Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Die Pläne von Ferrari

"Gehe barfuß nach Maranello"

Maurizio Arrivabene - Ferrari - Formel 1-Test - Barcelona - 20. Februar 2015 Foto: xpb 23 Bilder

Ferraris neuer Teamchef Maurizio Arrivabene bringt frischen Wind in das Team. Trotz der guten Testergebnisse bleibt der 57-jährige Italiener auf dem Teppich. Winter-Weltmeisterschaften sind nichts wert. Das Saisonziel bleibt deshalb bei zwei Siegen.

20.02.2015 Michael Schmidt

Ferrari ist die große Überraschung des Testwinters. Die roten Autos sind jeden Tag an der Spitze zu finden. Entweder Erster oder Zweiter. Das nährt die Hoffnung in Italien, dass Ferrari in diesem Jahr wieder auf die Siegerstraße zurückkehrt. Der neue Teamchef Maurizio Arrivabene bremst zu hohe Erwartungen: "Ich halte nichts von der Wintermeisterschaft. Auto und Motor sind ein Fortschritt zum Vorjahr. Trotzdem bleiben wir auf dem Teppich und sagen jetzt nicht, dass wir mit Mercedes um den WM-Titel fahren werden.“

Die im Dezember ausgegebenen Saisonziele gelten auch heute noch: "Zwei Siege wären gut, drei perfekt und bei vier laufe ich 100 Kilometer barfuß nach Maranello." Mit seinen lockeren Sprüchen ist der ehemalige Philip Morris-Manager der genaue Kontrapunkt zu seinem Vorgänger Marco Mattiacci, der zum Lachen in den Keller ging. Mit Arrivabene weht ein Hauch von Flavio Briatore durch Maranello. Erste Aufforderung an die Medien: "Nennt mich bitte Maurizio und nicht beim Nachnamen."

Ferrari nicht nur technisch aufgerüstet

Der neue Capo ist ein Stimmungsmacher. Er betont, dass bei Ferrari über den Winter nicht nur technisch aufgerüstet wurde. "Wir sind wieder ein Team. Ohne Grüppchenbildung, ohne Politik. Alle marschieren in die gleiche Richtung. Die Stimmung in der Boxengarage ist gelöst. Die Leute wirken wie befreit, seit wir ihnen eine neue Verantwortung gegeben haben."

Der 57-jährige Italiener führt Kimi Räikkönen als Beispiel für Ferraris neue Lockerheit an: "Er spricht, er lacht. Ich habe ihn gefragt: Bist du krank?" Alle sind mitgerissen vom neuen Geist in der Mannschaft. Auch das Urgestein Rory Byrne. Der frühere Chefdesigner will sich in Zukunft wieder mehr um die Technik kümmern. Als Mentor von Simone Resta, der heute Verantwortung für das Auto trägt.

Arrivabene erzählt eine Anekdote: "Ich traf Rory kürzlich abends in einem Restaurant. Er hat furchtbar schnell gegessen. Ich fragte ihn, warum er es so eilig hat. Da hat Rory geantwortet: Weil ich gleich zu einem Meeting mit Simone muss. Das zeigt, wie motiviert jeder in diesem Team ist." Über die Motorenabteilung mit den neuen Chefs Mattia Binotto und Lorenzo Sassi juxt Arrivabene: "Sie haben über Weihnachten nicht Jingle Bells gehört, sondern den Motorensound."

Lob für Vettel und Räikkönen

Sebastian Vettel hat in Maranello in den letzten drei Monaten schon großen Eindruck hinterlassen. Weil er die neue Großwetterlage positiv mitträgt. Arrivabene dementiert, dass Vettel von seinem Vorgänger Mattiacci an Bord geholt wurde. "Unser Sponsor Philip Morris wollte ihn, nachdem klar wurde, dass uns Alonso verlassen wird. Sebastian hatte seine Zweifel. Er hat sich mit der Managerin von Michael Schumacher unterhalten, um herauszufinden, wie die Familie Ferrari tickt. Der entscheidende Anruf aber kam von unserem Boss Sergio Marchionne. Er hat Vettel schließlich umgestimmt."

Auch Kimi Räikkönen bekommt Streicheleinheiten von seinem Chef. "Kimi war unser letzter Weltmeister. Er ist zwei sehr gute Saisons bei Lotus gefahren. Im letzten Jahr kam er mit dem Auto nicht zurecht, weil er die Frontpartie nicht so gespürt hat, wie er es gewohnt war. Das ist mit dem neuen Auto anders. Wer glaubt, Kimi sei über Nacht ein Auslaufmodell geworden, der irrt sich."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden