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Vettel: Start aus der Boxengasse

Drei Gründe für die Vettel-Taktik

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 03. November 2012 Foto: xpb 62 Bilder

Sebastian Vettel wurde in die letzte Startreihe verbannt, weil er in der Auslaufrunde der Qualifikation stehenblieb und sich nicht mehr die erforderliche Restmenge Benzin in seinem Red Bull befand. Der WM-Spitzenreiter startet jetzt freiwillig aus der Boxengasse. Dafür gibt es drei gute Gründe.

04.11.2012 Michael Schmidt

Sebastian Vettel stand zuletzt vier Mal in Folge in der ersten Startreihe, zwei Mal davon auf der Pole Position. In der Zeitentabelle der Startaufstellung zum GP Abu Dhabi landete der Red Bull-Pilot auf Rang drei, vier Positionen vor seinem WM-Rivalen Fernando Alonso. Doch in der offiziellen Startaufstellung steht Vettels Name ganz hinten.

Alle Trainingszeiten gestrichen

Der Titelverteidiger wurde viereinhalb Stunden nach dem Ende der Qualifikation disqualifiziert. Er war nach seiner schnellen Runde auf dem Weg zurück zu den Boxen 400 Meter vor dem Parc Fermé auf freier Strecke stehengeblieben. Das Reglement verlangt aber, dass der Fahrer aus eigener Kraft zurück an die Boxen fährt. Einzige Ausnahme: höhere Gewalt. Doch selbst dann muss noch je nach Standort des gestrandeten Autos eine bestimmte Menge Benzin für eine Spritprobe an an Bord sein. Bei Vettel waren es 350 Milliliter zu wenig.

Die Regeln sind in einem solchen Fall ganz klar. Das Auto ist illegal. Damit werden alle Trainingszeiten gestrichen. Vettel muss in seinem 99. GP-Einsatz vom Ende des Feldes aus ins Rennen gehen. Es ist übrigens keine Premiere für den zweifachen Weltmeister. 2008 in Montreal startete Vettel nach einem Crash im Training schon einmal von ganz hinten. Und wurde noch Achter, damals auf ToroRosso.

Drei Gründe für Start aus Boxengasse

Red Bull-Teamchef Christian Horner kündigte noch am Abend der Disqualifikation an, dass Vettel den GP Abu Dhabi aus der Boxengasse aufnehmen wird. Gegenüber einem normalen Start schenkt Vettel damit schon einmal fünf bis sechs Sekunden her, weil er erst losfahren darf, wenn das letzte Fahrzeug die SafetyCar 2-Linie passiert hat. Trotzdem macht die Taktik für Vettel Sinn. Es gibt drei gute Gründe, warum für ihn ein Start aus der Boxengasse besser ist als sich auf den 24. Startplatz neben Narain Karthikeyan zu stellen.

Der Start aus der Boxengasse erlaubt Vettel den Totalumbau seines Fahrzeugs. So könnte er zum Beispiel ohne Strafe einen neunten Motor in Umlauf bringen. Normalerweise kostet das zehn Startplätze. Doch wie will man einen zehn Plätze zurückversetzen, der sowieso schon ganz hinten steht? Nach kurzer Diskussion entschied der Motorenlieferant, auf den Joker zu verzichten. Die Gründeblieben im Dunkeln. Offenbar ist das Ersatztriebwerk von seiner Motorleistung her nicht das beste. Dafür wird er aber das Getriebe wechseln.

Vettel verzichtet somit unfreiwillig im WM-Kampf gegen Alonso auf den Vorteil von zwei fast brandneuen Motoren. Motor Nummer acht, der am Samstagmorgen in Abu Dhabi Premiere feierte, hat auch erst 23 Runden auf der Uhr.

Red Bull auf Geraden zu langsam

Vettel kann aber nicht nur mit einem frischen Renault V8 starten. Er darf auch das komplette Setup des Fahrzeugs umbauen. Das ist auch nötig, denn er wird in den 55 Runden auf dem Yas Marina Circuit viel überholen müssen. Mit der Trainingsabstimmung hätte er sich schwer getan. Red Bull investierte den Vorteil des Doppel-DRS in zusätzlichen Abtrieb.

Sebastian Vettel und Mark Webber waren am Ende der 1180 Meter langen Geraden mit 311,4 und 311,2 km/h die langsamsten Autos im Feld. Zum Vergleich: Der neue Dritte der Startaufstellung Pastor Maldonado wurde mit 325,8 km/h gemessen. Fernando Alonso mit 319,7 km/h. Nur die McLaren waren auf der Geraden mit 313,7 km/h ähnlich langsam wie die Red Bull. Red Bull wird im Rennen einen längeren siebten Gang und eine flachere Flügeleinstellung wählen.

Später Boxenstopp angesagt

Vettel macht sich keine Sorgen, dass er im Feld hängenbleibt: "Wir sollten dann von unserem Doppel-DRS profitieren." Auch die Reifenwahl spielt eine Rolle. Obwohl Vettel ans Ende des Feldes verbannt wurde, gilt für ihn als Dritten der provisorischen Startaufstellung die Top Ten-Regel. Er hätte also von seinem 24. Startplatz aus auf gebrauchten weichen Reifen starten müssen. Die hatten bereits drei Runden auf der Lauffläche. Jetzt kann der Deutsche frei wählen.

Er wird vermutlich auf einem neuen Satz Medium-Reifen ins Rennen gehen, um dann im Finale den am besten erhaltenen Reifensatz der weichen Mischung aufziehen zu lassen. Da Pirelli ein Einstopprennen prophezeit könnte man fast darauf wetten, dass Vettel seinen Boxenstopp so lange wie möglich hinauszögern wird, um Plätze gutzumachen. Denn ab den Sauber, Force India und Williams wird es bei seiner Aufholjagd zäh werden. Die überholt er am besten mit einem späten Boxenstopp.

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