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Vettel, Rosberg & Co. - die Deutschen in Valencia

Deutsches Quintett will in Valencia punkten

Nico Rosberg Foto: dpa 34 Bilder

Die fünf deutschen Piloten erlebten einen ereignisreichen Tag. Vor allem Adrian Sutil hatte Grund zur Freude. Von Startplatz zwölf sind Punkte in Reichweite. Aber auch die anderen vier Piloten aus dem deutschen Quintett spekulieren auf WM-Zähler.

22.08.2009 Tobias Grüner

Nick Heidfeld:

Es ging um drei Hunderstel. Ein Augenzwinkern lag zwischen Weiterkommen und Hängenbleiben. Nick Heidfeld blieb hängen und startet als Elfter in den GP Europa. "Ich hätte vielleicht an einigen Ecken ein wenig schneller sein können. Dann hätte es gereicht. Nun kann ich wenigstens den Sprit frei wählen. Und von dieser Position aus kann ich in die Punkteränge fahren."

Laut dem Mönchengladbacher haben sich die Modifikationen am F1.09 (Seitenkästen, Diffusor, Leichtgewichtchassis) bezahlt gemacht. "In Ungarn hatte ich ein gutes Gefühl, auch wenn das Ergebnis enttäuschend war. Der Streckentyp kam unserem Auto mehr entgegen als der von Valencia. Aus unserer guten Vorstellung muss ich schließen, dass es diesmal wirklich am Auto liegt."

Timo Glock:

Timo Glock könnte die Reifen verfluchen. Schon wieder so ein Rätsel, das sich keiner erklären kann. Der Toyota-Pilot beschreibt seinen Leidensweg, der ihn auf Platz 13 brachte. "Die ersten zwei Versuche in Q1 waren zäh. Ich bin gerade so durchgerutscht und dachte schon: Das wird eine enge Kiste. Als ich in Q2 zum ersten Mal auf die Strecke bin, ging das Auto plötzlich super. Im zweiten Versuch lag ich bis Kurve acht um eine halbe Sekunde unter meiner Bestzeit. Und dann sind plötzlich die Hinterreifen eingegangen. Ich hatte keinen Grip mehr aus den Ecken raus und habe pro Kurve ein Zehntel liegenlassen."

Wieder einmal gab sich der Toyota TF109 als launische Diva. "Bei Jarno war es auch so", erzählte Glock. "Am Morgen hat er sein Auto gelobt. Am Nachmittag ging gar nichts mehr." Trulli steht in der Startaufstellung fünf Plätze hinter Glock.

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel wusste nicht recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Der vierte Startplatz ist nicht schlecht, aber vor ihm stehen beide McLaren-Mercedes mit KERS an Bord, und Hauptrivale Brawn GP hat wieder zurück zur alten Form gefunden. Rubens Barrichello steht vor ihm, Jenson Button hinter ihm. Beide haben um zwei bis drei Runden mehr Sprit an Bord.

Und dann ist da noch der Motorschaden vom Morgen. "So langsam wird es eng mit meinem Kontingent." Jeder Fahrer hat acht Motoren pro Jahr. Ab dem neunten gibt es eine Strafversetzung um zehn Startplätze. "Gemessen am Freitagstraining muss ich zufrieden sein", bilanzierte Vettel. "Am Freitag ging gar nichts. Ich habe das Auto nicht in die Kurven reingebracht, und ich war zu langsam auf der Geraden." Dass die McLaren in der ersten Startreihe stehen, ist fast schon ein Lichtblick: "So habe ich die KERS-Autos wenigstens nicht im Nacken." Vettel muss beim Start also nicht in den Rückspiegel schauen.

Ein McLaren-Sieg tut Vettel prinzipiell mehr weh als WM-Spitzenreiter Button. "Selbst, wenn wir vor Button ins Ziel kommen würden, nähme uns McLaren die großen Punkte weg. Und die brauchen wir, wenn wir aufholen wollen." Bei Red Bull hat man sich schon voll auf Schadensbegrenzung eingestellt. Vettel: "Das ist sicher nicht unsere stärkste Strecke. Uns ist schon viel geholfen, wenn wir auf Button nicht allzu viele Punkte verlieren. Eines ist aber sicher: Ab Spa müssen wir unseren Vorteil voll ausspielen."

Nico Rosberg:

Bei Nico Rosberg herrschte nach dem Qualifying Zufriedenheit. "Die Strategie ist voll aufgegangen. Wir sind absichtlich mit etwas mehr Sprit gefahren, um nicht wieder direkt vor Kimi Räikkönen zu starten. Gegen das KERS hat man da keine Chance." So hat der Williams-Pilot Sprit für ein bis zwei Runden mehr an Bord und kann den Finnen an der Box überholen. "Den Räikkönen schlage ich morgen", lautet die Kampfansage von Rosberg. "Vielleicht habe ich auch eine Chance gegen Button. Ein Platz unter den ersten Fünf ist auf jeden Fall möglich."

Freude herrschte auch darüber, dass sein Auto mal wieder gezeigt hat, dass es auf allen Strecken gut läuft. "Das habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt." Respekt zeigte Rosberg auch gegenüber Gegner McLaren. "Die waren heute die schnellsten Autos. Es ist schon beeindruckend, was die für einen Schritt seit dem Nürburgring gemacht haben. Ich hätte eigentlich Red Bull und Brawn GP hier stärker erwartet.

Adrian Sutil:

Adrian Sutil erlebte einen ereignisreichen Tag. Am Vormittag sicherte sich der Force India-Pilot die zweite Trainingsbestzeit seiner Karriere. Im Qualifying ging es dann relativ locker in die zweite K.O.-Runde. "Das war wirklich das Maximum heute", freute sich der Gräfelfinger. "Obwohl ich heute morgen schon kurz gedacht hatte, dass alles möglich sei." Sutil wurde selbst von seiner Bestzeit überrascht: "Wir sind nicht extra leicht gefahren. Das war keine Showrunde."

Das Auto habe wie prognostiziert einen Schritt von einer halben Sekunde nach vorne gemacht. "Mir haben am Ende nur ein paar Hundertstel zu Q3 gefehlt", bedauerte Sutil fast ein wenig. Bevor das Rennen in Valencia überhaupt gefahren wurde, blickt der Deutsche schon mit Vorfreude in die Zukunft. "In Spa sollten sich unsere Modifikationen noch besser auswirken. Da merkt man den Abtrieb noch mehr."

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