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Die große Reifenfrage

Wie weit darf Lotterie gehen?

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Malaysia - 21. März 2013 Foto: ams

Lotus und Ferrari sind happy mit den neuen Reifen. Red Bull macht sich Sorgen. Mercedes weiß noch nicht, auf welcher Seite man steht. Ohne die kritischen Pirelli-Reifen wäre der GP Australien eine langweilige Red Bull-Show geworden. Darf man das beste Auto im Feld so bestrafen?

22.03.2013 Michael Schmidt

Pirelli-Reifenchef Paul Hembery blickte erstaunt in die große Runde. So viele Fragesteller hatte er sich nach dem ersten Trainingstag zum GP Malaysia nicht erwartet. Das Thema lag auf der Hand: Wie lange halten die Pirelli-Reifen in der Hitze von Sepang durch? Und würfeln sie die Hackordnung wieder so durcheinander wie beim GP Australien?
 
Aus Sicht des Marketingmannes Hembery ist die Rechnung mit den neuen Reifen von Pirelli trotz der Klagen der Piloten voll aufgegangen. Alle reden über das langweiligste Thema der Welt: Die Reifen.

Was ist falsch an spannenden Rennen?

Obwohl die Pirelli-Walzen in den schnellen Kurven von Sepang mit Gummistücken nur so um sich warfen, zeigte sich Hembery nicht besorgt. Er glaubt nicht, dass man mit den neuen, weicheren Gummimischungen und den modifizierten Karkassen einen Schritt zu weit gegangen ist. Sobald die Teams diese Reifen verstanden haben werden, würden sie sich wieder über zu langweilige Rennen beklagen. "Wir haben den spannendsten GP Australien seit Jahren gesehen. Daran kann doch nichts falsch sein?"
 
Lotus, Ferrari und Force India würden das unterschreiben. Red Bull und McLaren nicht. Mercedes hat sich noch nicht entschieden, zu welchem Lager man zählt. Mal abwarten, wie die Silberpfeile in Sepang mit ihren Reifen umgehen. "Wenn wir jetzt die Reifen ändern, machen wir einige Leute glücklich, aber genauso viele unglücklich", sagt Hembery.
 
Er meint Lotus, Ferrari und Force India. Die Frage ist nur, ob diese drei Teams so genau wissen, was sie in Bezug auf das Reifenmanagement richtig gemacht haben. Wahrscheinlich nicht. Nur bei Ferrari gab es eine gewisse Konstanz. Bei Lotus sehen wir zwei unterschiedliche Szenarien. Kimi Räikkönen hält die Reifen gut in Schuss, Romain Grosjean nicht. Angeblich wegen Setup-Problemen. Force India weiß bis heute nicht, warum der extraweiche Reifen bei Paul di Resta funktioniert hat, bei Adrian Sutil aber nicht. Dabei hatte Sutil viel weniger Benzin im Tank.

Bestrafen die Reifen Red Bull?

Red Bull fühlt sich durch die Reifen bestraft. Das schnellste Auto im Feld bezahlt im Dauerlauf möglicherweise dafür, dass man so schnell ist. Eigentlich gilt die Regel, dass Abtrieb die Reifen schont. Doch das scheint außer Kraft gesetzt, wenn man den GP Australien als Muster nimmt. Dem Red Bull scheint sein Plus an Anpressdruck eher zu schaden.
 
"Unser Auto steckt mehr Energie in den Reifen. Das erhöht den Verschleiß", klagt Technikchef Adrian Newey. Es geht hier nicht um den Gripverlust, der Eintritt, weil man die Reifen nicht in ihr Arbeitsfenster bringt. Red Bulls Problem ist, dass sich der Gummi wegen der höheren Belastung von der Lauffläche schält. Irgendwann ist nichts mehr da. Es gibt Vermutungen, dass die Gummistruktur der weicheren Pirelli-Sohlen vielleicht nicht stark genug ist.
 
Unter den Fans gibt es zwei Lager. Die einen freuen sich über die Spannung, die die kurzlebigen Reifen heraufbeschwören. Man kennt den Sieger nicht schon nach dem Abschlusstraining. Den anderen ist es zu viel Lotterie und künstliche Spannung. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass der schnellste Fahrer im schnellsten Auto gewinnen soll. Was meinen Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab.

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