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Die deutschen F1-Fahrer nach neun Rennen

Halbzeitbilanz der deutschen F1-Piloten

Sutil gegen Kubica Foto: xpb 12 Bilder

Halbzeit in der Formel 1: Nach neun Rennen ziehen die sechs Deutschen Fahrer in der Formel 1 Bilanz. Rundum zufrieden kann keiner sein. Mit Sebastian Vettel und Adrian Sutil erfüllen nur zwei aus dem deutschen Lager die Erwartungen. auto motor und sport analysiert: Was war gut, was schlecht?

04.07.2010 Michael Schmidt

Sebastian Vettel


WM Platz: 3, Punkte: 115,  Siege: 2, Pole Positions: 4, Schnellste Runde: 1, Ausfälle: 2, Trainingsduell: 4:5, Strafen: -
 
WM-Favorit Vettel fährt immer noch auf WM-Kurs. Sein Red Bull ist das schnellste Auto im Feld, aber nicht immer das beste. Hin und wieder streikt die Technik. Gegenwehr bieten nicht nur Lewis Hamilton, Jenson Button und Fernando Alonso, sondern auch Mark Webber. Der Australier ist näher an Vettel dran als im letzten Jahr. Das teaminterne Duell forderte auch schon eine Kollision und eine der beiden Nullrunden für Vettel.

Der Vize-Weltmeister aus dem Vorjahr machte daraufhin die Erfahrung, dass die Zeit abgelaufen ist, in der einem alle Sympathien automatisch zufliegen. Im letzten Jahr war der 23-jährige Heppenheimer der Held, der aus dem Nichts kam und die Großen herausforderte. Jetzt ist er selbst ein Star. Da gilt das, was Michael Schumacher schon vor 15 Jahren lernen musste: Die Schonfrist ist vorbei. Zum Applaus kommt auch Schadenfreude, wenn der Favorit einmal strauchelt.

Nico Rosberg

WM Platz: 7, Punkte: 75, Siege: 0, Pole Positions: 0, Schnellste Runde: 0, Ausfälle: 0, Trainingsduell: 7:2, Strafen: -
 
Wäre da nicht Michael Schumacher im Team, müsste Rosberg die ersten Saisonhälfte als Enttäuschung abhaken. Zum ersten Mal fährt er in einem Topteam, doch das Auto wird seinen Ansprüchen nicht gerecht, weil keiner im Team die Reifen versteht. Rosberg hat mit zwei Podestplätzen das Maximum aus dem MercedesGP W01 herausgeholt. Und seine Bilanz gegen Superstar Schumacher überdeckt die Resultate.

Nach Trainingsduellen steht es 7:2 für den Jüngeren, nach Punkten 75:34. Je größer das Reifenproblem, umso weiter steht Nico vor dem Ex-Champion. Das steigert Rosbergs Marktwert, bringt ihm neue Erfahrungen aber eben keine Pokale. Bis jetzt hat sich der Blondschopf nur einen Aussetzer geleistet. In Barcelona kam er nie richtig in Fahrt. Aber Barcelona war noch nie Rosbergs Paradestrecke.


Michael Schumacher

WM Platz: 9, Punkte: 34, Siege: 0, Pole Positions: 0, Schnellste Runde: 0, Ausfälle: 1, Trainingsduell: 2:7, Strafen: 8.400 Euro
 
Drei Jahre Pause gehen auch am erfolgreichsten Fahrer der Formel 1 nicht spurlos vorüber. Michael Schumacher befindet sich immer noch in der Lernphase. Diese Reifen passen nicht zu seinem Fahrstil. Der Vorderreifen bietet zu wenig Grip, der Hinterreifen geht zu früh in die Knie, wenn man ihn fordert. Der Meister der Anpassung braucht noch etwas Feintuning, vor allem auf Strecken mit langsamen Kurven und Schikanen. Funktionieren die Reifen, ist er mit Rosberg auf Ballhöhe.

Seine Starts – die besten im Feld – und seine oft aggressive erste Runde, in der er zum Beispiel in Valencia vier Plätze gutgemacht hat, zeigen, dass das Feuer noch brennt. Grundsätzlich gilt: Schumacher ist im Rennen stärker als im Training. Was daran liegt, dass ihm das hohe Startgewicht hilft, die Reifen in ihr Arbeitsfenster zu bekommen. Die mühsame Aufholjagd von Mercedes wird Schumacher Geduld lehren. In diesem Zusammenhang ist das Alter vielleicht sogar ein Segen. 


