für die verpasste Pole Position dagegen bei sich. Der einzige glückliche Pilot des deutschen Siebeners war Timo Glock.

25.09.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel konnte seine Enttäuschung über den zweiten Platz im Abschlusstraining gut verbergen. Der Heppenheimer wirkte fast erheitert, als er erklären musste, warum er nicht wie von allen erwartet auf der Pole Position landete. Es war eine Geschichte in zwei Akten. Teil eins: "Ich habe die erste Runde zu dicht hinter Schumacher begonnen. Sie haben mir am Funk gesagt, dass Michael ungefähr drei Sekunden vor mir liegt, und ich dachte, das müsste reichen. Da habe ich mich verschätzt. Nach vier Kurven hatte ich Michael schon eingeholt."

Teil zwei: Danach blieb für Vettel nur noch ein Versuch. Bei seiner bis dahin gezeigten Überlegenheit eigentlich kein Problem. Doch unter Druck passieren Fehler. "In den Kurven 11,12 und 13 habe ich Zeit verloren. Am Ausgang von Kurve 13 bin ich kurz gegen die Mauer. Weil ich im ersten Versuch keine vernünftige Zeit hatte, wollte ich auf dem Rest der Runde nicht mehr alles riskieren."

Trotz der vorsichtigeren Gangart fehlten dem Red Bull-Piloten nur 0,067 Sekunden auf Alonsos Pole Position. Startplatz zwei ist keine perfekte Ausgangsposition, wenn man mit einrechnet, dass die geraden Startnummern auf der schmutzigeren Innenseite der Zielgeraden ins Rennen gehen müssen. "Es sollte aber nicht so schlimm wie letztes Jahr werden, denn dieses Jahr setzen sie Kehrmaschinen ein, die den Dreck ziemlich gut wegputzen."

Adrian Sutil:

Adrian Sutil zeigte sich nach dem Qualifying frustriert. Trotz des Crashs am Vortag war er noch relativ optimistisch in die Nachtsession gegangen. Doch am Ende wurde der Force India-Pilot nur auf Rang 16 geführt. "Es ist alles schief gegangen. Du bist rausgegangen und sofort waren langsame Autos vor dir", klagte der Gräfelfinger über den Verkehr.

Auch das Auto lief nicht besonders gut. "Ich bin mehr als vier Sekunden hinter der Spitze. Das ist Lotus-Niveau. Es fehlt uns überall. Beim Anbremsen, beim Gasgeben in den Kurven... du eierst förmlich um den Kurs herum. Es ist schwer das zu kontrollieren. Es war unmöglich eine perfekte Runde hinzulegen." Auch die Reifen machten Probleme. "Manchmal funktionieren die weichen Reifen bei uns nicht. Ich hatte gedacht, dass ich sie gut nutzen kann. Doch das ging nach hinten los."

Nico Hülkenberg:

Für Nico Hülkenberg lief das Qualifying enttäuschend. Während Williams-Teamkollege Rubens Barrichello auf Platz sechs nach vorne fahren konnte, musste sich der Rheinländer mit Position zwölf zufrieden geben. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, feuerte "Hülk" seinen Helm in die Ecke. "In meinem ersten Run im Q2 kam mir zunächst Liuzzi und dann die gelben Flaggen dazwischen. Als ich dann im zweiten Run auf weiche Reifen gewechselt habe, ging gar nichts mehr. Die Balance war völlig verändert und die Hinterreifen waren schnell hinüber. Da war nur noch Drift-Challenge angesagt." Im Rennen muss der Deutsche wegen eines Getriebewechsels auch noch fünf Plätze zurück. "Die Rennpace ist gut. Aber es wird schwer, hier nach vorne zu kommen."

Timo Glock:

Timo Glock schaffte wieder einmal das Unmögliche: Mit seinem Virgin ließ er die fünf anderen Autos der neuen Teams hinter sich. Obwohl er auf die erwarteten Updates verzichten musste, hatten die Rivalen von Lotus keine Chance. "Ich bin der Unterschied", grinste der Odenwälder auf die Frage, warum es in Singapur so gut läuft. "Ich habe das schon öfter in diesem Jahr zeigen können: Wenn die Bedingungen wechseln und es mehr auf den Fahrer ankommt, dann bin ich da. Ein Zehntel hätte ich vielleicht noch schneller sein können. Aber die Runden waren gut. Ich bin happy." Dabei waren die Lotus in Singapur im Kellerduell eigentlich favorisiert. "Die sind normalerweise mechanisch besser aufgestellt."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg wäre gerne einen Startplatz weiter vorne gestanden. "Platz sechs wäre drin gewesen. Das Auto hätte dieses Resultat verdient gehabt. Aber ich habe aus den weichen Reifen nicht das Optimum herausgeholt. Generell fühlt sich unser Auto auf den harten Reifen besser an. Mit den weichen stellte sich Übersteuern ein." Der Start von der sauberen Seite versöhnte den Trainingssiebten dafür, dass ihm Rubens Barrichello noch den sechsten Startplatz abgeluchst hatte. Hauptgegner von Mercedes ist ohnehin Renault. Rosberg glaubt nicht, dass Platz vier im Konstrukteurspokal noch in Gefahr ist. "Wir sollten die Renault in den letzten Rennen im Griff haben." Wie schon im Vorjahr zeigte Rosberg vor allem in Sektor zwei eine starke Form. Der längste Abschnitt der Strecke sah den Mercedes-Piloten immerhin auf Rang fünf.

Michael Schumacher:

Wie Michael Schumacher in seinem ersten Singapur-Qualifying abschnitt, erfahren Sie hier:

>> Michael Schumacher: Endlich wieder Top Ten-Startplatz

Nick Heidfeld:

Wie das Qualifying für Nick Heidfeld lief, lesen Sie hier:

>> Sauber über Heidfeld: "Wir haben alle zu viel erwartet"

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