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Formel 1: Vettel, Rosberg & Co. beim GP China

Saison-Neustart in Shanghai

Nico Rosberg Foto: xpb 34 Bilder

Mit viel Optimismus gehen die sechs deutschen Formel 1-Piloten in das Rennwochenende von Shanghai. Sebastian Vettel und Adrian Sutil kommen mit guten Ergebnissen im Rücken. Nico Rosberg, Nico Hülkenberg und Timo Glock haben Technik-Updates im Gepäck.

15.04.2010 Michael Schmidt, Bianca Leppert

Sebastian Vettel:

Für Sebastian Vettel fängt die Weltmeisterschaft in Shanghai neu an. Trotz Ausfall in Australien liegt er nach drei Rennen nur zwei Punkte hinter WM-Spitzenreiter Felipe Massa. "Eigentlich ist gar nichts passiert", lachte Vettel an einem bitterkalten Donnerstag in Shanghai. "Fernando und ich sind trotz einem Nuller noch voll bei der Musik." Zu oft dürfe man sich solche Nullrunden allerdings nicht leisten, meinte der Sieger des GP Malaysia. "Wer regelmäßig punktet, ist auch vorne dabei. Siehe Rosberg und Massa."

Shanghai ist für Red Bull eigentlich ein gutes Pflaster. Die dunkelblauen Autos waren auf der 5,451 Kilometer langen Retortenpiste meistens gut aufgestellt. Und Vettel gewann nach Pole Position das Rennen im Vorjahr. Dafür könne er sich nichts kaufen, meinte der 22-jährige Heppenheimer, genauso wenig wie für den Erfolg vor 14 Tagen in Sepang. "Hier beginnt wieder ein neues Spiel. Wenn du das letzte Rennen gewonnen hast, gehst du automatisch als Favorit ins Wochenende."

Kopfzerbrechen bereitet ihm hauptsächlich die lange Gerade. "Da werden die McLaren ihren Top-Speed-Vorteil ausspielen. Sie haben schon in Malaysia in den Trockentrainings gezeigt, dass ihnen dieser Typ Strecke liegt." Ja, Red Bull habe einen technischen Vorsprung, gibt Vettel zu, warnt aber: "Der Abstand zu den anderen ist relativ klein. Wir dürfen das Rennen in Malaysia nicht als Maßstab nehmen. Da hatten wir den Luxus, dass Ferrari und McLaren in der Qualifikation versagt haben. Das ist nicht immer so."

Nico Rosberg:

Die Punkte im internen Teamduell mit Michael Schumacher gehen bisher eindeutig auf Nico Rosbergs Konto. Bei allen drei Rennen dieser Saison schnitt er besser als der siebenmalige Weltmeister ab. Trotzdem will Rosberg seinen Teamkollegen in China aber noch lange nicht abschreiben. "Der Vergleich mit Michael ist noch zu früh", sagt der 24-Jährige. "Er ist nach wie vor sehr stark. Deshalb wird es weiterhin schwierig. Aber mein Ziel ist es, mit ihm auf Augenhöhe zu bleiben."

Trotz des Rückstandes auf Red Bull, Ferrari und McLaren ist Rosberg auch für den Grand Prix von China weiterhin motiviert. "Noch ist nichts abgeschrieben", meint er. "Ich bin drei gute konstante Rennen gefahren, habe gute Punkte gesammelt und bin sehr nah dran an der WM-Spitze. Unser Auto ist noch nicht da, wo wir es haben möchten. Deshalb ist es wichtig, am Anfang der Saison das Beste daraus zu machen, um dann mit Updates während der Saison anzugreifen." Eine Neuerung hat Mercedes GP bereits in Shanghai im Gepäck: den Heckflügel-Trick. Am Freitag testet das Team das neue System, das an die Idee von McLarens F-Schacht angelehnt ist.

