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Die besten F1-Rennen: Jeder zweite Grand Prix ist ein Hit

Die Formel 1-Gemeinde blickt dem GP Spanien skeptisch entgegen. Rennen in Barcelona waren oft langweilig. Aus diesem Anlass haben wir einmal nachgeschaut, bei welchen Grands Prix der jüngeren Vergangenheit die beste Action geboten wurde.

Nach dem eintönigen Saisonauftakt in Bahrain war das Geschrei groß. Tenor: Die Formel 1 ist zu langweilig geworden. Das neue Rennformat ohne Tankstopps und das Überholproblem wegen der extremen Aerodynamik gerieten in die Kritik.

Auf Bahrain folgten jedoch drei höchst unterhaltsame Grand Prix. Malaysia erlebte seinen Höhepunkt im Qualifying. In Melbourne und Shanghai waren die Rennen echte Knüller. Nach unserer Sicht verdienten die Grands Prix von Australien und China auf der Skala von 1 ("Zum Einschlafen") bis 10 ("Nicht zu überbieten") die Noten 8 und 9.

Wir haben das Rad der Zeit um ein Jahr zurückgedreht und die insgesamt 21 Grand Prix seit der großen Aerodynamik-Reform zum Saisonbeginn 2009 bewertet. Neun Rennen blieben danach unter dem Durchschnitt. Zwölf boten gute bis sehr gute Unterhaltung. Ist das für die Königsklasse ausreichend? Welche Rennen haben Sie am meisten begeistert? Als Erinnerungsstütze haben wir zusätzlich zur Benotung noch den Sieger, den Siegervorsprung, die Anzahl der Safety-Car-Phasen, das Wetter und die Highlights für Sie gesammelt.

GP Australien 2009

Sieger: Jenson Button    Brawn GP-Mercedes    Vorsprung: 0,807 s
Safety-Car: 2    Wetter: 22°C,sonnig    Note: 7/10

Der Sieger Jenson Button stand eigentlich nach der ersten Kurve fest. Zu überlegen waren die Brawn GP. Buttons einziger Gegner Rubens Barrichello fuhr sich schon im Startgetümmel den Frontflügel krumm. Während Button vorne einsam an der Spitze fuhr, gab es im Mittelfeld beinharte Duelle und überraschende Ausfälle. Beide Ferrari blieben mit Defekten stehen. Lewis Hamilton tankte sich dank KERS von hinten durchs Feld. Ganz zum Schluss machten die Reifen das Rennen noch einmal richtig spannend. Die weichen Sohlen brachen ein. Wer wie Robert Kubica früh seine weichen Reifen eingesetzt hatte, fuhr am Ende mit einem Joker in der Hand. Kubica crashte dann spektakulär mit Sebastian Vettel. Nach dem Rennen gab es noch ein Nachspiel, weil Hamilton sich durch eine Lügengeschichte bei den Sportkommissaren Platz drei erschwindelte. Den bekam später Jarno Trulli.

GP Malaysia 2009

Sieger: Jenson Button    Brawn GP-Mercedes    Vorsprung: 22,722 s
Safety-Car: 1    Wetter: 31°C, schwül, Abbruch nach Wolkenbruch    Note: 6/10

Für die größte Spannung sorgte das Wetter. Eine riesige Regenwolke braute sich beim Start über der Rennstrecke zusammen. Jeder wusste: Irgendwann bricht die Hölle los. Die Frage war nur, wann es sein würde. Zu aller Überraschung kam der Regen schleppend. Erst als Niesel, dann schlagartig als Wolkenbruch. Nach 31 Runden war Schluss. In der Anfangsphase lebte das Rennen von einem Superstart von Nico Rosberg, der 15 Runden lang Jenson Button und Jarno Trulli in Schach hielt. Im Verfolgerfeld lieferten sich Lewis Hamilton und Mark Webber Schlachten wie einst in der Formel Ford. Ab Runde 20 sorgten die Boxencrews für Unterhaltung. Es kam darauf an, wer zur welchen Zeit welche Reifen aufzieht. Ferrari machte mit Kimi Räikkönen alles falsch. Timo Glock und Nick Heidfeld pokerten richtig und landeten mit Button auf dem Podest.

