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Diffusor-Streit in Melbourne

Fronten sind weiter verhärtet

Williams-Diffusor Foto: dpa 21 Bilder

Mit dem ersten Training ist der Streit zwischen den Teams neu entbrannt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die sieben Teams ohne Doppelstock-Diffusor nun schnell mit der Entwicklung beginnen müssen.

28.03.2009 Michael Schmidt

Sieben Teams gegen drei: Das ist die Konstellation zum Saisonbeginn der Formel 1. Die vermeintlichen Gesetzesbrecher Brawn GP, Williams und Toyota werden von der Konkurrenz bereits verächtlich "der Diffusor-Club" genannt. Das Trainingsergebnis des ersten Tages in Melbourne hat die Fronten eher noch verschärft.

Besonders Flavio Briatore zeigt sich unersöhnlich: "Was ist billiger? Wenn drei Teams den Diffusor ändern oder sieben?" Toyota-Ingenieur Frank Dernie schießt zurück: "So reagieren Leute, die sauer sind, weil sie etwas verschlafen haben." Williams-Technikchef Sam Michael pflichtet bei: "Warum sollen wir dafür bestraft werden, dass wir cleverer waren als die anderen?"

Der Australier wundert sich, dass er in Melbourne keine weitere Kopien des doppelstöckigen Diffusors gesehen hat. Zeit genug wäre vorhanden gewesen. Stattdessen haben die Kritiker der Regelauslegung die letzten acht Wochen lieber mit Briefwechseln an die FIA verschwendet. "Wir waren immer der Meinung, dass diese Interpretation nicht legal sei. Deshalb haben wir in diese Richtung nichts unternommen", spricht Ferrari-Technikchef Aldo Costa stellvertretend für Renault, BMW, McLaren-Mercedes oder Red Bull.

McLaren nicht unter den Klägern

Sam Michael ist sich da nicht so sicher. Er glaubt, dass einige Teams ein solches System bereits in der Hinterhand haben. "Der McLaren ist prädestiniert dafür, so wie sein Getriebe und die Hinterachse gebaut sind. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass sie schon in Melbourne mit dieser Lösung auftauchen." Die Verweigerung sich der Protestfront anzuschließen würde darauf hindeuten, so Michael.

Wenn er sich da mal nicht täuscht. McLaren unterstützt vom Prinzip her die Kläger, wollte sich aus politischen Gründen aber nicht aus dem Fenster lehnen. Zu oft hat man sich mit der FIA die Finger verbrannt. "Außerdem würde es so aussehen, als suchten wir für eine Ausrede für unsere unzureichenden Rundenzeiten", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. Soll heißen: Beim McLaren MP4-24 fehlt es an mehr als nur dem Diffusor. Weltmeister Lewis Hamilton bestätigt: "Es wird dauern, bis wir wieder auf dem Stand sind, den man von uns gewöhnt ist."

Für Nachbau schon zu spät?

Die ehrlichste Meinung der Anti-Diffusor Liga vertrat Nick Heidfeld: "Natürlich ist es frustrierend, dass es da drei Teams gibt, die in einer Liga fahren. Andererseits würde ich mich auch nicht beschweren, wenn ich diesen Unterboden hätte. Eine faire Klärung der Sachlage ist die Entscheidung durch die Sportkommissare. Mit diesem Urteil müssen alle leben."

Sollte BMW gezwungen sein, den umstrittenen Diffusor nachzubauen, sieht Heidfeld schwarz: "Bis wir damit fertig sind, ist es möglicherweise zu spät." Das gleiche gilt für Renault und Ferrari. Renault sieht den GP Spanien als möglichen Einsatztermin an. Bei Ferrari spricht man sogar von fünf bis sechs Rennen, bis man eine gute Kopie angefertigt hätte. Getriebe und Hinterradaufhängung sind für das Konzept des doppelstöckigen Diffusors ungünstig konzipiert. "Da ist Renault besser ausgestattet", schätzt Sam Michael per Ferndiagnose.

Beim Red Bull RB5 dagegen sieht es bitterböse aus. Die breite Crashstruktur im Heck und die Zugstrebenaufhängung der Hinterachse stünden einer optimalen Kanalführung des Diffusors und der korrekten Regelauslegung im Weg.

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