Adrian Sutil:

In bester Laune präsentierte sich Adrian Sutil in Malaysia. Kein Wunder, schließlich erzielte er mit dem fünften Platz in Malaysia sein bestes Ergebnis dieser Saison. Der Kampf mit seinem Kumpel Lewis Hamilton war dabei ein schöner Nebeneffekt. "In den letzten zwanzig Runden hat Lewis Druck gemacht", sagt Sutil. "Ich habe versucht, keine Fehler zu machen. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass seine Reifen abgebaut haben."

Mit dieser positiven Erinnerung geht Sutil nun in seinen nächsten Grand Prix in China. Insgesamt scheint das Team in dieser Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht zu haben. "Ich freue mich sehr darüber, dass wir uns über den Winter so verbessert haben", meint Sutil. "Nicht nur die ersten drei Rennen waren gut, wir wollen auch weiterhin noch besser werden."

Nico Hülkenberg:

In Malaysia feierte der 22-Jährige seinen ersten persönlichen Triumph und sicherte sich mit Position zehn den ersten Punkt seiner Formel 1-Karriere. Eigentlich sollte das Anlass zur Freude geben, der Williams-Pilot war aber gleichzeitig auch etwas frustriert. "Wenn man von Platz fünf ins Rennen geht, dann erhofft man sich natürlich mehr als den zehnten Rang", begründet er. Mittlerweile ist der Ärger aber wieder verflogen und Hülkenberg hungrig auf den Grand Prix von China.

Ein Lichtblick für das englische Traditions-Team könnte das neue Heckflügel-System sein. Im Training am Freitag testet Williams zum ersten Mal ein ähnliches System wie den F-Schacht von McLaren. Details zur dieser Technik und ob die Neuerung auch im Qualifying und Rennen zum Einsatz kommt, wollte Hülkenberg aber nicht verraten. "Das System funktioniert so ähnlich wie das von McLaren. Wir schauen morgen mal, was es bringt und dann werden wir sehen."

Große Hoffnungen macht sich der Emmericher aber insgesamt nicht. "Massive Verbesserungen sind nicht zu erwarten", meint er. "Ich denke, das Kräfteverhältnis wird ähnlich wie in Malaysia aussehen." Klingt da auch etwas Kritik am Team durch? "Wir müssen auf jeden Fall kritisch sein. Aber ich werfe dem Team nichts vor. Wir müssen zusammen daran arbeiten."

Timo Glock:

Timo Glock ist guten Mutes. Dabei war sein letztes Rennen schon nach drei Runden beendet. Und er hat immer noch keine Zielflagge in seinem Virgin-Renner gesehen. Doch die Zielankunft seines Teamkollegen Lucas di Grassi gibt Hoffnung. "Ich hoffe, dass wir jetzt übers Gröbste hinweg sind. Und der Sprit hat auch gereicht, auch wenn Lucas ziemlich kräftig sparen musste. Zum Schluss ist er auf der Zielgeraden schon 200 Meter vor dem Bremspunkt vom Gas gegangen."

Virgin hat sein Auto für Shanghai in zwei Punkten verändert. Man unternimmt einen neuen Anlauf, den Sprit bis zum letzten Rest aus dem Tank zu saugen, ohne dass man mit einer Sicherheitsreserve von 20 Litern fahren muss. Und der Frontflügel bekommt eine zweite Etage. Jetzt wartet alles im Team auf das runderneuerte Fahrzeug, das in Barcelona alle Probleme lösen soll. Das Chassis bekommt einen größeren Tank, die Aerodynamik einen größeren Diffusor.

Das Programm ist so umfangreich, dass die Mechaniker lange Nächte erwartet. "Die werden vor dem Rennen in Barcelona wahrscheinlich von Donnerstag auf Freitag durcharbeiten", kündigt Glock an. Damit verbunden ist die Sorge, ob dann nicht die Defektserie von neuem anfängt. "Da passiert so viel auf einmal, dass die Gefahr von Fehlern besteht. Ich hoffe, wir machen einen richtigen Sprung. Generell haben wir unsere Probleme verstanden und sollten sie im Griff haben."

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher am Donnerstag (15.4.) in Shanghai gesagt hat, lesen sie hier:

>> Schumacher: "Titel ist immer noch möglich"

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