GP China 2009

Sieger: Sebastian Vettel    Red Bull-Renault    Vorsprung: 10,970 s
Safety-Car: 2    Wetter: 20°C,Regen    Note: 6/10

Sebastian Vettels Sieg war nie in Gefahr. Auch Mark Webber wurde entspannt Zweiter. Spannend war es erst auf den Plätzen dahinter. Zwischen Jenson Button und Rubens Barrichello, zwischen Lewis Hamilton, Heikki Kovalainen und Timo Glock. Robert Kubica und Jarno Trulli stauchten das Feld durch eine Kollision und die darauf fällige SafetyCar-Phase wieder zusammen.
Unterschiedliche Boxenstrategien sorgten dafür, dass im Mittelfeld viel Bewegung herrschte. Am Ende der langen Geraden wurde fleißig überholt. Adrian Sutil warf eine mögliche Punkteplatzierung kurz vor Schluss durch einen spektakulären Crash weg.

GP Bahrain 2009

Sieger: Jenson Button    BrawnGP-Mercedes    Vorsprung: 7,187 s
SafetyCar: -    Wetter: 38 C, sonnig    Note: 4/10

Eigentlich hätte es ein guter Grand Prix werden können, mit zwei Toyota in der ersten Startreihe. Doch die rotweißen Autos aus Köln hatten schnell ihr Pulver verschossen. Sie tankten als erste. Spannend war nur die Anfangsphase. Jenson Button musste sich freischwimmen, da er nach den Trainingserfahrungen befürchten musste, dass im Verkehr sein Motor überhitzt. Seine ersten zwei Runden waren sehenswert. Sebastian Vettel versuchte das gleiche, hing aber hinter Lewis Hamilton fest. Als seine Reifen abbauten, degenerierte der Grand Prix zu einer Prozession. Standard in Bahrain. Die Toyota wurden wegen falscher Strategie nach hinten durchgereicht. Sie fuhren zu lange mit harten Reifen. Nur im Mittelfeld wurde gekämpft.

GP Spanien 2009

Sieger: Jenson Button    Brawn GP-Mercedes    Vorsprung: 13,056 s
Safety-Car: 1    Wetter: 24°C, sonnig     Note: 5/10

Der GP Spanien lebte wie so oft von der Taktik und davon, dass die Red Bull im Verkehr festhingen. Jenson Button beantwortete im Duell gegen Rubens Barrichello die Frage, ob zwei oder drei Boxenstopps besser sind, zu seinen Gunsten. Zwei waren schneller. Das Rennen begann mit einer fernsehreifen Kollision zwischen Buemi, Bourdais, Trulli und Sutil. Viel Kleinholz, kein Personenschaden. Felipe Massa sorgte am Ende des Rennens mit einer eingebildeten Benzinknappheit noch für Wirbel. Erst kam Sebastian Vettel an der roten Straßensperre vorbei, dann nahmen Fernando Alonso und Nick Heidfeld den Brasilianer aufs Korn. Alonso schaffte es, Heidfeld nicht.

GP Monaco 2009

Sieger: Jenson Button    Brawn GP-Mercedes    Vorsprung: 7,666 s
Safety-Car: -    Wetter: 25°C, sonnig     Note: 4/10

Ein GP Monaco ohne Safety-Car ist verdächtig. Nur sechs Ausfälle unterstreichen, dass in den Häuserschluchten wenig Aufregendes passiert ist. Jenson Button stürmte vom Start weg davon. Auch sein Teamkollege Barrichello konnte nicht folgen, weil er die Reifen zu hart beanspruchte. Nur Sebastian Vettel sorgte in der Anfangsphase für Spektakel. Der Red Bull-Pilot staute das Feld auf, weil er wegen körnender Reifen bis zu vier Sekunden pro Runde verlor. In dem Getümmel kam es sogar zu einem echten Überholmanöver. Nico Rosberg presste sich vor der Tabakkurve an Felipe Massa vorbei. Nach einem frühen Boxenstopp zimmerte Vettel seinen Red Bull in die Leitplanken. Am Ende der Schlange duellierten sich Nelsinho Piquet und Sebastien Buemi in den Reifenstapel der St. Dévote-Kurve. Danach plätscherte der Grand Prix bis zum bitteren Ende dahin.

