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Deutsche F1-Piloten beim GP Abu Dhabi

Das große Finale aus deutscher Sicht

Nico Hülkenberg Foto: xpb 61 Bilder

Die sieben deutschen Formel 1-Piloten wollen sich in Abu Dhabi mit einem Erfolgserlebnis aus der Saison 2010 verabschieden. Für Sebastian Vettel geht es noch um den Titel. Adrian Sutil kämpft mit Force India gegen Williams.

11.11.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel hat in Abu Dhabi zum ersten Mal in seiner Karriere die Gelegenheit, Weltmeister zu werden. Mit seinem Titel wäre der Deutsche sogar der jüngste Champion aller Zeiten. Von Platz drei aus sieht der Red Bull-Pilot seine Chancen aber begrenzt: "Wir sind immer noch im Geschäft. Die Favoriten sind aber Mark (Webber) und Fernando (Alonso). Ich werde mein bestes geben und dann kommt es auf die anderen beiden an."

Die Strategie des Youngsters ist klar: "Vor 40 Jahren oder mehr hat ein Rennfahrer mal gesagt: Es gibt keine Taktik. Die einzige Taktik ist, immer Vollgas zu fahren." Die wichtigste Frage lautete wieder einmal, ob Vettel im Ernstfall Platz machen würde, um Teamkollege Webber zum Titel zu verhelfen. Wie zuletzt machte der Heppenheimer ein großes Geheimnis aus seinen Absichten. Später erklärte er immerhin. "Wenn wir in die Situation kommen, wissen wir, dass wir für das Team fahren."

Adrian Sutil:

Das Rennen in Brasilien hat Adrian Sutil noch einmal Mut gemacht. Von Startplatz 22 verbesserte sich der Force India-Pilot auf Rang zwölf. "Ohne dass viele Piloten vor mir ausgefallen sind", betont der Deutsche. Im letzten Rennen geht es für ihn und das Team noch um viel. "Wir kämpfen gleich zweimal gegen Williams. In der Teamwertung geht es um Platz sechs. Und in der Fahrerwertung fahre ich gegen Barrichello um Rang zehn."

Die Strecke in Abu Dhabi bringt keine besonderen Vor- oder Nachteile. "Ich denke, dass wir im Qualifying irgendwo zwischen Platz elf und 14 landen." Das Ziel für das Rennen sind WM-Punkte. Im Vorjahr lief es allerdings nicht besonders gut. "Da haben wir einen Fehler mit den Reifen im Qualifying gemacht. Mit der Erfahrung hoffe ich, dass es in diesem Jahr besser läuft.

Nico Rosberg:

Nico Rosberg sieht die Aufgabe im letzten Grand Prix des Jahres in einer Konsolidierung der zuletzt gezeigten Form: "Das wird so im Bereich der Ergebnisse der letzten Rennen liegen. Mit Glück schaffen wir auch eines der sechs Top-Autos." Viel wird davon abhängen, wie der F-Schacht funktioniert. "In Brasilien hatten wir wieder Probleme mit dem F-Schacht. Was wahrscheinlich am Regen lag und an der Luftdichte. In Abu Dhabi sollten wir weder das eine noch das andere Problem haben. Es wird nicht regnen, und die Luftdichte ist höher, weil der Kurs auf Meereshöhe liegt."

Rückblickend sieht Rosberg seine fünfte Formel 1-Saison nüchtern: "Es war keine tolle Saison. Ich hatte nie die Chance, ein Rennen zu gewinnen. Das kenne ich schon seit 2006." Dafür hat er im Duell mit Michael Schumacher seinen Marktwert deutlich gesteigert. "Es war eine interessante Erfahrung mit Michael. Er ist nicht umsonst siebenfacher Weltmeister. Es wäre dumm von mir, ihn für nächstes Jahr abzuschreiben." Rosberg wird wie seine Kollegen im Großraum Abu Dhabi bleiben. Kommenden Freitag (19. November) hat er seinen ersten Einsatz mit Blickrichtung 2011. Er wird den MercedesGP W01 mit Pirelli-Reifen testen. "Ein extrem wichtiger Test, den wir sehr genau vorbereiten müssen, um in der Kürze der Zeit so viele Informationen wie möglich zu sammeln."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld weiß noch immer nicht, wo er 2011 fährt. Deshalb liegt sein Fokus zunächst einmal auf seinem fünften Einsatz für Sauber. "Natürlich schaut jeder auf das Titelrennen, aber ich muss mich auf meine eigene Leistung konzentrieren." Der Mönchengladbacher blickt optimistischer in das Wochenende als bei den Rennen zuvor. "Zum ersten Mal habe ich einen Motor, der gleichwertig mit dem meines Teamkollegen ist. Bislang musste ich augrund der Motorensituationen von meinem Vorgänger de la Rosa mit ziemlich alten Triebwerken vorlieb nehmen."

