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Die Deutschen in Bahrain

Furioser Rosberg, Desaster für Ralf

Foto: dpa 56 Bilder

Warum der Neuling Nico Rosberg bei seinem Formel 1-Debüt glänzen konnte, Williams-Vorgänger Nick Heidfeld nur im Mittelfeld landete und Routinier Ralf Schumacher beim Saisonauftakt unterging.

13.03.2006 Markus Stier

Nico Rosbergs Grand Prix-Karriere war gerade einmal zehn Sekunden alt, da wünschte sich der Debütant, die Erde möge sich auftun, damit er in dem Loch verschwinden könne. "Es war mein Fehler. Ich habe eine Lücke gesehen", sagte der Williams-Fahrer. Besagte Lücke füllte in der ersten Kurve Nick Heidfeld aus, Der Williams traf den BMW, Heidfeld drehte sich, bei Rosberg war ein Boxenbesuch zwecks Flügelaustausch notwendig.

"Das hat für uns beide das Rennen etwas kaputtgemacht", haderte Heidfeld, der mit Rang zwölf nicht unbedingt happy war. "Es ist natürlich enttäuschend, von Startplatz zehn aus keine Punkte geholt zu haben." Heidfeld wurde zudem ermahnt, weil er bei einem beinharten Zweikampf Red Bull-Fahrer David Coulthard von der Strecke gedrängt hatte. "Jetzt weiß ich, woran ich bin. Ich hoffe, dass diese Linie von den Stewards auch beibehalten wird", sagte Heidfeld. Die Kombatanten sahen den Fall entspannter. Coulthard kam nach dem Rennen zu Heidfeld, um sich für das schöne Duell zu bedanken.

Ralf Schumacher: "In einer Woche kann man wenig tun"

Weniger entspannend für BMW war der Motorschaden bei Villeneuve (Der V8 wurde sofort zur Untersuchung nach München verfrachtet) und die Rundenzeiten. Mit seiner schnellsten Runde von 1:33,8 Minuten war Heidfeld 1,4 Sekunden langsamer als Nico Rosberg, bei Jacques Villeneuve waren es 1,3 Sekunden. "Das zeigt, dass noch ordentlich Arbeit vor uns liegt", sagte Sportchef Mario Theissen.

BMWs Sorgen hätte man bei Toyota gern. Im Rennen liefen die Weißroten auf den Rängen 14 (Schumacher) und 16 (Trulli) ein. Zwischen 1,7 und 2,4 Sekunden fehlten pro Runde auf die Spitze."Das hat sich beim Qualifying schon abgezeichnet", sagte Ralf Schumacher. "Wir müssen uns das jetzt in Ruhe anschauen."

Genau die Ruhe hat das Team aber nicht. Das nächste Rennen in Malaysia ist bereits am kommenden Wochenende (19.3.). In dieser Woche rückt Olivier Panis in Paul Ricard zum testen aus, um dem Problem auf die Spur zu kommen. Die Lösung ist noch nicht in Sicht, die Ursache dagegen klar: Die Reifen kommen nicht auf Temperatur. Das Setup passt nicht zu den Bridgestone-Reifen. An den Gummis kann es nicht liegen. Williams und Ferrari fahren glänzende Zeiten mit den gleichen Pneus. "Ich hoffe, dass Malaysia uns eher liegt. In einer Woche kann man natürlich wenig tun", sagt Ralf Schumacher.

Keke Rosberg: "Absolut Irre"

Eitel Sonnenschien herrschte dagegen im Ziel im Williams-Lager. Beide Autos in den Punkten, dazu gelang ausgerechnet dem Rookie Rosberg die schnellste Rennrunde. Spätestens jetzt weiß die Konkurrenz, dass der Cosworth-Motor tatsächlich das beste Aggregat im Feld ist. Mühelos kassierte der Debütant kurz vor Rennende beide Red Bull und wurde trotz des Flügelwechsels noch Siebter. "Mir haben immer alle gesagt, das Überholen in der Formel 1 wäre so schwer. Ich fand es total einfach", sagte der Youngster.

Papa Keke war stolz: "Absolut irre", betitelte der Formel 1-Weltmeister von 1982 die Vorstellung des Filius. Doch die große Rosberg-Show hatte noch einen weiteren Grund: Williams verwendete andere Reifen aus dem Bridgestone-Sortiment als Ferrari. Die Gummis bestehen aus einer komplett anderen Mischung, die gute Rundenzeiten möglich macht und gleichzeitig wenig Abnützung aufweist. Während Ferrari-Technik-Chef Ross Brawn sich nicht traute, die noch weitgehend unerprobten Gummis aufzuziehen, pokerte Williams-Kollege Sam Michael und gewann.

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