GP Türkei 2009

Sieger: Jenson Button    Brawn-GP-Mercedes    Vorsprung: 6,714 s
Safety-Car: -    Wetter: 31°C, sonnig     Note: 3/10

Die Startrunde hatte es in sich. Sebastian Vettel bezahlt für einen Fehler eingangs der Gegengeraden, und Jenson Button ist auf und davon. Der Rest ist zum Einschlafen. Man leidet höchstens mit Vettel, den die falsche Renntaktik auch noch hinter Mark Webber zurückwirft. Der Ausfall von Rubens Barrichello ist nur ein kurzer Weckruf. Er ist deshalb erwähnenswert, weil die Brawn GP sonst eigentlich wie die Uhrwerke laufen. Im hinteren Feld kommt es zu ein paar Scharmützeln um die Plätze 10 bis 15. Der Rest ist Monotonie.

GP England 2009

Sieger: Sebastian Vettel    Red Bull-Renault    Vorsprung: 15,188 s
Safety-Car: -    Wetter: 17°C, bedeckt     Note: 2/10

Der Sieger steht schon vor dem Rennen fest. Sebastian Vettel ist im umgebauten Red Bull RB5 so überlegen, dass ihn nur Teamkollege Mark Webber attackieren könnte, doch der verliert beim Start einen Platz an Rubens Barrichello. Auf der Strecke kommt der Australier nicht vorbei, also muss er bis zum ersten Tankstopp warten. Das sagt schon alles. Die ersten Acht üben sich in Einzelzeitfahren. Highlight ist eine Kollision zwischen Heikki Kovalainen und Sebastien Bourdais und ein Duell zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso um Platz 14. Ohne den Kampf um die goldene Ananas der beiden Ex-Weltmeister wäre man eingeschlafen.

GP Deutschland 2009

Sieger: Mark Webber    Red Bull-Renault    Vorsprung: 9,252 s   
Safety-Car:-    Wetter: 17°C, bedeckt     Note: 7/10

Schon beim Start gibt es den ersten Aufreger. Mark Webber fährt Rubens Barrichello ins Auto. Dafür muss der Australier strafweise einmal durch die Boxengasse. Das hält den GP Deutschland spannend. Sonst wäre Webber auf und davon gewesen. Barrichello, der 20 Runden lang wie ein möglicher Sieger aussieht, verzockt mit der Taktik und den Boxenstopps. Sehenswert sind die Aufholjagd von Nico Rosberg (von Platz 15 auf Platz 4) und das Duell Kimi Räikkönen gegen Adrian Sutil, das wieder einmal mit Kleinholz endet. Sebastian Vettels Weg auf Rang zwei und der Schlussspurt von Fernando Alonso, der in den letzten 20 Runden schneller als der Sieger fährt, halten die Zuschauer bei Laune.

GP Ungarn 2009

Sieger: Lewis Hamilton    McLaren-Mercedes    Vorsprung: 11,529 s
Safety-Car: -    Wetter: 23°C, bewölkt    Note: 3/10

Spannung gibt es nur in den ersten Runden. Dass sich Fernando Alonso die Pole Position mit wenig Sprit erkauft hat, weiß man. Der Spanier führt zwar elf Runden lang, fährt aber irgendwie außer Konkurrenz. Für den Sieg kommen die Herren hinter dem Renault in Frage: Lewis Hamilton hat sich dank KERS bald von Mark Webber und Kimi Räikkönen freigeschwommen. Für Aufregung sorgt dann noch das verlorene Rad von Alonsos Renault und Timo Glocks Schlussattacke. Ansonsten das übliche Budapest-Rennen. Nur wer KERS an Bord hat, darf vom Überholen träumen.

