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Diffusorstreit in der Formel 1

Entscheidung am 14. April

Brawn GP Foto: dpa 30 Bilder

Der Diffusorstreit bestimmte die ersten beiden GP-Wochenenden. Im Vorfeld der Berufungsverhandlung wird fleißig Politik gemacht. Ferrari führt das Kostenargument ins Feld. Sieben Teams müssten für ein Vermögen ihre Autos nachrüsten.

07.04.2009

Maranello verschweigt aber, dass man für Räikkönen bis zum GP Spanien ein Leichtgewichtchassis baut, damit er trotz KERS an Bord das Auto so abstimmen kann, wie er es will. Keine billige Übung für ein paar Kilogramm mehr Ballast.

Kein erschwertes Überholen

Das Argument, die Autos wären bereits wieder schneller als im letzten Jahr und damit ein Sicherheitsrisiko prallte an den Beklagten ab. Sie rechneten vor: In schnellen Kurven sanken die Geschwindigkeiten im Schnitt um sieben km/h, in langsamen stiegen sie dank der Slicks um fünf km/h.

Melbourne hat sieben Kurven unter 160 km/h. Bei Brawn GP sind die Telemetriekurven von 2008 und 2009 in den Kurven fast deckungsgleich. Der BGP001 gewinnt im Vergleich zum Honda RA108 in der Traktion und auf der Geraden. Auch der Vorwurf, die doppelstöckigen Diffusoren würden mehr Turbulenzen hinter dem Auto produzieren und damit das Überholen erschweren, war schlecht vorbereitet.

Williams und Brawn GP legten Computersimulationen vor. Das Strömungsbild zwischen einem konventionellen und einem doppelstöckigen Diffusor ist eine Wagenlänge hinter dem Auto absolut identisch. Ross Brawn spottete: "Wie können die anderen behaupten, dass sich die Turbulenzen verändern, wenn sie nicht mal wissen, wie unser Diffusor funktioniert?"

Red Bull und Renault stellten falsche Fragen

Nur wenige Argumente der Anti-Diffusor-Liga haben eine spezifische Substanz. Red Bull hatte im Januar 2007 angefragt, ob man die Referenzebene im Boden dreiteilen darf. Die FIA lehnte ab, weil sie fürchtete, dass dies zu unerlaubten Kanälen längs der Referenzplatte führt. Renault stellte einen ähnlichen Antrag fünf Monate später. Wieder gab es eine Absage.

So wie Renault die Löcher im Unterboden anbringen wollte, wären sie nur bei 100 prozentig exakter Positionierung legal gewesen. Das Reglement lässt diesen Grenzfall aus Prinzip nicht zu. Jetzt fragen diese Teams die FIA, warum plötzlich erlaubt ist, was früher verboten war. Die Regelhüter antworten: Weil die Fragen falsch gestellt wurden.

Ross Brawn gibt der Berufung wenig Chancen: "Im Moment schießen unsere Gegner in alle Richtungen, in der Hoffnung, etwas zu treffen. Wer behauptet, er hätte die Idee auch gehabt, aber bei der FIA nicht gefragt, weil er dachte, das sei sowieso illegal, der sucht eine Ausrede dafür, etwas verschlafen zu haben."

Alonso: Brawn GP ist unantastbar

Die Preisfrage ist: Wo würden Toyota, Williams und Brawn GP stehen, wenn sie mit einem konventionellen Diffusor antreten würden. Der "Diffusor-Club" spielt die Bedeutung des Tricks herunter. Die Protestfront spricht von mindestens einer halben Sekunde pro Runde. Fernando Alonso bedauert: "Brawn GP ist im Augenblick unantastbar."

Da die Red Bull regelmäßig mitten in die Diffusor-Liga fuhren, provoziert Timo Glock: "Was regen die sich künstlich auf? Die Teams, die sich am lautesten beschweren, fahren genauso schnell wie wir."

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