Adrian Sutil

WM Platz: 10, Punkte: 31, Siege: 0, Pole Positions: 0, Schnellste Runde: 0, Ausfälle: 1, Trainingsduell: 7:2, Strafen: 1.600 Euro
 
Wer hätte gedacht, dass Adrian Sutil bei Halbzeit der Saison in einem Force India nur knapp hinter Michael Schumacher rangiert? Der Gräfelfinger ist fast schon ein todsicherer Tipp auf WM-Punkte. Sechs Mal klingelte es, zuletzt fünf Mal in Folge. Teamkollege Liuzzi sieht kein Land gegen den Deutschen.

Die wilde Zeit mit Kollisionen und Drehern scheint abgelaufen. Nur in Bahrain war Sutil in der Startphase an einem Gerangel beteiligt, wobei ihm da die Sicht genommen war, weil Webbers Red Bull rauchte wie eine alte Dampflokomotive. Sutil hat gezeigt, dass er seine Position auch gegen die Superstars verteidigen kann. In Malaysia biss sich Hamilton die Zähne an dem Force India aus, in Barcelona hielt er Kubica in Schach, und in Valencia blickte Alonso in die Auspuffrohre von Sutils Mercedes-Motor.


Nico Hülkenberg

WM Platz: 17, Punkte: 1, Siege: 0, Pole Positions: 0, Schnellste Runde: 0, Ausfälle: 3, Trainingsduell: 3:6, Strafen: 2.000 Euro


Das erste Jahr ist immer schwer. Vor allem, wenn das Auto Zicken macht. Der Williams erreichte nur zwei Mal Normalform. In Melbourne, doch da wurde Hülkenberg von Kobayashi abgeräumt. Und in Valencia, wo ihm ein gebrochener Auspuff WM-Punkte raubte. Den einzigen Zähler gab es in Malaysia, dem Rennen bei dem Hülkenberg seinen bislang besten Startplatz belegte. Aus Rang fünf wurde später Platz zehn. In sieben der neun Grand Prix verzeichnete der Blondschopf aus dem Rheinland Feindkontakt oder einen Dreher, der ihm das Rennen ruinierte, fünf Mal davon in der Anfangsphase. Nicht immer seine Schuld, manchmal aber doch das Ergebnis jugendlicher Ungeduld.

"Wenn du vom 15. Platz startest, ist die Chance groß, dass du in einen Unfall verwickelt wirst", rechnet Hülkenberg vor. Teamkollege Barrichello ist sein bester Lehrmeister. Der alte Mann hat Hülkenberg mit seinem Speed überrascht. Der Neuling zügelte darauf seinen Ehrgeiz und beschloss, sich vom Altmeister ein paar Tricks abzuschauen.


Timo Glock

WM Platz: 24, Punkte: 0, Siege: 0, Pole Positions: 0, Schnellste Runde: 0, Ausfälle: 6, Trainingsduell: 8:1, Strafen: 2.200 Euro
 
Wie sich die Perspektiven ändern. Im letzten Jahr fuhr Glock in einem Toyota in Valencia die schnellste Rennrunde. Diesmal landete er in der gleichen Rangliste auf Rang 19. Und das ist noch ein Kompliment. Best of the rest zählt wie ein Sieg. Glocks Gegner heißen Lotus und HRT. Sein größter Feind aber ist die Technik. Immer noch geht an seinem VirginF1 zuviel kaputt. Sechs Ausfälle in neun Rennen sind indiskutabel. Glock gibt alles, aber der Virgin gibt nicht mehr her. Die Weiterentwicklung geriet wegen der vielen Kinderkrankheiten des Autos immer wieder ins Stocken. Ein erster Ansatz zur Besserung zeigte sich in Valencia.

Die neuen Radaufhängungen beruhigten das Fahrverhalten deutlich. Ausgerechnet da handelte sich Glock seine einzige Trainingsniederlage gegen den ansonsten chancenlosen Lucas di Grassi ein. Für Silverstone verspricht Technikchef Nick Wirth eine Sekunde. "Hoffen wir, dass er Recht hat", lacht Glock gequält. Wir hoffen mit.

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