GP Europa 2009

Sieger: Rubens Barrichello    Brawn GP-Mercedes    Vorsprung: 2,358 s
Safety-Car: -    Wetter: 32°C, sonnig     Note: 5/10

Es gibt zwar abgesehen von der ersten Runde praktisch keine Überholmanöver, doch dieser Grand Prix bezieht seine Spannung von der Taktik. Es ist ein Fernduell zwischen Lewis Hamilton und Rubens Barrichello, das der Brasilianer gewinnt, weil er jedes Mal später an die Tankstelle kommt als sein Gegner. Und weil McLaren bei Hamiltons zweiten Boxenstopp patzt. Eng geht es auch zwischen Nico Rosberg und Heikki Kovalainen her. Zwei Ausfälle zeugen von einem ansonsten ereignisarmen Rennen. Auch beim zweiten Auftritt der Formel 1 in Valencia zeigt sich, dass die Strecke trotz eines günstigen Layouts nicht zum Überholen einlädt. Vermutlich weil sich die Turbulenzen in dem engen Kanal aus Beton fangen und auch weit zurückliegende Autos beeinträchtigen.

GP Belgien 2009

Sieger: Kimi Räikkönen    Ferrari    Vorsprung: 0,939 s    
SafetyCar: 1    Wetter: 17°C, bewölkt     Note: 8/10

Schon die Startaufstellung verspricht ein kurioses Rennen. Giancarlo Fisichella startet mit seinem Force India von der Pole Position. Er hätte das Rennen auch gewonnen, hätte nicht eine Massenkollision mitten im Feld eine Safety-Car-Phase provoziert. Erst das gibt Kimi Räikkönen die Chance, sein KERS im Ferrari gewinnbringend einzusetzen. Räikkönen kann sich aber keine Sekunde ausruhen. Fisichella hängt ständig im Rückspiegel und kommt immer parallel mit dem Finnen zum Tanken an die Box. Für Stimmung sorgen auch der Trainingsachte Sebastian Vettel mit seiner Aufholjagd und Rubens Barrichello, wie er einen rauchenden und Feuer spuckenden Brawn GP über die letzten zwei Runden schleppt.

GP Italien 2009

Sieger: Rubens Barrichello    Brawn GP-Mercedes    Vorsprung: 2,866 s
Safety-Car: 1    Wetter: 27°C, sonnig     Note: 7/10

Wie Valencia ist auch Monza ein Rennen der Taktik, nur eine Spur spannender. Es gibt mit Rubens Barrichello, Jenson Button, Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen und Adrian Sutil mehr Hauptdarsteller. Barrichello und Button beweisen, dass ein Stopp an diesem Tag die Trumpfkarte ist. Von den Zweistoppern ist nur Lewis Hamilton eine echte Gefahr. Der McLaren-Pilot holt zum Schluss noch einmal stark auf, zerlegt dann aber seinen McLaren in der letzten Runde in der ersten Lesmokurve spektakulär.

GP Singapur 2009

Sieger: Lewis Hamilton    McLaren-Mercedes    Vorsprung: 9,634 s
Safety-Car: 1    Wetter: 30°C, bewölkt     Note: 4/10

Der erste Singapur-Grand Prix war besser. Trotz der Skandalgeschichte mit dem getürkten Unfall von Nelson Piquet junior. Lewis Hamilton sieht diesmal schon nach der ersten Runde wie ein Sieger aus. Auch wenn das Safety-Car nach einer Kollision zwischen Adrian Sutil und Nick Heidfeld die Uhren noch einmal auf Null stellt. Sebastian Vettel, der einzige der Hamilton hätte gefährlich werden können, fängt sich eine Boxenstrafe ein, über die eine Woche lang diskutiert wird. Gleiches passiert Nico Rosberg, der den Speed für einen Podestplatz hat, ihn aber leichtsinnig wegwirft. Mark Webber verabschiedet sich ohne Bremsen und Rubens Barrichello bringt ein missglückter Boxenstopp um Platz fünf. Irgendwie fehlt dem zweiten Nacht-Grand Prix der Geschichte das Salz in der Suppe.

