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F1-Nasen werden kürzer

Ferrari, Red Bull und McLaren mit Test-Nasen

Red Bull Nase - 2015 Foto: xpb 29 Bilder

Die Frage ob eine lange oder kurze Nase besser ist, hat schon eine Antwort. Der Weg, verlorenen Abtrieb zurückzugewinnen führt nur über eine kurze Nase. Deshalb werden Ferrari, McLaren und Toro Rosso noch auf die Mercedes-Linie umschwenken. Wenn sie den Crashtest schaffen.

01.02.2015 Michael Schmidt

Die neue Nasenregel hat den Ingenieuren viel Kopfzerbrechen bereitet. Fast alle trauten beim ersten Windkanalversuch mit einer 2015er Nase ihren Augen nicht. Der Abtrieb reduzierte sich um bis zu 10 Prozent. Es dauerte eine ganze Weile, bis wieder die Vorjahreswerte erreicht waren. Das Problem liegt darin, dass die Nase an ihrer tiefsten Stelle bereits ein großes Volumen hat. Dünne Finger vor dem Messpunkt sind nicht mehr erlaubt.

Dadurch werden die Luftwirbel, die der Frontflügel produziert, in andere Bahnen gelenkt. Umso mehr, je stärker die Nase den Flügel überlappt und damit die Strömung stört. Wer wie Ferrari, McLaren oder Toro Rosso eine lange, schlanke Nase gebaut hat, bekommt zwar über dem Flügel mehr Höhe, doch das löst das Problem nur zum Teil.

Williams-Ingenieur Rob Smedley wunderte sich, als er die langen Nasen der Konkurrenz sah: "Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie damit die alten Abtriebswerte erreichen. Wir haben es versucht und sind auf keinen grünen Zweig gekommen. Das ging bei uns nur mit einer kurzen Nase."

Nasen-Crashtest wird zum Geduldsspiel

Jetzt kommt der Crashtest ins Spiel. Die Nase muss den Regeln gemäß mindestens 85 Zentimeter lang sein. Doch die Höhenvorschrift wird nicht mehr vom vorderen Chassis-Schott, im Fachjargon A-A-Sektion genannt, gemessen, sondern von der Mittellinie der Vorderachse.

Bei Mercedes ist die mit der A-A-Sektion fast identisch. Red Bull hat die Vorderachse aber aus Gründen der Gewichtsverteilung weit nach hinten gepfeilt. Nach Augenmaß rund 10 Zentimeter. Damit wird die Knautschzone der Nase kürzer und der Crashtest noch schwieriger.

Mercedes hat im letzten Jahr leidvoll erfahren, wie viel Knowhow man in die Karbonstrukturen der Nase stecken muss, um den Crashtest bei einer nur 85 Zentimeter kurzen Nase zu bestehen. Es klappte erst im vierten Versuch.

Die Konkurrenz macht diese Erfahrung jetzt. Lotus hat es als einziges Team bereits geschafft. Red Bull segelte einmal durch, hat dann wie Williams eine Knolle vor die Kurz-Nase gebaut und in letzter Minute den zweiten Test bestanden. Die Knolle soll aber auch noch verschwinden. Dann gehört auch Red Bull zur Minimal-Nasen-Fraktion.

Viele Anmeldungen beim Crashtest

Man hört, dass sich bei der FIA die Crashtest-Termine bis zum Saisonbeginn bereits stapeln. Für Zwei- und Drittversionen der Nasen. Toro Rosso-Technikchef James Key bestätigte, dass die lange STR10-Nase nur ein Testträger ist. "Unser Ziel ist es, bis zum Saisonstart eine andere Nase zu haben." Welche ist leicht zu erraten. Eine kürzere nach Mercedes-Vorbild.

Auch Ferrari und McLaren sollen bereits Kurz-Nasen in Planung haben. Der SF15-T und der MP4-30 in ihrem aktuellen Outfit sind damit nur Testträger. Die Teams haben eine lange Nase gebaut, weil damit der Crashtest nur Formsache ist. So will man Kilometer abschrubben.

Zu Beginn der Testfahrten geht es hauptsächlich darum, die Motoren zu testen. Im Fall von Ferrari die modifizierte Version des Vorjahrestriebwerks. Bei McLaren den neuen Honda V6-Turbo. Wenn die Crashtests bestanden sind, werden wir die richtigen Nasen sehen. Möglicherweise schon bei den Barcelona-Testfahrten.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die Nasen, mit denen die 8 Teams bei den Testfahrten in Jerez antreten.

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