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Die stärksten Motoren der Formel 1

BMW hält Rekord mit 1.430 PS

BMW F1 Motor Prüfstand Foto: BMW 18 Bilder

2014 ist die zehnte Motorenformel der GP-Geschichte eingeführt worden. In 64 Jahren Formel 1 gab es alle möglichen Arten von Motorentypen. Die Leistung hing vom Reglement ab. Zwischendurch wurde immer wieder abgerüstet. Die stärksten Motoren brachte das Jahr 1986 hervor.

22.03.2014 Michael Schmidt

Die ersten Formel 1-Reglements passten auf eine Seite. Nur den Motoren wurden Grenzen gesetzt. Die Form der Autos und Reifen war praktisch freigestellt. Man erinnere sich an 1954 und 1955, als Mercedes auf einigen Grand Prix mit einer Stromlinien-Karosserie auftaucht. Heute undenkbar. Erst 1961 gab es Vorschriften für die Autos. Und die war ziemlich simpel. Sie betraf nur das Mindestgewicht. Es betrug 450 Kilogramm.

Alfa Romeo siegte mit 430 PS

Die Formel 1 wurde 1950 mit 4,5 Liter Saugmotoren geboren. Wahlweise 1,5 Liter Hubraum mit Kompressor. Weltmeister Alfa Romeo machte von der Aufladung Gebrauch. 1951 kam der Reihen-Achtzylinder auf stolze 430 PS. Konkurrent Ferrari probierte es mit einem 4,5 Liter-Zwölfzylinder mit 385 PS, war aber nur zweiter Sieger.

In den Jahren 1952 und 1953 rannte die Königsklasse mit Formel 2-Fahrzeugen. Notgedrungen. Es gab nicht genügend Formel 1-Autos. Stärkster Vertreter der Formel 2-Ära war der Maserati-R6 mit 195 PS.

1954 kehrte die Formel 1 zu größeren Motoren zurück. Angesagt waren 2,5 Liter Hubraum oder 750 cm³ mit Kompressor. Keiner machte von der aufgeladenen Version Gebrauch. Das Reglement galt bis 1960. Ferrari gab mit seinem T256-V6 mit 300 PS bei 9.000/min den Ton an. Das Rennen machten trotzdem die Engländer. Weil sie mit dem Mittelmotor-Auto das bessere Fahrzeugkonzept hatten.

Ab 1961 verordnete die FIA gegen den Protest der Engländer der höchsten Spielklasse 1,5 Liter Triebwerke. Die Schnapsglas-Kategorie konnte nicht mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Ferraris flacher Zwölfzylinder mit 1.490 cm³ Hubraum brachte es 1965 auf 240 PS bei 12.000/min. Der quer eingebaute Honda V12 lag ungefähr in der gleichen Preisklasse.

Erfolgloser Versuch mit einer Gasturbine

1966 durften die Fans wieder jubeln. Endlich bekamen die Motoren wieder Power. Der Hubraum stieg auf drei Liter. Wahlweise 1,5 Liter mit Aufladung oder Wankelmotoren oder Gasturbinen. Das kurioseste Triebwerk war der B.R.M. H16. Das Ungetüm mit 64 Ventilen wog 232 Kilogramm und entfesselte 425 PS bei 10.800/min.

Der Turbo kam erst mit elf Jahren Verspätung. Lotus setzte 1971 erfolglos eine Gasturbine ein. Das Aggregat von Pratt & Whitney kam zwar auf stolze 520 PS, hatte aber gravierende Defizite beim Ansprechverhalten. Stärkster Saugmotor in der Dreiliter-Ära war der Alfa Romeo-Zwölfzylinder mit 180° Zylinderwinkel. Er kam im Jahr 1977 auf 525 PS.

1.000 PS waren kein Hexenwerk

Mit diesem Wert stieg Renault 1977 in die Turbo-Zeit ein. Sie brachte die stärksten Motoren der Formel 1 hervor. 1986 war das letzte Jahr ohne Ladedrucklimit. Da kletterten BMW, Honda, Ferrari, Renault und Porsche locker über die 1.000 PS-Marke. Bei BMW kapitulierte sogar der Prüfstand. Hinterher wurde errechnet, dass der bayerische Vierzylinder im Qualifikationstrim auf 1.430 PS kam.

Aber selbst in der Rennversion mobilisierten die Turbo-Motoren zwischen 900 und 1.000 PS. Und das obwohl ab 1984 ein Verbrauchslimit von 220 Litern galt, ab 1986 von 195 Litern und 1988 von 150 Litern. Dazu wurde der Boost 1987 erst auf 4,0, ein Jahr später auf 2,5 bar gesenkt.

Honda kratzte mit V10-Motor an 1.000 PS-Grenze

1989 lösten 3,5 Liter Saugmotoren die Turbos ab. Aufladung war fortan verboten. Auch hier gab es gewaltige PS-Sprünge. 1989 holte Ferrari aus seinem V12 mit 65 Grad Zylinderwinkel 640 PS. Fünf Jahre später waren es bereits 830 PS. Maranello hatte dafür einen neuen Zwölfzylinder mit 75 Grad Bankwinkel gebaut.

Nach der Unfallserie 1994 verordnete die FIA den Motoren eine Hubraumreduzierung auf drei Liter. Das kostete knapp 100 PS. Doch die Entwicklung ließ sich nicht aufhalten. 2005 kitzelte Honda aus seinem V10 unglaubliche 965 PS bei 18.900/min heraus. Motorenchef Takeo Kiuchi bedauert bis heute, dass die FIA 2006 auf 2,4 Liter V8-Triebwerke umstieg. "Wir hätten sonst 2006 die 1.000 PS-Marke überschritten."

Ab 2009 lieferte KERS-Zusatz-Power

Die Achtzylinder-Ära hielt acht Jahre vor. Cosworth stellte gleich am Anfang mit 20.000/min einen Drehzahlrekord auf. Ab 2006 bremste ein Entwicklungsstopp die Ingenieure. Das Entwicklungsfenster ging nur einmal kurz auf. Als für 2009 die Maximaldrehzahl von 19.000/min auf 18.000/min gesenkt wurde. Wie die Entwicklung blieben auch die PS-Zahlen eingefroren. Mehr als 760 PS waren nicht drin.

Ab 2009 kamen für 6,7 Sekunden pro Runde 80 PS vom KERS hinzu. Das hat sich in diesem Jahr geändert. Seit 2014 können die 1,6 Liter V6-Turbos bei 3,5 bar Ladedruck, bei maximal erlaubter Einspritzung (100 kg/h) und voller Elektropower auf maximal 860 PS kommen. ERS liefert 160 PS für rund 33 Sekunden pro Runde. Die Motoreningenieure sind überzeugt, dass dies erst der Anfang ist. Mit mehr Erfahrung könnten die PS-Zahlen auf über 900 PS steigen. Nicht in jeder Phase der Runde, aber wenigstens auf den Geraden.

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