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Diffusor-Streit

FIA lehnt BMW-Klage ab

Williams-Diffusor Foto: Daniel Reinhard 10 Bilder

Am Donnerstag (26.3.) hat die FIA wie erwartet bestätigt, dass Ferrari, Renault und Red Bull einen Protest gegen die Unterböden von Brawn GP, Toyota und Williams eingereicht haben. 

26.03.2009 Michael Schmidt

Um 15.40 Uhr australischer Zeit erklärte Jo Bauer, der technische Delegierte der FIA, dass alle Autos den Regeln entsprechen. Das ist ein normaler Vorgang nach der technischen Abnahme. Um 19.10 bestätigte die FIA, dass Ferrari, Renault und Red Bull einen Protest gegen die Unterböden der Teams von Brawn GP, Toyota und Williams eingereicht hatte.

BMW-Klage abgelehnt

BMW wollte protestieren, doch die Klage wurde wegen unpräziser Formulierungen abgelehnt. "Die Anklage reichte nicht aus. Es standen keine spezifischen Beanstandungen drin", hieß es aus FIA-Kreisen. Bis BMW den Wortlaut hätte ändern können, wäre die Zweistundenfrist abgelaufen gewesen. McLaren hielt sich zurück. Man müsse erst mal seine Probleme mit dem eigenen Auto lösen.

Es geht um Löcher, Flächen und Übergänge von einer Fläche zur anderen, aber auch um den Paragraphen 2.4, der besagt, dass bei der Anfrage zu gravierenden Änderungen am Auto den Regelhütern auch die Konsequenzen dieser Maßnahme erklärt werden müssten. Das sei in diesem Fall offenbar nicht erfolgt. Die Änderungen gehen, selbst wenn man sie nach dem Buchstaben des Gesetzes als legal interpretieren könne, über das hinaus, was das neue Reglement beabsichtigt.

Keine Vorteile für die Kläger

Jetzt liegt der Ball bei den Sportkommissaren Radovan Novak (Tschechien), Olafur Gusmundsson (Island) und Steve Chopping (Australien). Sie müssen sich die Argumente beider Parteien anhören und dann ihr Urteil fällen. wenn die Protestparteien glauben, sie könnten damit herausfinden, welches Geheimnis wirklich hinter den Diffusoren steckt, dann täuschen sie sich. FIA-Rennleiter Charlie Whiting erklärt: "In solchen Fällen schauen wir darauf, dass die eine Partei nichts von der anderen lernt." Alles, was die Protestierer bekommen, ist die Urteilsbegründung der Kommissare.

Bernie Ecclestone erklärte im fernen London, dass mit diesem Fall die Eintracht der Teamvereinigung FOTA auf dem Prüfstand stünde. BMW-Teamchef Mario Theissen bestreitet das: "Wir ziehen weiter an einem Strang, wenn es um die Zukunft der Formel 1 geht. Der Streit um den Diffusor ist Tagesgeschäft. Das gehört zum Wettbewerb." Die Protestfront wurde nicht müde zu erklären, dass es sich dabei nicht um einen richtigen Protest handle sondern um die Klarstellung der Regeln.

Berufung droht

Ob es wirklich nur darum geht, wird sich zeigen, wenn die Sportkommissare ihre Entscheidung getroffen haben. Sollte dann eine der Parteien vor das Berufungsgericht der FIA ziehen, dann steckt ein bisschen mehr dahinter als nur eine Klarstellung der Regeln. Dann geht es ums Prinzip. Und darum, dass man sich im Titelrennen nicht einen Rückstand einfängt.

Werden die Diffusoren als legal eingestuft, werden die Beklagten auf jeden Fall mit dem umstrittenenen Konzept antreten. Ross Brawn glaubt: "Selbst wenn die Berufung später gegen uns ausgeht, kann uns keiner die Punkte wegnehmen. Wir müssen uns darauf verlassen können, was die Sportkommissare uns sagen. Das ist für uns vorläufig die letzte Instanz."

Andernfalls müssten Brawn GP, Toyota und Williams die Löcher in einer Nacht- und Nebelaktion abdichten. "Das hätte sicher einen großen Einfluss auf unsere Rundenzeiten, denn es wäre nur eine notdürftige Aktion", fürchtet Williams-Technikchef Sam Michael. Die Kläger haben Angst vor einem positiven Urteil der Kommissare. "Es ist nicht so einfach, diese Unterböden einfach nachzubauen. Das geht ins Geld, weil größere Umbaumaßnahmen nötig sind", prophezeit Red Bull-Teamchef Christian Horner.

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