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Die schönsten Monaco-Erinnerungen

"Der zweite Platz fühlte sich an wie ein Sieg"

Formel 1 GP Monaco Niki Lauda Foto: Wolfgang Wilhelm 5 Bilder

Monte Carlo ist der Saisonhöhepunkt. Für Fahrer, Teams und Sponsoren. Das Fürstentum hat schon viele historische Schlachten gesehen. Jeder Fahrer hat sein eigenes Monaco-Highlight. Wir haben Niki Lauda, Gerhard Berger, Olivier Panis, Jean Alesi und Martin Brundle gefragt.

26.05.2013 Michael Schmidt

Monte Carlo gehört neben Silverstone, Monza und Spa-Francorchamps zum Grand Slam der Formel 1. Doch der Stadtkurs im Fürstentum nimmt selbst in diesem exklusiven Quartett noch eine Sonderstellung ein. Viele Monaco-Rennen haben Geschichte geschrieben. Und die Rennfahrer, die dort große Rennen gefahren sind, auch. Im Fahrerlager haben wir viele Ex-Piloten getroffen und nach ihrem besten Monaco-Rennen befragt. Hier sind ihre Geschichten.

Niki Lauda freut sich über Platz zwei

Niki Lauda: "Mein bestes Rennen waren nicht meine beiden Siege, sondern der zweite Platz 1978 auf dem Brabham. Ich hatte im Rennen einen Reifenschaden und bin weit zurückgefallen. Damals war ein Boxenstopp gleichbedeutend damit, dass du keine Chancen mehr hast. Wir hatten ja nicht mal eine vernünftige Ausrüstung um die Reifen zu wechseln. Nach dem Boxenstopp bin ich gefahren, als gäbe es kein Morgen. Ich war in jeder Kurve mit dem Heck in den Leitplanken. Zum Schluss ist nur noch der Patrick Depailler vor mir gelegen. Bei Brabham waren sie alle irrsinnig happy. Sogar der Bernie ist mir um den Hals gefallen. Es war das geilste Rennen, das ich in Monaco je gefahren bin."

Gerhard Berger: "Ich habe Monte Carlo nie so besonders gemocht. Wäre es allein ums Fahren gegangen, hätte ich kein Problem gehabt. Aber das Drumherum hat mir immer viel Energie geraubt. Das Händeschütteln und Freundlichsein, die vielen Termine. In Summe mit dem Fahren war ich an der Grenze der Belastbarkeit. Ich bin nie richtig relaxt in dieses Wochenende gegangen. Von der fahrerischen Herausforderung musst du Monte Carlo eine 10 von 10 geben. Noch viel schlimmer ist es, sich die Sache von außen anzuschauen. Du kriegst die Krise, wenn du im Tunnel oder in der Abfahrt zu Mirabeau hinter den Leitplanken stehst. Mein bestes Rennen war der zweite Platz hinter Alain Prost 1988. Da hätte ich gewinnen müssen. Senna lag vorne, ich auf Platz zwei vor Alain Prost. Dann hat mich Prost auf der Zielgeraden überholt, was mir nie hätte passieren dürfen. Es war nur eine kleine Unachtsamkeit, und für die habe ich teuer bezahlen müssen, weil Senna später noch in die Mauer gerutscht ist. Es wäre mein Sieg gewesen."

Panis geht der Sprit aus

Olivier Panis: "Natürlich mein Sieg 1996. Ich bin als 14. gestartet und habe vor dem Boxenstopp sieben Autos überholt. Der Stopp war richtig getimt und sehr schnell. Dann bin ich an Irvine in der Loews-Kurve vorbei. Wir haben uns berührt, und er hat sich dabei gedreht. So war ich schon Dritter. Dann ist Damon Hill der Motor geplatzt, und Jean Alesi hat die Leitplanke berührt und ich lag vorne. Das war aber noch lange nicht der Sieg. Weil der Boxenstopp so kurz war, wurde der Sprit knapp. Mein Ingenieur wollte mich noch einmal zum Tanken an die Boxen holen, aber ich habe abgelehnt. Die Nummer war mir zu heiß. Ich habe lieber versucht Sprit zu sparen und bin wie auf rohen Eiern gefahren. Die Erleichterung war unendlich, als ich endlich die Zielflagge sah. Die Ehrenrunde konnte ich nicht mehr zu Ende bringen. In Mirabeau begann der Motor zu stottern. Ich bin ausgestiegen und habe mich zurück zur Siegerehrung bringen lassen. Als sie später in den Boxen den Motor starten wollten, ist er nicht mehr angesprungen. Es war kein Tropfen Sprit mehr im Tank."
 