Die alten Ferrari-Aggregate hätten ihm im direkten Duell nicht weitergeholfen, klagt der Routinier. "Da bleiben immer zwei, drei Zehntel auf der Strecke." Heidfeld wird in Abu Dhabi mit einem Triebwerk antreten, das nur den GP Belgien und einige Freitagstrainings auf der Kurbelwelle hat. Auf die Frage, ob ihm der Einsatz für Sauber für die Zukunft geholfen hat, antwortet Quick Nick: "Ich würde es wieder so machen." Angst hat der Deutsche nicht, dass Abu Dhabi sein letztes Formel 1-Rennen sein könne. "Ich bin immer optimistisch. Wir verhandeln sowohl mit Renault als auch anderen Teams."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg betrat nach seinem Glanzauftritt in Sao Paulo auch in Abu Dhabi die ganz große Bühne. Die FIA hatte ihn zusammen mit den vier WM-Kandidaten zur offiziellen Pressekonferenz geladen. "Ich werde wohl einfach dabei sitzen und zuhören", scherzte der sympathische Rheinländer vorher. Doch ein paar Journalisten wollten dann doch noch einmal ganz genau wissen, wie das denn in Sao Paulo mit der Pole Position war. "Daran hätte ich mich wirklich gewöhnen können", grinste der "Hülk" beim Gedanken an seinen Husarenritt im Qualifying. In Abu Dhabi ist allerdings wieder das normale Tagesgeschäft angesagt.

"Ich erwarte hier aber keine Zauberei. Das Rennen in Brasilien hat gezeigt, dass es für uns sehr schwer ist, mit den schnellen Jungs mitzuhalten. Die Pace war einfach nicht ganz da. Ich denke, wir werden wie immer zwischen Platz acht und zwölf liegen. Das ist so unser Bereich. Wenn ich mich wieder in die Punkte quetschen könnte, wäre ich schon zufrieden." Zum Thema Vertragsverlängerung hat Nico Rosberg trotz der guten Leistung noch keine Neuigkeiten zu bieten. "Leider gibt es noch keine Nachrichten von Williams. Für mich ist es einfach das wichtigste Ziel, in der Formel 1 zu bleiben.

Michael Schumacher:

Was Michael Schumacher zum Finale und seiner Leistung in der Saison 2010 sagt, lesen Sie hier:

>> Schumacher: Rosberg nicht wie Britney Spears

Timo Glock:

Am Donnerstag verkündete Virgin, dass sich der russische Autobauer Marussia ins Team eingekauft hat. Damit soll die Zukunft gesichert sein. Timo Glock blickte vor dem GP Abu Dhabi aber zunächst einmal zurück. Die Bilanz des ersten Virgin-Jahres fällt ernüchternd aus. "Es war kein einfaches Jahr für uns. Vor allem der Saisonbeginn war enttäuschend. Da sind wir mehr gestanden als gefahren."

So kann es aus Sicht des Deutschen nicht weiter gehen. Glock fordert Fortschritte. "Es muss 2011 besser werden. Ich erwarte vom Team, dass sie aus den Fehlern der ersten Saison lernen." Der Odenwälder blickt allerdings skeptisch in die Zukunft: "Wir müssen in der nächsten Saison zeigen, dass wir ein gestandenes Formel 1-Team sind." Nach der Niederlage gegen Lotus in diesem Jahr trat auch bei Glock Ernüchterung ein. Es fällt ihm schwer, an eine Trendwende in der kommenden Saison zu glauben. "Sie haben ein deutlich größeres Budget. Ich erwarte, dass sie einen großen Schritt nach vorne machen."

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