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Die Rückkehr des Turbo-Zeitalters?

Foto: BMW

Die Hersteller-Gemeinschaft GPMA will Hybrid-Antrieb und Turbotechnik in der Formel 1 etablieren. GPMA-Chef Burkhard Göschel will von einer "grünen Formel 1" nichts wissen, setzt sich aber für mehr Energierückgewinnung ein.

05.12.2006

Wenn ein Formel 1 aus 300 km/h auf Tempo 100 abbremst, werden durch die Reibung kurzfristig bis zu 3.000 Kilowatt freigesetzt, die momentan ebenso sinnlos im Orbit verpuffen wie zwei Drittel der Motorleistung, die in Wärme umgewandelt werden. Das ist BMW-Vorstand Burkhard Göschel ebenso ein Dorn im Auge wie FIA-Präsident Max Mosley.

Die beiden Funktionäre wünschen sich die Formel 1 wieder mehr als Vorreiter für Serientechnologie, und eine der größten Herausforderungen im Automobilbau ist künftig die Reduzierung des Energie-Verbrauchs. Doch Göschel schränkt ein: "Den Begriff grüne Formel 1 höre ich nicht gerne, denn er könnte so verstanden werden, dass das Aufregende und Emotionale der Formel 1 dann ausgeschlossen ist. Die Formel 1 darf ruhig unvernünftig sein, das ist kein Widerspruch."

80 zusätzliche PS

Zwar betont Göschel, dass die aktuelle Motorenformel mit 2,4 Liter-V8-Triebwerken bis mindestens 2011 aktuell bleibt, doch für die Zeit danach beginnt er mit der FIA und den anderen Herstellern bereits mit dem Mischen der Karten. Über Generatoren soll in der Formel 1-Zukunft Bremsenergie in elektrische Energie umgewandelt werden, die den Fahrern dann beim Beschleunigen zusätzlich zur Verfügung steht. Noch ist allerdings nicht klar, ob dieser Hybrid-Antrieb permanent zugeschaltet bleibt, oder für gezielte Manöver per Power-Knopf am Lenkrad aktiviert werden soll. Zudem gibt es Gedankenspiele, mit der elektrischen Zusatzleistung die Vorderräder anzutreiben. Die Rede ist von rund 80 PS.

Damit die durch die Hubraumreduzierung erst 2006 eingebremste Formel 1 nicht wieder zu schnell wird, steht eine weitere Reduzierung des Hubraums im Raum. Denkbar wäre eine Zweiliter-Formel mit Aufladung. "Der Auflademotor hat den Vorteil, dass man noch ein Stück Abgasenergie zurückgewinnen kann", sagt Burkhard Göschel. Außerdem läuft ein Turbo-Aggregat mit niedrigeren Drehzahlen, so ließe sich auch eine verbrauchsgünstigere Direkteinspritzung leichter für Formel 1-Zwecke anpassen.

Aufpreis: eine Million Dollar

Unklar ist bisher, wie trotz der für die Hybridtechnologie nötige Elektronik das Verbot der Fahrhilfen für die Fahrer aufrecht erhalten werden kann. Die Entwicklung der Technologie sollen die Hersteller übernehmen, die unabhängigen Teams könnten künftig nicht nur Motoren beziehen, sondern auch die komplette Antriebstechnik. Max Mosley träumt von Zusatzkosten in Höhe von einer Million Dollar.

Was Burkhard Göschel von Bio-Kraftstoffen hält und wie er die Formel 1 attraktiver machen will, verrät der GPMA-Chef im Interview in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 26, ab 6. Dezember im Handel.

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