Jean Alesi: "Mein erster Monaco-Grand Prix war auch mein bester. Nach meinem guten Resultat in Phoenix zum Saisonbeginn war ich ganz heiß auf dieses Rennen. Ich war mir sicher es zu gewinnen. Selbst Senna hat gesagt, dass ich der Favorit bin. Ich hatte mit dem Tyrrell ein super Auto und mit den Pirellis die optimalen Qualifikationsreifen für einen Statdtkurs. Dann habe ich es im Training leider nur in die zweite Startreihe geschafft. Das Rennen wurde nach der ersten Runde nach einem Crash zwischen Prost und mir abgebrochen. Alle haben mir die Schuld gegeben. Die Fernsehaufnahmen haben aber klar gezeigt, dass Gerhard Berger den Unfall ausgelöst hat. Beim zweiten Versuch ging alles gut. Ich bin Zweiter hinter Senna geworden, aber es fühlte sich an wie ein Sieg. Senna war in Monte Carlo einfach unschlagbar. Das musste man akzeptieren."

Laffitte verpasst Einführungsrunde

Martin Brundle: "Eigentlich müsste ich sagen mein sechster Platz 1989 im Brabham. Da musste ich wegen einer leeren Batterie an die Boxen und habe beim Tausch mehrere Runden verloren. Ich war sogar schon aus dem Auto gestiegen, weil die Batterie unter dem Sitz verstaut war. Ich bin dann trotzdem noch Sechster geworden. An dem Tag lag ein Podium locker drin. Es war so frustrierend, dass ich dieses Rennen am liebsten ignorieren würde. Ich wähle deshalb meinen zweiten Platz 1994 im McLaren. Da habe ich Gerhard Berger mit einem tollen Manöver überholt. Vor mir lag nur noch Michael Schumacher. Es war eine große Befriedigung, und ich wurde mit dem Podium für meine Leistung belohnt. In Monte Carlo ist die Siegerehrung immer etwas Besonderes."
 
Jacques Laffite: "Obwohl ich 1980 Zweiter in Monte Carlo geworden bin, war mein bestes Rennen 1986. Es ging kurios los. Ich musste wegen eines Benzinlecks in das Ersatzauto umsteigen, das auf meinen Teamkollegen René Arnoux abgestimmt war. Damit stand ich nicht mehr in der dritten, sondern der letzten Startreihe. Die Mechaniker haben sich die Finger wundgeschraubt, um das Setup auf meine Bedürfnisse umzubauen. Irgendwann habe ich meinen Ingenieur gefragt, wie viel Zeit noch bleibt. Er zeigte mir fünf Finger. Ich dachte, es wären noch fünf Minuten und bin aus dem Auto ausgestiegen. Leider waren es nur fünf Sekunden. Das Feld fuhr ohne mich in die Formationsrunde. Ich bin wieder rein ins Auto und hinterhergehetzt und war natürlich mit weitem Abstand Letzter. Im Rennen habe ich mich noch auf den sechsten Platz vorgekämpft."

Herbert kein Stepptänzer

Johnny Herbert: "Monte Carlo war nie besonders gut zu mir. Wegen meiner Beinverletzung hatte ich Mühe mit dem Stepptanz auf den Pedalen. Dabei mochte ich die Strecke. Die Qualifikation ist das geilste, was du dir vorstellen kannst. Nirgendwo sonst fühlst du dich dem Limit so nah. Einfach irre, wenn du am Kurvenausgang die Leitplanken streifst. Wenn die Felge am am Metall der Planke kratzt, ist das ein Geräusch, das durch Mark und Bein geht. Aber es ist ein gutes Gefühl, weil du weißt: Besser geht es nicht mehr. 1997 war ich gut unterwegs, bin dann aber in die Leitplanken geflogen. Mein bestes Rennen war der dritte Platz 1996. Ich war damit Vorletzter. Kein Witz. Hinter mir ist nur noch mein Teamkollege Frentzen ins Ziel gekommen. Es war ein schwieriges Rennen, weil es geregnet hat. Es ging nur darum, keinen Fehler zu machen. Ich lag lange auf Platz sechs. Dann habe ich noch von ein paar Ausfällen profitiert. Es war schon etwas Besonderes auf dem Podium zu stehen."

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