GP Japan 2009

Sieger: Sebastian Vettel    Red Bull-Renault    Vorsprung: 4,877 s
Safety-Car: 1    Wetter: 27°C, bewölkt     Note: 3/10

Das ganze Wochenende wurde mehr über Unfälle gesprochen als über das Rennen selbst, das wie Silverstone zur einer Einmannshow von Sebastian Vettel verkommt. Schon im Training kracht es heftig: Timo Glock, Mark Webber, Heikki Kovalainen, Jaime Alguersuari und Sebastien Buemi liefern Schrott ab. Jarno Trullis Zweikampf mit Lewis Hamilton reißt höchstens die Toyota-Fans von den Sitzen. Es ist von der ersten Runde an klar, dass die Piloten entweder nicht überholen wollen oder nicht können. Vettels Sieg ist noch nicht einmal annähernd in Gefahr, als ein weiterer Abflug von Alguersuari zehn Runden vor Schluss das Rennen neutralisiert. Gleich nach dem Re-Start setzt sich Vettel wieder ab. Dafür muss Jenson Button noch kurz um den letzten WM-Punkt zittern. Robert Kubica passiert mit 0,303 Sekunden Rückstand auf Platz acht den Zielstrich.

GP Brasilien 2009

Sieger: Mark Webber    Red Bull-Renault    Vorsprung: 7,626 s   
Safety-Car: 1    Wetter: 27°C, bewölkt     Note: 9/10

Das beste Rennen des Jahres: Da ist alles dabei, was ein gutes Autorennen ausmacht. Eine spektakuläre Startrunde, ein wilder Crash mit drei Fahrzeugen, Feuer in der Boxengasse, Überholmanöver en masse und ganz zum Schluss ein neuer Weltmeister. Sebastian Vettel und Jenson Button rollen das Feld nach ihren schlechten Startplätzen von hinten auf, überholen außen und innen, bremsen sich auch an fast gleichschnellen Konkurrenten vorbei. Gleiches gilt für Lewis Hamilton nach einer verkorksten ersten Runde. Robert Kubica liefert sich im Kampf um Platz zwei herrliche Duelle, und Lokalmatador Rubens Barrichello wird nach 20 Führungsrunden wieder einmal zur tragischen Figur. Was wünscht sich der Rennsportfan mehr.

GP Abu Dhabi 2009

Sieger: Sebastian Vettel    Red Bull-Renault    Vorsprung: 17,857 s
Safety-Car: -    Wetter: 31°C, sonnig     Note: 3/10

Die Veranstalter hatten viel versprochen, aber wenig gehalten. Beeindruckend ist nur das Tausend-und-eine-Nacht-Flair auf der der teuersten Rennstrecke der Welt. Der Yas Marina Circuit war zum Überholen gebaut worden, aber er lädt nicht zum Überholen ein. Spannung gibt es eigentlich nur zwei Mal. Als Lewis Hamilton mit Bremsproblemen seine Führung verlor, und als sich Mark Webber und Jenson Button um Platz drei duellieren. Doch obwohl Button deutlich schneller ist, findet er an Webbers Red Bull keinen Weg vorbei. Gleiches gilt für Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld. Ach ja, dann kommen sich kurz vor Schluss noch Robert Kubica und Sebastien Buemi in die Quere. Das wars dann aber auch. Ein Grand Prix zum Vergessen.

GP Bahrain 2010

Sieger: Fernando Alonso    Ferrari    Vorsprung: 16,099 s   
Safety-Car: - Wetter: 34°C, sonnig     Note: 2/10

Die Erwartungen sind extrem hoch, umso größer die Enttäuschung nach dem Auftaktrennen. Das Duell Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso bezieht seine Spannung aus der Ungewissheit, ob der Ferrari-Pilot mit den harten Reifen den Viersekunden-Rückstand verkürzen kann. Für einen Moment sieht es so aus, doch dann wird schnell klar, dass die neuen Bridgestone-Einheitsreifen nach einer Runde Attacke Erholung brauchen. Wenigstens die Technik bringt etwas Stimmung ins Spiel. Vettel fällt wegen einer defekten Zündkerze sukzessive zurück und man fragt sich, wer ihn noch aufschnupfen würde. Die Taktiken sind praktisch identisch. Alle wechseln so früh wie möglich Reifen. Das ist es dann schon. Felipe Massa, Lewis Hamilton und Nico Rosberg üben sich im Einzelzeitfahren. Man hat den Eindruck, dass bei ersten Rennen des Jahres die Vorsicht Regie führt. Michael Schumacher wehrt souverän eine Attacke von Jenson Button und Mark Webber ab. Er muss nicht einmal Kampflinie fahren. Nur in einer Gruppe um Robert Kubica ballen sich die Autos etwas dichter zusammen. Eines ist im Ziel allen klar: Die schöne, neue Formel 1 ist mit einem Fehlstart in die Saison gegangen.

