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Formel 1: Diffusor-Protest abgelehnt

Berufung hat keinen Einfluss auf das Resultat

Brawn GP Foto: Daniel Reinhard 20 Bilder

Nach dem Einspruch gegen das Urteil der Stewards im Diffusor-Streit muss nun wohl das FIA-Berufungsgericht in Paris entscheiden. An der Wertung des ersten Rennens wird das aber nichts mehr ändern.

27.03.2009 Michael Schmidt

Um 23.43 Uhr Ortszeit schmetterten die Sportkommissare Radovan Noval, Olafur Gudmundsson und Steve Chopping den Protest von Ferrari, Renault und Red Bull gegen die Unterböden von Brawn GP , Williams und Toyota ab. Vier Minuten später kündigten die Kläger die Absicht an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Sie müssen diese Absichtserklärung innerhalb von zwei Tagen bestätigen. Die Erfahrung zeigt, dass der Gang nach Paris von wenig Erfolg gekrönt ist. Nur in den seltensten Fällen hat das Berufungsgericht der FIA die Entscheidung der Sportkommissare widerrufen.

Klageschrift zu unspezifisch

Die Sportkommissare folgten damit der Meinung von FIA-Rennleiter Charlie Whiting, der die Unterböden als legal einstuft. Die bis zu 120 Seiten starken Protestschriften der Kläger waren den FIA-Schiedsrichtern zu unspezifisch. BMW wurde aus diesem Grund schon vorab zurückgewiesen. Anstatt gegen die Position der Eintrittslöcher in den oberen Diffusor im Detail zu klagen, bezogen sich die Argumente auf Allgemeinplätze. Darauf, dass voll eingeschlossene Löcher im Unterboden nicht erlaubt seien. Darauf, dass sich das Prinzip des doppelten Diffusors gegen den Geist des Reglements richtet. Darauf, dass die drei beklagten Teams es versäumt hätten, die FIA in alle Konsequenzen ihrer Technologie einzuweihen.

Das Urteil in Melbourne hat eine gute Seite. Auch wenn das Berufungsgericht am 15. April tagen wird, also vier Tage vor dem Grand Prix in China, wird das an den Resultaten der ersten beiden Grand Prix nichts mehr ändern. Für diese beiden Rennen gilt die Tatsachenentscheidung der Sportkommissare. Sollte das Berufungsgericht den Klägern Recht geben, müssten Brawn GP, Williams und Toyota erst ab dem folgenden Rennen andere Unterböden einsetzen.

Präzedenzfall: Renaults Massedämpfer

Es gibt dazu zwar keine eindeutige FIA-Regel, aber einen Präzedenzfall. 2006 wurde vor dem GP Deutschland gegen den Massedämpfer im Renault R26 protestiert. Die Sportkommissare lehnten den Protest ab, worauf die FIA gegen die Entscheidung ihrer eigenen Schiedsrichter in Berufung ging. Erst vor dem übernächsten Rennen in der Türkei wurde der FIA-Meinung Recht gegeben.

Renault hatte damals den Fehler gemacht, den Massedämpfer freiwillig auszubauen. Fernando Alonso steckte mitten im Titelkampf mit Michael Schumacher. Weil sich Renault über die Rechtslage nicht im Klaren war und fürchtete, dass im Zweifel immer zugunsten von Ferrari entschieden wird, verzichteten sie bei den Rennen in Hockenheim und Budapest auf den Massedämpfer.

Man sagte sich: Lieber den Vorteil aufgeben, dafür ein paar Punkte weniger einfahren, die aber wenigstens sicher. Nachdem der Massedämpfer entgültig als illegal eingestuft wurde, informierte die FIA Renault, dass sie bei den beiden fraglichen Grand Prix die Technik hätten einsetzen können. Zu diesem Zeitpunkt galt noch der Urteilsspruch der Sportkommissare.

Kostspielige Berufung

Der Gang vor das Berufungsgericht wird Ferrari, Renault und Red Bull nur Geld kosten. Die Gebühr beträgt 2.000 Euro pro Team, kann sich aber leicht vervielfachen, sollte das Berufungsgericht den Eindruck haben, dass die Begründung nur ein Aufguss dessen ist, was bereits bekannt war. Ein Berufungsverfahren wird aber auch die geforderte Klarheit über die Regeln weitere zwei Wochen hinausschieben.

Die sollten die Teams besser dazu nutzen, den Unterboden-Trick zu kopieren. Wer jetzt anfängt, kann in Barcelona mit einem ähnlichen Diffusor antreten. "Wer es allerdings so perfekt machen will wie Brawn", bedauert Renault-Ingenieur Pat Symonds, "der ist frühestens im Sommer damit fertig. Für diese Lösung müssen das Getriebe und die Hinterradaufhängung modifiziert werden."

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