GP Australien 2010

Sieger: Jenson Button    McLaren-Mercedes    Vorsprung: 2,454 s
Safety-Car: 1    Wetter: 26°C, bedeckt     Note: 8/10

Melbourne ist fast immer für turbulente Rennen gut. Auch diesmal. Wenn es dazu noch regnet, ist automatisch für Chaos gesorgt. Dieser GP Australien enthält alles, was ein gutes Rennen ausmacht. Eine Kollision in der ersten Runde ohne Personenschaden. Eine Safety-Car-Phase. Tolle Überholmanöver von der ersten bis zur letzten Runde. Irre Aufholjagden und unterschiedliche Taktiken. Tops und Flops in der Boxengasse. Ein Führender, der wegen eines Defekts überraschend ins Kiesbett abbiegt. Ein Sieger, der mit Köpfchen gewinnt und auf den vor dem Rennen kein Mensch gewettet hätte. Viele kontroverse Szenen, bei denen es für die Fans im Nachhinein etwas zu Diskutieren gab. Melbourne hat Bahrain vergessen lassen.

GP Malaysia 2010

Sieger: Sebastian Vettel    Red Bull-Renault    Vorsprung: 4,849 s
Safety-Car: -    Wetter: 34°C, schwül     Note: 6/10

Kein Regen, und trotzdem ein gutes Rennen. Das liegt sicher auch an einer verrückten Startaufstellung, in der die vier Top-Stars Fernando Alonso, Felipe Massa, Lewis Hamilton und Jenson Button von hinten losfahren. Schon die Qualifikation ist ein Hit. Im Rennen geht es gerade so weiter. Ein beinhartes Duell zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber über vier Kurven um die Führung entscheidet den Grand Prix. Webber hält aber lange Kontakt, so dass sich Vettel nicht den geringsten Fehler erlauben darf. Die Aufholjagd der beiden Ferrari- und McLaren-Piloten lenkt davon ab, dass Red Bull die Partie im Griff hat. Auch der Zweikampf Jaime Alguersuari gegen Nico Hülkenberg. Zum Schluss unterhalten drei Verteidigungsschlachten das Publikum. Button gegen Massa, Sutil gegen Hamilton, Button gegen Alonso, der sich dann noch spektakulär mit einem Motorplatzer verabschiedet. Nach zwölf Jahren Sepang muss man sagen: Einer der besseren GP Malaysia.

GP China 2010

Sieger: Jenson Button    McLaren-Mercedes    Vorsprung: 1,530 s
Safety-Car: 2    Wetter: 21°C, Regen     Note: 9/10

Von der Traumnote "10" trennt den GP China nur noch ein direktes Rad-an-Rad-Duell um die Spitze in den letzten Runden. Jenson Button fährt nur so schnell wie er muss, um Lewis Hamilton auf Distanz zu halten. Doch der Rest des Rennens ist ein Knüller. Natürlich würzen die unsichere Wetterlage und zwei Safety-Car-Phasen das Geschehen. Aber auch die Fahrer agieren, als hätten sie zuvor Doping genommen. Von Zurückhaltung keine Spur. Beim ersten Re-Start fallen die Piloten über Mark Webber her, der offenbar geschlafen hat. Er wusste wohl nicht, dass ab sofort nach der Rennfreigabe schon vor der Ziellinie überholt werden darf. Jede Chance zum Manöver wird an diesem trüben Tag in Shanghai wahrgenommen, zwei Mal sogar in der Boxengasse (Hamilton/Vettel, Alonso/Massa). Es brennt vorne und hinten im Feld. Es ist unmöglich, alle Highlights aufzuzählen. Hamilton, Alonso und Vettel fallen immer wieder zurück und müssen sich immer wieder mühsam nach vorne kämpfen. Vitaly Petrov zeigt einen erfrischenden Angriffsgeist, und Felipe Massa und Michael Schumacher kämpfen wegen sich auflösender Hinterreifen mit dem Rücken zur Wand. Die Fans sind sich einig: So könnte es weitergehen.

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Michael Schmidt
Von am 4. Mai 2010
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